Kurzmitteilungen

  • bzz mld 2

    Meine Backup-Strategie war und ist genauso schlecht wie die aller anderen, aber dass ich alte Aufnahmen von mir hören, und in den Metadaten nachlesen kann, wann die entstanden sind, bereitet mir nicht wenig Freude.

    Das hier überdauerte unter dem Namen buzz melody 2.wav die Dekaden und datiert auf den 20.3.2002 um 02 Uhr 43. Es ist nicht besonders gut, aber auch nicht desolat schlecht.

    Als Waveform hat es eine sehr eigenwillige Gestalt:

    Im selben Ordner gibt es einige mutmaßlich verwandte Fragmente, mit denen ich jetzt, fast ein Vierteljahrhundert später, etwas Neues probiere.

  • Anodyne for his love

    Mir ist das larmoyante Genörgel über KI-Content in Weblogs ja eher zuwider, aber wenn es um Bilder geht, macht es mir wirklich mehr Spaß, mir durch freies Assoziieren ein Bildchen aus dem Public Domain Image Archive (oder anderen freien Bilddatenbanken, die es sicher auch gibt) zu erklicken, als sich etwas generieren zu lassen.

    Das obige The Wave jedenfalls ist von W. T. Horton, aus dem Jahr 1898 und erschienen in A Book of Images, an dem Horton gemeinsam mit William Butler Yeats arbeitete.

    Es ist zu lesen, dass Horton von Yeats in der dritten und vierten Strophe von dessen Gedicht ‚All Souls’ Night‘ (Allerseelennacht) als Geist beschworen wird:

    Horton’s the first I call. He loved strange thought
    And knew that sweet extremity of pride
    That’s called platonic love,
    And that to such a pitch of passion wrought
    Nothing could bring him, when his lady died,
    Anodyne for his love.

    Als Geist beschworen zu werden, erscheint mir jedenfalls als lohnenswertes Ziel. Sicher werde ich in so manchem Trainingsdatensatz der Zukünfte herumspuken.

    William Butler Yeats:

    By Alice BoughtonWhyte’s, Public Domain, Link
  • Kostenloses Streaming bei der Dt. Kinemathek

    Die jüngste Auswahl der Deutschen Kinemathek präsentiert unter dem Titel „Lost in Berlin“ kostenfrei neun Filme, die sich in verschiedener Weise der Stadt widmen und ihr nähern – darunter Werke von Thomas Arslan, Christian Petzold und Heike Misselwitz.

    Mit dem speziellen Fokus auf die ehemalige Frontstadt Berlin ergänzt die 15. Ausgabe von »Selects« das Filmprogramm der diesjährigen Retrospektive der Berlinale, die sich unter dem Titel »Lost in the 90s« dem Lebensgefühl der 1990er-Jahre widmet.

    » Selects #15 | 1.2.–14.5.26: Lost in Berlin

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  • Gelesen: Surface Detail von Iain M. Banks

    Wohl der neunte Culture-Roman, obwohl die Reihenfolge, in der man sie liest, keine Rolle spielt. Man wird sie aber, wie ich, alle lesen wollen, wenn man High Concept Space Opera Science Fiction etwas abgewinnen kann. Selbst ich lese sie aber nicht nacheinander weg, sondern mit viel Abstand.

    Banks schreibt ausufernd, dicht, mit irrem Ideenreichtum, mitunter auch anstrengend. Seine Protagonisten sind panhumane Aliens, künstliche Intelligenzen, virtuelle Existenzen, Künstler, Agentinnen und Hedonisten. Die Culture verhält sich zu Star Trek ungefähr so wie Star Trek zur Realität. Jeder einzelne Band ist ein Hochgenuss, so gut, dass ich nicht das Geringste dazu spoilern möchte.

  • Vespertine

    Im Zuge des Björk-Marathons erwarb ich nun Vespertine. Das Album erschien vor 25 Jahren, am 27. August 2001. Ich hatte es unmittelbar nach Erscheinen bereits auf CD. Die verkaufte ich offenbar oder verlor sie bei Umzügen. Es schien mir damals gegenüber den vorherigen Alben ein wenig nachzulassen. Ein Eindruck, den es zu revidieren gilt:

  • Gelesen: Alastair Reynolds – Eversion

    Beim Sprawl Radio lesen sie zurzeit ebendieses Buch, und da wollte ich dann auch mal mitlesen. Dass ich es nun aus Versehen schon durchgelesen habe, spricht aber nur auf den ersten Blick für Eversion, wird das Buch doch bei jeder Iteration seiner murmeltiertagsartigen Wiederholungen ein wenig uninteressanter, hielt mich, der ich noch eine furiose letzte Wendung erwartete, aber erfolgreich bei der Stange, nur um letztlich zu enttäuschen. Im letzten Drittel wird Spannung dann weitgehend durch Infodumps ersetzt. Ein überaus verzichtbares Buch.

  • Stedelijk

    Eine Lounge, um in ihr zu chillen;
    Kühlraum, grell, jede Ecke ausgeleuchtet:
    Schlachthaus hört nie auf, Schlachthaus zu sein.
    Das Blut in den Poren der Fugen versteinert.

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  • Verlinkt: „Deutlich mehr Psychiatrie-Aufenthalte von Jugendlichen“

    Schreibt euren Abgeordneten via https://www.bundestag.de/abgeordnete und fordert mindestens die Ausweitung des Pilot-Programms „Mental Health Coaches“ an Schulen anstelle seiner Einstellung.

    Laut dem DAK-Report ist das ein Plus von 53 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Hochgerechnet auf alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland erhielten demnach 230.000 Kinder die Diagnose Angststörung.

    Correctiv.org: „Wir verlieren einen Teil der jungen Generation“

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  • Björk

    Gerade stellte ich fest, dass ich nur (noch) Debut und Homogenic digital besitze. Da muss ich mal die CD-Stapel durchforsten, denn mindestens die Post besaß ich auch bereits.

    In jedem Fall muss die Björk-Sammlung in diesem Jahr vervollständigt werden. Gibt’s schließlich auch alles bei Bandcamp. Die Sachen nach Vespertine habe ich aufgrund vermeintlicher Seltsamkeit zudem sträflich ignoriert. Das gilt es zu korrigieren.

    ErscheinungsjahrAlbumtitel
    1993Debut
    1995Post
    1997Homogenic
    2001Vespertine
    2004Medúlla
    2007Volta
    2011Biophilia
    2015Vulnicura
    2017Utopia
    2022Fossora
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  • die eigene macht so gross

    Der einflussreiche Community Organizer Saul Alinsky betonte stets, dass die eigene Macht so groß sei, wie die Gegenseite glaubt, dass sie sei.

    Aus: Die Aufgabe der Demokraten. Plädoyer für eine Massenbewegung gegen Trump von David Brooks. Erschienen in Blätter Januar 2026.

    Die Annahme ist schlüssig, denn schließlich ist Macht nicht real fassbar oder gar messbar. Und darum ist die Selbstverharmlosung der Petitiönchen- und § 24 Gemeindeordnung-Anregungsschreiber nicht nur so nutzlos, sondern vor allem schädlich.

    Sie würden in ihrer Gefolgschaft und Staatsgläubigkeit selbst noch Gremien ihre Eingaben schicken, in denen der Autoritarismus längst die Mehrheit errungen hat.


    Titelbild: „Scientific Researches! — New Discoveries in Pneumaticks! — or, an Experimental Lecture on the Powers of Air. James Gillray, 1802.