Kategorie: Allgemein

  • Tschüß Bornholmer Straße

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    Morgen wird ausgezogen werden.

  • tv

    Was auch nervt: Die ständige Kasteiung der deutschen fernsehlandschaft, die keine Serien HBOschen Ausmaßes bzw. so gut wie gar nichts hinbekommt.

    Halten wir fest: das deutsche Fernsehen ist mit meinem Geschmack und (mutmaßlich) dem meiner „Peer Group“ schwerlich bis gar nicht kompatibel. Drum schau ich in der Regel kein tv. Aber: das ist egal, denn niemand kann mir erzählen, dass allein der amerikanische Markt (und vielleicht der dänische, schwedische…) nicht schon genug Material bereithält. Selbst der kaputteste serienjunkie kann nicht soviel tv schauen wollen.

    Darüber hinaus hat das alles nicht das geringste mit der sog. Haushaltsabgabe (ehemals GEZ) zu tun. Die ist nämlich für vortreffliche Rundfunksendungen vom WDR 5 Politikum über hr2 der Tag bis ihn zum kompletten Programm des Deutschlandfunk bestens angelegt.

    Also: Glotze aus, nicht nörgeln, Radio podcast App an.

  • „Liquid Friesland“

    Die (der CDU nahestehende) Konrad Adenauer Stiftung hat die Liquid Feedback-Instanz im Landkreis Friesland, „Liquid Friedland“,  für gescheitert erklärt und die genannten Zahlen sind, so sie stimmen, in der Tat bedrückend:

    „Von den 82.967 bei Kommunalwahlen 2011 stimmberechtigten Bürgern über 16 Jahre haben sich lediglich 552 Bürger überhaupt registriert. Selbst wenn man nur die ca. 43.000 Wähler der letzten Kommunalwahlen zum Vergleichsmaßstab heranzieht, bleibt diese Zahl verschwindet gering.

    In den acht Gemeinden des Landkreises gibt es 202 ehrenamtliche Ratsmitglieder, aber nur 367 Bürger haben sich bei LiquidFriesland im ersten Jahr nach der Eröffnung des Portals am 11. November 2012 wenigstens einmal an einem dort diskutierten Thema beteiligt oder einer Abstimmung teilgenommen. Seit Anfang 2014 standen überhaupt nur noch sechs Themen zur Abstimmung, bei denen als höchste Beteiligung 32 Stimmen registriert wurden. Seit Mitte April 2014 ist auf der Plattform überhaupt keine Aktivität mehr festzustellen.“

    In seinem  Evaluierungsbericht aus Juni 2013 wendet der Landkreis die  90-9-1-Regel auf die Aktivität an:

    „Die Beteiligung an Abstimmungen in Friesland ist ein weiterer Beleg   für die von Wissenschaftlern bereits am Beispiel zahlreicher Internet-Communities gezeigten 90-9-1-Regel (vgl. Nielsen, Jakob:  Participation Inequality: Encouraging More Users to Contribute, 9.10.2006). Demnach generiert (nur) ein Prozent der Nutzer den meisten Inhalt, weitere neun Prozent interagieren mit diesem Inhalt und neunzig Prozent sehen sich den Inhalt lediglich an, ohne zu interagieren.

    Schon an der 90-9-1-Regel ist zu erkennen, dass ein System wie LiquidFriesland keine Repräsentativität anstreben kann (was auch nie beabsichtigt war). Vielmehr ließe sich die These aufstellen, dass die 90-9-1-Regel auch auf die Bürgerbeteiligung an sich zu übertragen ist.“

  • Kein Kontrollfreak

    Das Funktionieren der Dinge impliziert Machtlosigkeit, weil man von den Dingen und ihrem Funktionieren mindestens so lange beherrscht wird, wie man die Dinge und ihr Funktionieren nicht versteht.

    Erst, wenn die die Dinge nicht funktionieren, und man gezwungen ist, das Ziel ihrer Funktion mit anderen, eigenen Mitteln zu erreichen, hat man sich selbst ermächtigt und die Funktion der Dinge durch eigenes Zutun (oder: eigene Dinge) ersetzt.

    Darum bin ich »Improvisationsfreak«.

  • Die Meinungen

    Man findet sich dann also in der höchst albernen Situation wieder, niederzuschreiben, dass man sich mit jemandem, der sich für homophob und diesen Sachverhalt für gut so erklärt, in keiner Weise befassen werde, diesem Menschen und seinem Pamphlet nicht die geringste Aufmerksamkeit zukommen lassen wolle. Man ärgert sich fast ein wenig über jede Verlinkung, jeden share und jeden Artikel über dieses Machwerk, weil dadurch die Aufmerksamkeit und die Klicks auf eben jenen Artikel und damit einhergehend die Werbeeinnahmen des verantwortlichen Presseorgans immer höher geschraubt werden.

    Zugleich ist man zutiefst überzeugt vom hohen Gut der Meinungsfreiheit und des gesellschaftlichen Diskurses. Auch solche Meinungen müssen geäußert werden dürfen und ob man damit einverstanden ist oder nicht, spielt dabei nicht die geringste Rolle. Dann muss ihnen widersprochen werden dürfen. Und in der Summe oder über die Zeit hinweg entsteht dabei ein neuer gesellschaftlicher Sachstand. Idealerweise. Irgendwie.

    Man vergegenwärtigt sich, dass es gut ist, mit anderen Meinungen als den eigenen konfrontiert zu werden. Die einem zwangsläufig nicht gefallen werden, weil es nicht die eigenen sind. Aber nur durch Konfrontation mit anderen Meinungen, mit dem Ausbruch aus der Filterblase bekommt man Denkanstöße, wird herausgefordert, hinterfragt sich, oder: widerspricht. Nur so ist dieser Diskurs schließlich möglich.

    Man wird durch einen Blick auf die Leserkommentare unter dem in Rede stehenden Artikel daran erinnert, wie anstrengend das ist. Die ganze Selbstgerechtigkeit, Gehässigkeit, auch Dummheit. Anschließend schilt man sich ob der eigenen Arroganz. Und ertappt sich dabei, mehr sich selbst zu widersprechen als den anderen.

  • Nun lesend: Enno Stahl – Diskurs-Pogo

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    „Nur Kunst in einer Position, die darin beharrlich bleibt, hat die Chance, mehr zu werden als das Produkt eines Trends, also eines Verkaufsangebots, das sie selbst geschaffen hat.“

    Erschienen beim Verbrecher Verlag

  • last.fm-Beta integriert Spotify

    Gerade gesehen: last.fm sind in der aktuellen Beta (soweit ich weiß nur für Subscriber) mit tiefer Spotify-Integration am Start. Mehr dazu hier. Was soweit ichs überschauen kann noch fehlt ist die Möglichkeit, Songs, Alben oder Künstler von dort aus direkt als oder in Playlists zu speichern.

    Möglicherweise verabschiedet sich last.fm damit endgültig von seinem löchrigen Streaming-Angebot und integriert mit Spotify den Branchenprimus. Und wenn sie diese Funktion nur für Subscriber verfügbar machen würden, gäbe es sogar wieder einen kleinen Anreiz ein solcher zu werden oder zu bleiben. Meine jüngste dreimonatige Phase als zahlender Kunde ist bald wieder vorbei und so wirklich lohnt sich das derzeit nicht.

    Ob das mein zaghaftes Vorhaben, mich verstärkt meiner Musiksammlung zu widmen und Spotify zu kündigen beeinflusst, muss sich noch herausstellen.