Stefan Niggemeier stimme ich zu, wenn er schreibt:
Aber dass Journalisten Dinge veröffentlichen, von denen sie eigentlich nichts wissen sollten, ist nicht nur erlaubt, sondern oft genau das, was Journalismus ausmacht. Eben nicht nur Verlautbarungen zu veröffentlichen, die für die Öffentlichkeit sorgfältig kuratiert und geschönt wurden, sondern das, was wirklich passiert.
Gleichwohl ist die Causa Eralp/Der Spiegel ein Grenzfall. Deshalb wird sie ja auch breit diskutiert und deshalb fügt auch Niggemeier hinzu:
Der Spiegel rechtfertigt in seinem Artikel seine Veröffentlichung der internen Kommunikation ausführlich damit, dass es ein öffentliches Interesse an dieser Information gibt. Und schießt dabei über das Ziel hinaus.
Peinlich wird es, wenn in der Diskussion wieder einmal von Kampagnen und Manipulation die Rede ist. Das ist das Spiel, das stets alle Sympathisanten aller Parteien betreiben, wenn die Presse sich erlaubt, sich nicht einfach mit der guten Sache gemein zu machen. Es ist fast nicht mehr erklärbar, unter welchen Umständen es denn keine Kampagne wäre; der Vorwurf ist nicht falsifizierbar und geht daher fehl.
Für richtig halte ich hingegen, alle Inhaber politischer Macht strengster Beobachtung durch die Öffentlichkeit, die Medien, die Presse, meinetwegen auch die „vierte Gewalt“ zu unterwerfen. Das gilt für die Partei „Die Linke“ mit rund einem Viertel der Wählerstimmen in Berlin ebenso wie zum Beispiel für die Bundesregierung, den grünen Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg, oder die Fraktionen der Partei „Alternative für Deutschland“ in Bund und Ländern.
Schonung ist dabei unangebracht. Wer über Mittel verfügt, uns zu beherrschen oder meinetwegen zu „regieren“, der wird kontrolliert. Keinesfalls sollte irgendwer auf Händen ins Rote Rathaus oder wer weiß was für einen Regierungssitz getragen werden, von niemandem und schon gar nicht von der Presse.