Anknüpfend an meinen Beitrag So behandelt der Bundestag Petitionen verfolge ich die Sammelübersichten des Petitionsausschusses, die alle paar Wochen an das Plenum überwiesen werden, bzw. lasse das Claude Code machen. Diese Woche kamen wieder ein paar:
Am 14. Oktober 2026 hat der Petitionsausschuss dem Bundestag 11 Sammelübersichten mit Beschlussempfehlungen zu 358 Petitionen vorgelegt. Davon:
✅ 2 entsprochen (0,6 %)
🟡 24 teilweise entsprochen (6,7 %)
↗️ 57 der Bundesregierung überwiesen – als Material o. Ä. (15,9 %)
📎 1 den Fraktionen zur Kenntnis / an Länder & EU (0,3 %)
⚪ 274 ohne weitere Begründung abgeschlossen – vereinfachtes Verfahren (76,5 %)
🔗 Alle 11 Sammelübersichten im DIP:
https://dip.bundestag.de/suche?term=zu+Petitionen&f.wahlperiode=21&f.datum.start=2026-10-14&f.datum.end=2026-10-14&rows=25
Was diese wichtig klingenden Überweisungen an die Bundesregierung oder an Fraktionen bedeuten, kann man aus dem Beitrag Verlässliches Scheitern: Petitionen für ein Böllerverbot schließen; ist ja übrigens bald wieder fällig, das Böllerverbot. Dieses Mal klappts bestimmt.
If there’s one thing I’d hoped people had learned going into the next four years of Donald Trump as president, it’s that spending lots of time online posting about what people in power are saying and doing is not going to accomplish anything. If anything, it’s exactly what they want.
Die unendliche Litanei über „Merz“ und „GasKati“ auf Mastodon und mehr noch Bluesky mündete zu keinem Zeitpunkt in robuste Organisation. Allenfalls werden Petitiönchen geteilt, äußerstenfalls zu einer Demo aufgerufen, wo man lustige Schildchen fotografieren kann. Schlimmer noch: Jede Handlung und Äußerung der genannten Personen wird seziert, dadurch wiederholt und so in den Diskurs eingespeist:
“The reality is you are oxygenating the things these people are saying even as you purport to debunk them,” Katherine Cross, a sociologist and author of Log Off: Why Posting and Politics (Almost) Never Mix, told 404 Media.
Das gilt in keinem Fall so sehr wie in dem der Partei „Alternative für Deutschland“, um die sich im politischen Diskurs alles zu drehen hat: Im Mittelpunkt: die AfD.
Die Gegenstrategie formuliert Anat Shenker-Osorio, zitiert aus The Persuaders:
Rather than hiding behind milquetoast pronouncements, we can use „good riddance“ statements that are meant to turn off our 0 percenters
Eigene Forderungen, angemessen radikal, so dass unseren politischen Gegnern vor Schreck das Frühstück aus dem Gesicht fällt, Vergesellschaftung zum Beispiel. So scheint man sogar eine Wahl gewinnen zu können.
Die diesjährige Wahl zum Vogel des Jahres habe ich wohl verpasst. Mit der Gewinnerin kann ich mich aber ohne Weiteres abfinden. Herzlichen Glückwunsch, Mehlschwalbe!
„Leider ist der neue Jahresvogel gefährdet“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. „Bis zu 770.000 Brutpaare gibt es noch in Deutschland. Der Bestand geht aber stetig zurück, vor allem durch illegale Zerstörung von Nestern und Vergrämungsmaßnahmen an Häusern. Moderne Architektur und die zunehmende Versiegelung machen es Schwalben oft unmöglich, ihre Nester zu bauen. Auch der Insektenschwund spielt eine Rolle, da Fluginsekten die Nahrung der Mehlschwalbe sind.“
Ich sitze tagtäglich vor langen Texten, die ich überfliege, punktuell lese, zusammenfassen lasse, in Readwise speichere, einfach durchlese oder verwerfe. Nie habe ich das Gefühl, ich sollte das alles lesen. Im Regelfall liegt mir so ein Text ja bereits aufgrund meiner Filtersouveränität („Bubble“) vor, so dass eine grundsätzliche Relevanz, ein Interesse meinerseits, unterstellt werden kann. Näher liegt also: Ich wollte das alles lesen (hätte ich die Zeit, das spezifische Interesse etc.).
So eine Transaktion, in der jemand etwas schreibt, was ich dann lesen soll, gibt es eigentlich nicht und die Fiktion scheint ein Phänomen des ehrenamtlichen Publizierens („Bloggen“) zu sein.
Ich verwerfe meistens, und wenn ich es tue, dann entscheidungsfreudig und rücksichtslos. Gute Texte sind rar, das hat aber kaum etwas mit Prompts oder LLMs zu tun.
„Studentenmusik“ ist in manchen Kreisen ja ein gern gebrauchtes Schimpfwort , aber wenn ein Student mit seinem Professor aufgrund eines Die Nerven – Tshirts bondet und daraufhin eine Band gründet, der Professor selbst mal in The Robocop Kraus gespielt hat und dadurch ein Song wie „Ich bin ein Außenseiter dieser Republik“ entsteht: hey, her mit der Stundenten-Professoren-Musik!
Gestern habe ich erneut den BespokeSynth installiert und anhand dieses Tutorials zu nutzen begonnen. Die Hoffnung auf eine ähnlich chaotisch randomisierbaren Tracker wie Jeskola Buzz könnte sich erfüllen.
Was tun angesichts gewalttätiger Proteste (in Frankreich) und immer größerem Zulauf zu extremistischen Parteien in Europa? Vielleicht mehr Bürgerbeteiligungwagen, schlägt Philipp Bovermann in der SZ vor und verweist auf erfolgreiche Beispiele in New York, Britannien und Taiwan. „Die Herrschaft der Lautesten, die Verfechter der repräsentativen Demokratie fürchten, ist auf der Ebene der politischen Willensbildung längst etabliert. Medial existiert eine gefährlich überdrehende Basisdemokratie, ein Mangel an Delegation – von dem die Politik umgekehrt zu viel hat. Das passt nicht zusammen. Deshalb das ‚Die da oben‘-Gefühl der Entkoppelung.“
Weiter geht es mit interessanten Ausführungen zu Marina Weisbands Projekt Aula.
Die Gruppe der „lost souls“, die in beiden Kategorien hohe Zustimmung aufweist, hat auf allen Maßen die extremsten Werte:
deutlich höheres politisches Misstrauen (etwa 1,4 Standardabweichungen über der Referenzgruppe),
stärkere populistische Einstellungen,
geringeres soziales Vertrauen,
häufigere AfD-Präferenz.
Was bedeuten diese Konzepte genau?
Need for Chaos
Das Need for Chaos-Konzept stammt von Arceneaux, Petersen, Osmundsen u. a. (2021, 2023). Die Autoren übernehmen deren Definition: der Wunsch nach einem Neuanfang durch die Zerstörung bestehender Ordnung. Die Einstellung entsteht, wenn statusorientierte Persönlichkeitszüge auf (wahrgenommene) soziale Ausgrenzung treffen. Ausgrenzung gilt dabei als notwendige Bedingung. Gemessen wird mit nur zwei Items, beide auf einer 11er-Skala:
„Wenn ich an unsere politischen und sozialen Strukturen denke, muss ich denken: Man sollte sie alle dem Erdboden gleichmachen.“
„Wir können die Probleme unserer gesellschaftlichen Institutionen nicht lösen, wir müssen sie zerstören und neu anfangen.“
Klingt ähnlich dem Buch „Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus“ von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, das ich bislang nicht gelesen habe.
Desire for Greatness
Desire for Greatness ist eine Eigenkonstruktion der Autoren, gemessen anhand von fünf Items auf einer 5er-Skala:
„Ich verdiene es, als großartige Person gesehen zu werden.“
„Ich will, dass meine Gegner scheitern.“
„Die meisten Menschen sind Verlierer.“
„Man muss die wichtigen Leute auf seine Seite bringen.“
„Man muss immer Pläne machen, die einem selbst helfen und nicht anderen.“
Klassische demokratische Appelle wie Fairness, Gegenseitigkeit und Regelbindung dürften bei den „lost souls“ wenig verfangen, so Goerres und Ziller. Die Solidary Opponents sind dagegen für echte institutionelle Reformen ansprechbar, die Dominant Supporters für Botschaften der Anerkennung („Ich höre euch“).
Ein allgemeiner Beschäftigungseinbruch in KI-exponierten Berufen bleibt aus. Unterm Strich haben sich diese sogar günstiger entwickelt als die weniger exponierten Berufe. Bei jungen Beschäftigten zeigt sich indes ein im Vergleich zum negativen Effekt der schwachen Konjunktur zwar geringer, aber jedoch zunehmend negativer Zusammenhang.
Es wurde kein Cookie-Banner gefunden, es werden aber auch keine Tracker geladen und keine einwilligungspflichtigen Cookies gesetzt. Ein Banner ist dann nicht erforderlich.
»Mach dir keine Sorgen«, schrieb sie einmal, gezeichnet vom Knochenkrebs, an dem sie im Alter von fünfzig Jahren starb, als Rat an sich selbst, »alles wird vergebens gewesen sein – wie bei allen Menschen vor dir.«