Kurzmitteilungen

  • Musik gekauft: Honora von Flea

    Es ist ein Kuriosum, wie die einzelnen Instrumentalisten der Red Hot Chili Peppers so gut sind, während die Band in meinen Ohren seit jeher seit Under The Bridge komplett uninteressant klingt.

    Schon seit Jahren macht John Frusciante interessante Soloalben. Heute stieß ich auf eine aktuelle Veröffentlichung des Bassisten Flea unter Beteiligung von Thom Yorke (sonst wäre sie mir wohl nicht aufgefallen). Das – ebenso wie die andere Vorabsingle A Plea – klingt sehr jazzig, virtuos, spielfreudig und cool:

    Das Album Honora habe ich umgehend bei Bandcamp vorab erworben. Es erscheint am 27. März; das wird dann ein schöner Start in den Frühling.

  • Es gibt keine Generationen

    Viel wichtiger ist, wie alt jemand ist:

    Wenn man von Generationen spricht, müsste dies statistisch überprüfbar sein: Ich muss die Einstellung von Menschen durch ihr Geburtsjahr erklären können, unabhängig davon, wann ich sie frage und wie alt sie sind.

    [..]

    Das Problem ist, dass sich dies nicht dadurch erklären lässt, wann jemand geboren wurde, sondern durch Alterseffekte.

    srf.ch: «Das Generationenkonzept ist wissenschaftlich nicht haltbar»

    Darum mögen Konzepte wie „Xennialsgemeinschaftsstiftend wirken, haben aber keine Bedeutung.

    Viel wichtiger ist es, sich zu vergegenwärtigen, wie alt dieses Land ist und wie alt seine Regionen sind – zumal die, die in diesem Jahr wählen werden.

  • Jetzt kam die Mail zum Security incident von Interrail

    Although our investigation is still ongoing, our early review indicates that your personal data has been accessed, which may include: 

    • Identity information: first name, last name, date of birth, gender; 
    • Contact information: email address, home address, telephone number, if provided; 
    • Passport information: passport number, country of issue and expiration date (not including copies of the documents).

    Das – insbesondere der Zugang zu den Passdaten – ermöglicht Gezieltes „Spear Phishing“ und Social Engineering, Identitätsdiebstahl, Vertragsbetrug, Missbrauch der Passdaten, SIM-Swapping.

    Was ich nun tue oder erwäge: Täglich die Konten im Blick behalten, einen neuen Reisepass beantragen und den alten als ungültig markieren lassen, eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Internetwache erstatten und ggf. auch SCHUFA und Auskunfteien abfragen bzw. benachrichtigen.


    Eurail discloses data breach, unknown number of customers affected

    Fediverse-Reaktionen
  • Moco

    Notizen nach dem Besuch des besonders auf *Instagramability* optimierten Museums »Moco« in Amsterdam.

    Der Revoluzzerkitsch von Banksy steht für das Totalversagen der aktivistischen Kunst. Alles, wogegen er sich richtet, Polizei- und Überwachungsstaat, Autoritarismus und Totalitarismus, sind in der Zeit seines Wirkens stärker geworden.

    Gegenwartskunst muss sich stets erklären, bevorzugt mit Text im Werk selbst. Sie hat kein theoretisches Fundament, ist kein Teil einer Strömung, aus der heraus sie sich ergibt, wie dies noch zu Zeiten Warhols gewesen sein mag. Ausnahme: Postkolonialismus.


    Wie sie neulich im Salon der Neuen Zwanziger sagten: Liberalismus reagiert auf Kritik und Konfrontation nur mit noch mehr Liberalismus. Eigene Ergänzung: bis das nicht mehr geht, und er wieder zum Faschismus mutiert.

    Fediverse-Reaktionen
  • Gelesen: Der Leopard von Giuseppe Tomasi Di Lampedusa

    Empfohlen in der FAZ-Reihe „Pflichtlektüre für Demokraten“, wo es heißt, Wolfgang Schäuble habe das Buch 2022 Friedrich Merz geschenkt, der es aber zurückgegeben habe, weil er mit Romanen nichts anfangen könne. Das überrascht natürlich auch wieder niemanden.

    Es ist ein sehr gutes Buch von überraschender Popularität.

  • Das Playbook

    Aber die Bezahlkarte ist nur der erste, symbolisch aufgeladene Schritt: Einen recht detaillierten Fahrplan für einen noch weitergehenden Umbau des Sozialstaats für Nichtdeutsche stellt ein knapp 60-seitiges Gutachten vom September 2023 auf, das die CDU/CSU-Bundestagsfraktion beim Konstanzer Rechtsprofessor Daniel Thym in Auftrag gegeben hatte.

    Claudius Voigt: Rechtspopulismus als Mainstream

  • Kosmopolitismus

    Ein toller Text in den aktuellen Blättern: Für einen interaktiven Universalismus. Kosmopolitismus und die postkoloniale Kritik von Seyla Benhabib.

    Der Kosmopolitismus geht von der Prämisse aus, dass die menschliche Mobilität ein anthropologisch tief verwurzelter Antrieb der menschlichen Spezies ist und dass die Regulierung menschlicher Mobilität durch nationale Grenzen in der Menschheitsgeschichte recht neu ist.

  • „Die alten Formen des Politischen haben sich erschöpft“

    An dem Interview der Süddeutschen Zeitung mit dem Soziologen Steffen Mau ist vieles bemerkenswert: die Wortschöpfung des Polarisierungsunternehmers, oder die der Affektpolitik.

    Am interessantesten fand ich den Befund, wonach die schwindende Loyalität der Wählerschaft für Parteien “ein riesiges Problem” sei: Wenn sich Parteien immer weniger auf Stammwähler verlassen könnten, so Mau, desto stärker müssten sie Affektpolitik betreiben, also eine über Emotionalisierung gesteuerte Politik.

    Die armen, verunsicherten Parteien geben ihre Ambition auf, die Agenda zu setzen und ihre Kernfunktion, den öffentlichen Raum zu strukturieren.

    Das heißt ja nichts anderes, als dass souveränere, rationaler agierende Wähler zu irrationaleren, immer getriebener agierenden politischen Organisationen führen; dass also Repräsentation, in der man den Menschen echte Selbstverwaltung und Demokratie bislang nicht zutraute, zum Auslaufmodell geworden ist.

    Fediverse-Reaktionen
  • Sehr interessant: Make Space Great Again – Weltraumpolitik unter Trump von Hintergrund – Deutschlandfunk
    https://www.deutschlandfunk.de/weltraumpolitik-der-usa-make-space-great-again-100.html

  • https://twitter.com/_kid37/status/972800815206367232