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  • Bestsellerlisten

    In der Zeit macht sich Götz Hamann Sorgen:

    „Rechte“ Autoren wie Ulf Poschardt, Pauline Voss und Julian Reichelt besetzen die Bestsellerlisten – wo sie dann in der Regel allerdings die kulturelle Hegemonie der „Linken“ beklagen.

    9punkt – Die Debattenrundschau

    Ich stand neulich auch in einer Buchhandlung vor einem Regal, welches zu mindestens drei Vierteln oben genannte Werke aufwies, um das eine vorhandene Exemplar des Buches von A. Semsrott zu finden.

    Bestsellerlisten seien „als politischer Ideenwettbewerb zu verstehen“, wird Hamann weiter zitiert, und die Linke habe eben keine Ideen. Sehe ich auch so. Ob allerdings die linke, progressive Parteienlandschaft in einem besseren Zustand wäre, gebe es bessere Bücher, ist zweifelhaft, zumal es all die Texte ja schon gibt. Vielleicht müssen wirklich mal die Klassiker modernisiert werden.

  • „Mit Blick auf das noch frühe Planungsstadium der in Rede stehenden Abschnitte kann noch keine Auskunft in Bezug auf Realisierungsbeginne gegeben werden.“

    Macht doch nichts, wir haben ja Zeit.

    Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Jahrhundertprojekt „Radschnellweg 1 – Warum geht es zwischen Bochum und Dortmund nicht voran?“

    Update: Aufmerksamkeit verdient auch der Umstand, dass es das von Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) geführte Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr ist, welches hier antwortete.

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  • DC | Die Jungens | Draufgänger

    DC Comics hat jüngst seine großen Comicreihen gerelauncht, falls man das in diesem Metier so nennt. Jedenfalls gibt es unter dem Label Absolute nun neue Varianten von Batman, Superman, Wonder Woman etc. Fand ich interessant genug, um die im Rahmen des Infinite Abos verfügbaren Ausgaben einiger Reihen zu lesen.

    Bruce Wayne ist demnach ein noch gramgeplagterer Schmerzensmann als ohnehin schon. Alles ist grausamer, grotesker und gewalttätiger, als ich es bei dieser Figur je angetroffen hatte, und mir ist klar, dass Batman seit Jahrzehnten düster gezeichnet wird. Unerfreulich.

    Wahrscheinlich sind The Boys daran schuld. Die Serie hatte ich aufgehört zu schauen, lasse mich alle paar Monate, wenn ich mal kurz Amazon Prime habe, doch dazu verleiten und schalte immer wieder angewidert ab: ultrazynischer Gewaltdreck, der mit plumpen politischen Anspielungen clever wirken will.

    Womit wir bei dem eigentlichen Anlass dieses Blogbeitrags sind: Daredevil. Der zweite Teil seiner Born Again-Staffel endete heute. Sie wird allgemein gut gefunden und eigentlich kann ich das nachvollziehen, aber … es ist ein wenig wie bei Andor: Wenn solche Superhelden/Fantastik-Stoffe zu sehr versuchen, auf grounded, gritty und realism zu machen, mit Politik und Justiz und Korruption, dann wandern sie in ein seltsames Uncanny Valley des Arealismus. So wie Andor zwei Filme später wieder beim bösen Weltraumzauberer landet, so befindet sich die Daredevil-Welt die ganze Zeit im albernen Marvel-Mummenschanz. Und weil ich das nicht aus dem Kopf bekomme, kann ich die Serie nicht annähernd so ernst nehmen wie sie sich selbst.

    Macht eigentlich noch wer Sachen, die Spaß machen?

  • Mangel behoben (einstweilen)

    Vorher / nachher:

    Am Sonntag den Mängelmelder genutzt und bereits Montag Vollzug festgestellt. Wie nachhaltig das ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Dieser Gehweg wird wegen der auf der Straße parkenden Fahrzeuge regelmäßig befahren und dadurch zunehmend beeinträchtigt. Meines Erachtens liegt die vorgeschriebene Restbreite freier Straße von mindestens 3,05 Meter neben den parkenden Fahrzeugen nicht vor, ich lege mich dort aber auch nicht mit einem Zollstock hin.

  • #saytheirnames

    Im Videoformat von TAKDIR. Die Anerkennung (2021) bringt die Künstlerin Ülkü Süngün Teilnehmenden die korrekte Aussprache der Namen der zehn Mordopfer des NSU bei. Nach einem Lauttraining für die Aussprache von »r« »z«, »ı« »ç« als Vorübung, werden zunächst die einzelnen Namen von ihr vorgesprochen, dann nachgesprochen und schließlich gemeinsam mit den Teilnehmenden laut vorgetragen.

    Enver Şimşek. Abdurrahim Özüdoğru. Süleyman Taşköprü. Habil Kılıç. Mehmet Turgut. İsmail Yaşar. Theodoros Boulgarides. Mehmet Kubaşık. Halit Yozgat. Michèle Kiesewetter.

    Aus dem Essay Wie wir erinnern von Leh-Wei Liao, erschienen in der Edit No. 95

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  • That’s Soul 2 #Vinyl

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  • geraeusche

    “A mask sounds the death knell.”, Odilon Redon, 1882.

    Felix Schwenzel hat Glockenläuten gefilmt – „ein höl­len­lärm“ – und beim Schauen fragte ich mich, ob Läuten einst das lauteste Geräusch im Alltag der Menschen gewesen sein mag. Wahrscheinlich nicht, meint Claude in einer hinreichend plausiblen Antwort, die auf das Feld der akustischen Ökologie führte. Hier eine eindrucksvolle Stoffsammlung dazu.

    Das Projekt Historical Soundscapes, c. 1200-c.1800 sammelt Berichte von Klängen verschiedener Städte, etwa den Glocken von Granada nach der Reconquista. Auch in Bochum wurden einst Glocken gegossen.

    Klang als Begegnung mit moderner Technologie behandelt L. M. Sacasas hier in The Enclosure of the Human Psyche:

    In his 1964 classic, The Machine in the Garden: Technology and the Pastoral Ideal in America, the late cultural historian Leo Marx remarked upon the frequency with which a certain anecdote appeared in the letters of early 19th-century American writers. The recurring anecdote was an account of when and where the writer first heard the distinctive whistle of a train.

    Was ist das charakteristische Geräusch der Postmoderne? Sicher jenes, welches wir nicht zuordnen können.Beispielsweise der mysteriöse Knall – ein beliebtes Thema der Lokalpresse.

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  • Enthemmung

    „Dominique Pelicot fand mehr als 70 Männer, die seine betäubte Frau vergewaltigen wollten – in einem Radius von maximal 50 Kilometern. Und Mazan ist eine kleine Gemeinde, nicht Berlin oder Paris. Im vergangenen Monat wurde eine Facebook-Gruppe mit 32.000 italienischen Männern entdeckt, die sexy Fotos ihrer Ehefrauen ohne deren Einwilligung teilten. Im Dezember haben Journalistinnen eine Telegram-Gruppe mit 70.000 Mitgliedern infiltriert, die sich dabei unterstützten, ihre Partnerinnen unter Drogen zu setzen und zu missbrauchen. Das heißt, viele Männer sind bereit, zu vergewaltigen.“

    Hierzu die inhaltliche Rahmung des Perlentauchers: „Jolinde Hüchtker unterhält sich für die Zeit mit Manon Garcia, Professorin für Praktische Philosophie an der FU Berlin, über den Prozess gegen Dominique Pelicot, den Garcia gerade in ihrem Buch „Mit Männern leben“ verarbeitet hat. Man spürt im Interview, wie geschockt sie immer noch ist von den bloßen Tatsachen, die im Prozess aufgedeckt wurden.“

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