Wolf Witte

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Politik der Öffentlichkeit zuführen | Komplexität abschichten | Ambient, Drone & Noise

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Schlagwort: Zitat

  • Listen töten.

    Bereits 1933 wurde in der Gestapo mit dem Aufbau einer zentralen Emigrantenkartei begonnen, unterstützt von Auswärtigem Amt, Reichswehr, Deutscher Arbeitsfront, Sicherheitsdienst, SA, Auslandsorganisationen der NSDAP.

    Karl Schlögel: Moskau 1937, S. 690

  • Die entscheidende Frage

    Die entscheidende Frage ist daher nicht „Was ist (potenzielles) Leben?“, sondern: „Was darf ein Staat einem Bürger antun, um das Leben eines anderen Bürgers zu erhalten?“ Hier ist die Antwort, die der Gesetzgeber in allen Fällen außer §218 gibt, erschreckend eindeutig: nichts.

    Nele Pollatschek: Abtreibungen in Deutschland

  • 200 000 Straftaten

    Acht Millionen Deutsche zeigen ein problematisches Trinkverhalten, 1,6 Millionen sind abhängig. In Deutschland werden jedes Jahr im Suff 200 000 Straftaten verübt, 75 000 Menschen sterben an Alkohol-assoziierten Krankheiten oder Unfällen. 60 000 Betrunkene sind täglich auf unseren Straßen unterwegs, 110 Führerscheine werden täglich entzogen. Alkohol am Steuer verursacht 16 000 Unfälle, 5000 Schwerverletzte und über 240 Todesopfer.

    „Wer täglich Alkohol trinkt, ist abhängig“

  • Aufenthaltsqualität

    Weniger Parkplätze, dafür mehr Aufenthaltsqualität durch mehr Grün und Bänke

    Weniger Parkplätze sorgen an sich schon für mehr Aufenthaltsqualität, liebe WAZ. Grün und Bänke sind natürlich auch schön.

  • Ampel für immer

    Im „Grunde haben alle großen politischen Ideologien des 19. und 20. Jahrhunderts abgewirtschaftet. In der SPD glaubt niemand mehr an den Sozialismus, keiner in der CDU vermöchte noch darzulegen, was konservativ sein heißen könnte, die Linke liegt nicht nur bei den Wählern, sondern auch gedanklich am Boden ihrer Antiquariate, die FDP hat sich zur Karikatur des Liberalismus entwickelt, die Freiheit mit gedanklicher Untätigkeit und Fahren auf der Überholspur identifiziert: ‚Bedenken second‘.

    Ampel für immer von Jürgen Kaube

  • workers

    there’s a much stronger natural coalition that the left can mobilize: workers. Being a worker – that is, paying your bills from wages, instead of profits – isn’t an ideology you can change, it’s a fact.

    Cory Doctorow über Project 25. Weiter: „repelling fascism is what workers‘ movements do.“

  • Terra Nullius

    Wenn wir über Migration und die sogenannte Flüchtlingskrise von heute nachdenken, sollten wir uns daran erinnern, dass zwischen 1880 und 1930 rund 40 Millionen Menschen aus Europa in Länder eingewandert sind, die im Rest der Welt als Terra Nullius (leeres Land) galten.

    Seyla Benhabib: Kosmopolitismus im Wandel

  • i wander through each charter’d street

    I wander thro‘ each charter’d street, Near where the charter’d Thames does flow, And mark in every face I meet Marks of weakness, marks of woe.

    In every cry of every Man, In every Infant’s cry of fear, In every voice, in every ban, The mind-forg’d manacles I hear.

    How the Chimney-sweeper’s cry Every black’ning Church appalls; And the hapless Soldier’s sigh Runs in blood down Palace walls.

    But most thro‘ midnight streets I hear How the youthful Harlot’s curse Blasts the new born Infant’s tear, And blights with plagues the Marriage hearse.

    Anlass: „There is more understanding of the nature of capitalist society in a poem like ‚i wander through each charter’d street‘ than in three quarters of Socialist literature.“ (aus G. Orwells Essay ‚Charles Dickens‘)

  • Drei Zitate zur Zeit

    It’s simple: recalling history, we act in the present, for a future that can and will be much better.

    How to Stop Fascism. Five Lessons of the Nazi Takeover

    Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden.

    Fritz Bauer

    Welche Erzählung und vor allem: welche Durchsetzungsperspektiven können wir heute entwerfen? Die Jetztzeit als Umschlagplatz ist der Ort, an dem ein Machtkampf stattfindet, bei dem Erzählungen der Vergangenheit und der Zukunft austariert werden.

    Für eine Europäische Linke ohne Scheuklappen von Daphne Weber in den Blättern 7/2024

    Warum mich diese Zitate momentan zu bewegen scheinen, ist in der Frustration begründet, die anarchistische Texte, auch aktuell online veröffentlichte, bei mir auslösen.

    Es ist mir zu viel Rückschau und Sehnsucht nach einer guten alten Zeit des Bewegungsanarchismus, der Massen mobilisieren konnte, indem er Antworten auf die Fragen bot, die Menschen stellten. In dieser Zeit leben wir nicht, die Fragen sind andere, die Antworten möglicherweise auch.

    Aber Snyder, Bauer und Weber erinnern mich auch daran, dass Vergangenheit und Zukunft miteinander wechselwirken – in der Gegenwart. Jetzt: Die Zukunft muss erzählt werden, unter Rückgriff auf die Vergangenheit, aber nicht als deren Nacherzählung.

    Wenn ich also glaube, es müsse auch Texte geben, die aus der Vergangenheit in die Zukunft weisen, könnte ich sie ja schreiben.

  • crazy world

    »Seit wir das Album bei Spotify nicht mehr abspielen lassen, haben sich die Online-Sales verdreifacht. Durch die geringe Ausschüttung von Spotify pro Stream bedeutet das monetär eine Verhundertfachung der Einnahmen. Crazy World!«, so Patrick Wagner von Gewalt.

    “Kommst du mit in den Alltag”: Lebenswelten von Musikern