Schlagwort: Zitat

  • Pulsaren

    Komme ich zur Super-Nova, so ist er längst bei den Pulsaren.

    Max Frisch – Tagebuch 1966-1971

  • Europa gegen Amerika

    More leisure time, better health outcomes, greater equality and lower carbon emissions, all with broadly comparable productivity: Europeans can be proud of their model, argues Gabriel Zucman, director of the EU Tax Observatory.

    Le Monde: Gabriel Zucman, economist: ‚The idea of a sclerotic Europe facing a American El Dorado has little basis in fact‘

  • Vibe Content Producing

    Inhalte entstehen je länger je mehr nicht primär (sic!) durch lineares Schreiben, sondern im Dialog mit der KI durch Prompting, Kuratieren, Remixing und Feintuning. Die kreative Arbeit verschiebt sich von der reinen Ausführung hin zur Content-Regie. Wer Inhalte produziert, wird weniger Autor:in im klassischen Sinn und mehr «Creative Operator» – jemand, der Wirkung, Stimmung, Tonalität, Kontext und Grenzen setzt und die KI in schnellen Iterationsschleifen zum Ergebnis führt.

    Ich lasse das mal hier so stehen, weil ich die Auffassung natürlich respektiere und auch spannend finde, aber sie auch für blühenden Unsinn halte. Oder anders: je mehr Leute das machen, desto besser für uns.

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  • Gewöhnung

    Das klingt lesenswert: Das Ende der Demokratie, vorgestellt von Gunnar Sohn:

    Der Titel klingt nach großem Schlussakkord, nach dem endgültigen Fall des Vorhangs. Thompson aber ist interessanter: Sie zeigt das Ende als Prozess, als schleichende Gewöhnung an Ausnahmezustände.

    Die schleichende Gewöhnung ist eine unterschätzte Gefahr, der es im nächsten Jahr besonders zu begegnen gilt.

  • Zur Aktualität des Manifests von Ventotene

    Das ist für den Anfang eigentlich alles, was es braucht:

    Das führt uns zurück zu den materiellen Voraussetzungen, die schon Spinelli und Rossi im Manifest skizziert haben: ausreichendes Auskommen statt Almosen; Mitbestimmung über wichtige Entscheidungen, auch in der Wirtschaft; Beteiligung der Beschäftigten am erwirtschafteten Umsatz statt Gewinne für wenige; Vergesellschaftung statt Kapitalkonzentration; und letztlich eine Infrastrukturpolitik, die die gemeinsamen Güter, wie etwa Bildung und Erziehung, ausreichend finanziert.

    Aus: Für eine europäische Linke ohne Scheuklappen. Zur Aktualität des Manifests von Ventotene von Daphne Weber

    Das Manifest kann unter anderem hier gelesen werden.

  • „Offene Grenzen sind sehr wohl realisierbar“

    Ein Anfang wäre es, konkrete Alternativen hier und jetzt aufzubauen, Keimformen in den Nischen der Gesellschaft. Wir brauchen Wohnprojekte, Initiativen für die Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen und praktische Solidarität mit den Menschen, die hier gerade ankommen oder noch auf dem Weg sind.

    „Offene Grenzen sind sehr wohl realisierbar“ – Interview mit Fabian Georgi

  • Keim

    Eine Stärke des Begriffs »demokratischer Faschismus« ist, dass er beschreibt, wie Demokratien in Faschismus umschlagen können, weil sie den Keim faschistischer Entwicklung schon in sich tragen.

    Simon Grothe beim Jacobin über Zerstörungslust – Elemente des demokratischen Faschismus, das neue Buch von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey.

    Der Text macht nicht klar, was dieser Keim genau ist, dafür sollte man wohl das Buch lesen, aber Demokratie ist natürlich Herrschaft, woran das Beherrschen und Beherrschtwerden anschließt.

    Herrschaft verschleiert sich in der Demokratie gerne als Regieren, noch neumodischer als Governance, aber das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, um was es geht: Menschen zurichten.

  • Die neuen Zeitalter

    The Primeval Storm, 1883. Ragnarok: The Age of Fire and Gravel

    Das Buch Faschismuserfahrungen im Ruhrgebiet von Lutz Niethammer beginnt mit einem Brechtzitat, welches ich in einem meiner zu vielen Notizbücher notierte und erst jetzt wiederfand:

    Die neuen Zeitalter beginnen nicht auf einmal. Mein Großvater lebte schon in der neuen Zeit. Mein Enkel wird wohl noch in der alten leben.

    Es stammt, wie ich eben recherchierte, aus dem Gedicht DIE NEUEN ZEITALTER, hier veröffentlicht.

    Das Neue löst das Alte nicht ab. Was neu und was alt ist, steht selbst nicht fest, sondern ist möglicherweise Verhandlungssache, Thema von Kommunikation, Gegenstand von Widersprüchen, von Streit. Der iPhone-Moment war 2007, das iPhone-Zeitalter begann vielleicht schon 1907.

    Zugleich wissen wir nicht, welche Zeitalter bereits begonnen haben. Sind wir die Enkel, sind wir die Großväter?

  • die kur

    „If Morrissey says not to eat meat, then I’ll eat meat…that’s how much I hate Morrissey“

    Robert Smith

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  • Verlinkt: Mehr Verbieten!

    Aus Regulierungsperspektive ist interessant, dass das gesetzliche Verbot [..] in den meisten Fällen eine bürokratiearme Form der Regulierung ist.

    Stefan Kühl: Mehr Verbieten!

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