Kategorie: Verlinkt

  • Links am Sonntag – 11.01.15

    Islamisierung als Kampfbegriff « starke-meinungen.de„Die Parole von der „Islamisierung“ ist nicht bloß eine falsche Behauptung, nicht bloß eine Übertreibung. Sie ist der Versuch, die demokratische Ordnung, das „System“, zu delegitimieren, weil sie die „Islamisierung“ nicht stoppt oder sie gar fördert. So wurde die Parole von der „Verjudung“ von den Nazis verwendet.“

    Elf Thesen zu feministischem Aktivismus heute | Aus Liebe zur Freiheit„Politik ist heute nur noch in der ersten Person möglich, denn die repräsentative Politik ist kraftlos geworden. Deshalb ist die Zugehörigkeit zu Parteien oder Verbänden kein Ersatz für individuelle Beteiligung und Aktionismus.“

    Die Neunziger sind zurück„Geschichte wiederholt sich nicht. Sagen Historiker. Doch wenn man mal genauer hinschaut, gibt es Muster und Parallelen in der jetzigen xenophoben, islamophoben und rassistischen Debatte, die sehr an die Vorgänge am Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger Jahre erinnern.“

  • Links am Sonntag – 23. November 14

    I’m Terrified of My New TV: Why I’m Scared to Turn This Thing On — And You’d Be, Too„The TV boasts a “voice recognition” feature that allows viewers to control the screen with voice commands. But the service comes with a rather ominous warning: “Please be aware that if your spoken words include personal or other sensitive information, that information will be among the data captured and transmitted to a third party.” Got that? Don’t say personal or sensitive stuff in front of the TV.“

    Bitte keinen Journalismus | Mit anderen Worten„Früher hatte ich zwei Berufe: Werber und Journalist. Heute nur noch einen: Werber. Nicht weil ich kein Journalist mehr wäre. Sondern weil Journalismus immer mehr zur Werbung wird. Fünf Gründe dafür.“

    Erstaunlich unspektakulär | überschaubare Relevanz„Eine Belästigung ist alles, was ich mit einem Menschen mache, das ihn belästigt. Ich gebe anderen nicht vor, was sie belästigt, sondern ich muss sie fragen, und wenn sie es mir sagen, nehme ich es zur Kenntnis, und diskutiere nicht drüber, ob sie sich nicht vielleicht täuschen und in Wahrheit völlig unbelästigt sind.“

    Unsere Verfassungspflicht, Katholizismus auszuhalten„Verfassungsrecht bewährt sich dort, wo es darum geht, dem Anderen Anerkennung und Entfaltungsspielraum zu verschaffen, dem Anderen im Gegensatz zum Eigenen. Freiheit für das Eigene, für uns selbst und für das, was wir alle gut finden, ist billig zu haben. Aber das Andere, das von uns aus gesehen Außenliegende, das braucht robusten verfassungsrechtlichen Schutz, damit es nicht von uns passend gemacht und plattgewalzt und aus dem Weg geräumt wird, zu unserem eigenen Schaden. Das kann die Kunst sein, die wir nicht verstehen. Oder die Presse, die uns lästig wird. Oder die Wissenschaft, die unsere Gewissheiten erschüttert. Oder einfach mein kleines individuelles Ich mit meinen komischen Meinungen, Gewissensregungen, Intimitätswünschen. All das schützen wir, indem wir uns verfassungsrechtlich binden. Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, in der lauter Sachen gedeihen, die uns fremd sind.“

    The Last Revolution of the Inter-Network  „At the conclusion of the last revolution, the 1% will pull the ladder up behind them. They’ll be satisfied that human labor is no longer required to sustain their world. Optimization will be complete. „

  • Links am Sonntag – 26. Oktober 14

    500beine | Studio Glumm„Schon Mitte der Achtzigerjahre dokterte Lonnie, vielseitig talentiert, an einem Groß-Roman, einem Sittengemälde mit dem ebenso treffenden wie bombastischen Arbeitstitel Der Patientenplanet.“

    Apple’s Health App: Where’s the Power?„The Health app is literally dangerous, specifically to people dealing with/in recovery from eating disorders and related obsessive-compulsive behaviors. Obsessive weight tracking and calorie counting are classic symptoms. These disorders literally kill people. A lot of people.“

    8 Ways ‘Liberal Democracies’ Are Structurally Violent„In order to experience Western society as generally non-violent you have to be in a very specific structural position. In simple terms, in order to buy this shit you really have to be a cisgender, heterosexual, middle class, white, male citizen of a Western country.“

    Weekend Read: The Imminent Decentralized Computing Revolution„A mega-trend is brewing that could make bureaucratic hierarchies, middlemen and gatekeepers everywhere obsolete including social networks, banks, stock exchanges, electronic voting systems and even governments. It’s called decentralized computing, and it could fundamentally transform the way we connect to and exchange value on the Internet.“

  • Links am Sonntag: 12. Oktober 2014

    Kollaps des Kaputtalismus„Und es mag verwundern oder nicht – die lebendigste und klügste neomarxistische Szene gibt es derzeit in den USA. Wobei diese Szene in zwei Gruppen zerfällt: In ältere marxistische Wissenschaftler wie den Wirtschaftsgeographen David Harvey, dessen aktualisierte Marx-Lektüre beispielsweise auf Youtube schon mehr als eine Viertelmillion Zuseher fand und der allein in den vergangenen sechs Jahren sechs Bücher herausgebracht hat; und in junge, hippe Linke um die linke Zeitschrift „Jacobin“ und Kulturjournale wie „n+1“, ein Kreis, deren prominentester Vertreter etwa der Starliterat Benjamin Kunkel ist, der vor zehn Jahren mit seinem Roman „Unentschlossen“ beinahe über Nacht zur literarischen Sensation wurde.“

    Notiz an mich: Lesen.

    [priv] Wir wollen doch alle nur dasselbe – „Die Menge der Menschen, die im Netz “leben” (abgegrenzt von denen, die es “nur” nutzen, es aber nicht als einen essentiellen Teil ihres sozialen Lebens wahrnehmen), ist bei weitem nicht nur auf persönlicher Ebene in diversen Zwistigkeiten und Kämpfen verstrickt, sondern auch politisch, gesellschaftlich nicht auf einer Linie.“

    Why people believe things you don’t believe „once you realize how difficult it is to identify your own incorrect beliefs you can better empathize with people on the fringe, because they are stuck in the same predicament. They are just as trapped in their own war rooms, most of the time unaware that the map they use is, as psychologist Daniel Gilbert once said, a representation and not a replica.“

    Das geht in eine ähnliche Richtung wie der immer noch beeindruckende Text „How Politics Makes Us Stupid„.

    Now, „Voyager“: in praise of the Trekkiest „Trek“ of all„On Voyager, female authority was assumed and unquestioned; women conveyed sexual power without shame and anger without guilt. Even more so than Buffy, which debuted two years later, it was the most feminist show in American TV history.“

    Ich fand Voyager damals ja eher doof, weil es nach DS9 einen Schritt zurück zum alten episodenhaften Erzählen darstellte. Außerdem fand ich den Kniff mit dem in den Delta(?)-Quadranten geschleudert werden ziemlich billig. Und die Crew blieb für meinen Geschmack auch nach der ersten Staffel ziemlich fad. Aus heutiger Sicht finde ich das, was der verlinkte Text beleuchtet aber sehr bemerkenswert.

  • Links am Sonntag – 05.10.14

    In The Dark Knight, why didn’t they just paint the Joker as the scapegoat? – „The new legal order constructs a new narrative under which it subsumes the powers of superhero, rendering him superfluous, and relegates chaos to the asylum, where it is relabelled madness. The new order is opposed by the terrorist, who manifests as the repressed truth that there is no moral spectrum at all, there is only power. Bane is pure power, as is the social order. The only opposition to power is destruction.“

    Die Autorität der Gestrigkeit | Journelle – “ Wie gesagt, zuweilen ersehne ich den Untergang des Feuilltons oder zumindest den vollständigen Verlust der Autorität, mit der diese Leute ihre persönliche und gestrige Meinung reflektieren.“

    In Search of Manhattan’s Last Remaining Skybridges | Scouting NY: „I love Manhattan’s skybridges, the kind that connect two buildings over busy streets. They’ve always reminded me of a future New York as imagined in the early 1900s, a time when it seems everyone expected the city’s thoroughfares to ascend with the tallest skyscrapers.“

    21 Books That Changed Science Fiction And Fantasy Forever „Speculative fiction is the literature of change and discovery. But every now and then, a book comes along that changes the rules of science fiction and fantasy for everybody. Certain great books inspire scores of authors to create something new. Here are 21 of the most influential science fiction and fantasy books.“

    Doomed „Our intention in using Bandcamp for this compilation is to get new and local heavy music out to as many people as possible at no charge. Because Bandcamp limits the number of free downloads to 200, we will periodically purchase more. Please do not feel obligated to pay for this compilation in any way. Instead, redirect your dollars to the bands themselves. Click individual tracks for relevant links to support the bands. Thank you for making this thriving scene possible!“

  • Links am Samstag

    Manche schon was älter und also gut abgehangen:

    Klauspolitik » Blog Archive » Seid fruchtbar und spaltet euch. – „Was in der Politik passiert, passiert im wirklichen Leben. Was in einer Partei passiert, passiert im Grunde genommen gar nicht.“

    Ein bisschen Schminke für die CDU – „Die Junge Union hat keinen Kontakt zur Jugend, die Frauenvereingung nicht zu den Frauen, schon gar nicht zu jüngeren, die Mittelstandsvereinigung nicht zum Mittelstand. Diese Vereinigungen waren damals und sind heute erst recht reine innerparteiliche Karrierenetzwerke. um ihre Führungsmitglieder in die Spitzengremien der CDU, in die Parlamente und in Regierungspositionen zu befördern. Sie haben außerhalb der Partei keinerlei Bedeutung.“

    Krautreporter am Start – „Dass progressiver Online-Journalismus sich irgendwas designen oder programmieren lassen muss, ist 2014 eine verheerende Illusion, ein kostspieliger Mythos, esoterische Selbstverwirklichung-durch-Laien-Typographie-und-Programmierung, ja schon fast eine kollektive Branchen-Zwangsstörung.“

    Feuilleton vs Onkelz: Guter Pop, böser Pop – “ Das Problem mit den Böhsen Onkelz war und ist jedoch nicht die temporär problematische politische Einstellung. Die Frankfurter Band diente und dient vielmehr als Stellvertreter für das Proletariat und dieses ist, wie der Bildungsbürger zu wissen meint, rassistisch, prollig und dumm. Gute Voraussetzungen also, um sozialchauvinistisch vom Leder ziehen zu können und mit den Böhsen Onkelz bzw. ihrer Anhängerschaft als Projektionsfläche den Hass auf das kulturlose Gesindel auszuleben. Übrigens ein Phänomen, das sich im linken Milieu öfter beobachten lässt. Gute (Pop-)kultur versus schlechte (Pop-)kultur, wir gegen die, der engagierte Student gegen den unpolitischen Arbeiter.“

    VersoBooks.com – „Public power is losing legitimacy. A mutual suspicion has developed between the authorities and the citizen.“

    Richtig oder falsch? – „Grundrechte sind in erster Linie Abwehrrechte gegen den Staat, die den einzelnen schützen, wenn Mehrheiten übergriffig werden – wenn etwa einzelne abweichende und fremde Vorstellungen davon haben, wie sie ihr Leben führen wollen. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das das französische Burkaverbot bestätigt, dreht dieses Verhältnis um: Plötzlich soll es ein Recht darauf geben, in einem „das Zusammenleben erleichternden Raum der Begegnung“ zu leben – und dieses Recht schlägt die Religionsfreiheit und die Handlungsfreiheit von Frauen, die Burka tragen.“

  • Sind mal wieder ein paar Links fällig (14.06.14)

    Sechs übellaunige Bemerkungen zu Krautreportern | Christoph Kappes „Crowdfunding, in diesem exzessiven und professionellen Maß wie bei Krautreporter betrieben monetarisiert soziale Beziehungen zu Gunsten derjenigen, die ökonomische Ziele verfolgen.“

    Wem gehört mein digitaler Zwilling?„Die Idee unsere digitalen Zwillinge als unser Eigentum sehen zu wollen ist naiv und auch nicht zielführend. Denn die Kontrolle, die über den Eigentumsbegriff erzwungen werden soll, läuft in den meisten Fällen ins Leere: “Meine Daten gehören mir, Faceboogle!” rufen wir, worauf Faceboogle nur antwortet: “Ok, cool. Aber wenn Du meinen Dienst nutzen willst, dann müsstest Du mir Nutzungsrechte an den Daten geben.” Wir gewähren die Nutzungsrechte und alles ist wie zuvor.“

    Feynsinn » Wählt was ihr wollt„Die Konservativen, deren Wähler sich für Juncker entschieden haben wollen, sind jetzt gegen Juncker. Die Spezialdemokrateninnen und ihre Grünen Pfosten hingegen, deren Wählerinnen und Wähler® gegen Juncker waren, sind jetzt für Juncker und effektiv gegen Schulz, der inzwischen selbst für Juncker ist.“

    Why Germany Dominates the U.S. in Innovation„But the fairy tale that the U.S. is better at radical innovation than other countries has been shown in repeated studies to be untrue. Germany is just as good as the U.S. in the most radical technologies.“

    David Graeber: “Spotlight on the financial sector did make apparent just how bizarrely skewed our economy is in terms of who gets rewarded” – Salon.com„Well, the casual explanation is always consumerism. The idea is always that given the choice between four-hour days, and nine or ten-hour days with SUVs, iPhones and eight varieties of designer sushi, we all collectively decided free time wasn’t really worth it.“

    – taz.de„Sozialmissbrauch, so wird insinuiert, findet auf Seiten der Wanderarbeiter statt. Mit der Realität hat diese Sicht auf die Dinge allerdings wenig zu tun. Es gibt noch eine andere Art, wie die Sache mit dem Sozialmissbrauch zu sehen ist. Die nimmt jene Unternehmen in den Blick, die durch sozialen Missbrauch an Wanderarbeitern Profit machen; Unternehmen, die in Deutschland ansässig sind.“

    1984 contra Google « starke-meinungen.de„Google ist eine Bibliothek. Eine unfassbar große, unfassbar leicht zu bedienende, „universell zugängliche“ Bibliothek. Warum gilt für sie, was für keine andere Bibliothek außerhalb der Welt von „1984“ gilt? Warum gibt es für Google eine Pflicht zum Vergessen?“

    “Recht auf vergessen”: EuGH-Urteil stärkt Bezahlarchive der Presse und schafft Zwei-Klassen-Öffentlichkeit„Deswegen findet die Mehrheit der deutschen Presseverlage ein für die Presse- und Meinungsfreiheit schlechtes Urteil nicht schlecht: Weil es auf Kosten der Öffentlichkeit den Index von Google und jeder anderen noch kommenden großen Suchmaschine abwertet und die kostenpflichtigen Datenbanken der Presseverlage aufwertet.“

    Mit Bibel und Kanone – Freundlichkeit im Journalismus”Ich traf neulich eine Schulfreundin, die ein hohes Tier bei den Sozialdemokraten geworden war. Ich sagte: „Berufspolitikerin! Warum tust du dir das an?“ Sie dachte kurz nach und sagte: „Ich kann Leute über den Tisch ziehen, ich kann Indiskretionen verbreiten, Fallen stellen, Dummköpfe im eigenen Lager ausbremsen, Gegner ärgern – und das alles, damit am Ende das Richtige passiert. Ich kann das Böse tun im Auftrag des Guten.““

  • Links am Sonntag – 27. April

    Fast einen Monat keine Links mehr, da hat sich einiges angesammelt. Müsste ich mich auf einen Text beschränken, dann wäre das dieser hier, der immense Konsequenzen für  Politik, Medien und die Gesellschaft im Allgemeinen haben sollte:

    How politics makes us stupid – Vox: „But the More Information Hypothesis isn’t just wrong. It’s backwards. Cutting-edge research shows that the more information partisans get, the deeper their disagreements become.“

    Für alle, die aus dem Urlaub kommen (auch mich), könnte dieser Rat beherzigt werden:  „An dieser Stelle darf daher trotzdem der Aufruf nicht fehlen, Bilder unter freier Lizenz dort hochzuladen – denn die Commons sind mittlerweile die wohl beste Quelle gemeinfreier und unter freier Lizenz stehender Bilder und damit mindestens so wichtig wie die Wikipedia. Und ich weiß, dass ihr ständig Urlaub macht und dort auch mit hochauflösenden Digitalkameras Bilder macht. Teilt diese mit der Welt!“

    Und wenn ich mal Zeit habe (irre Lache), probiere ich das hier alles aus: „Es gibt bereits einen ordentlichen Baukasten an Instrumenten. Dazu zählt für mein Team: ScraperWiki, GitHub, R, Datawrapper, Tableau, Mapbox, OpenStreetMap, Datawrapper, OCR-Software u.a. Gerade haben wir eine Geschichte mit mehr als 10 Kollegen aus Europa veröffentlicht. Dafür haben meine Kollegin Alice und ich erstmals mit Detective.io gearbeitet.“

    Overwork And Its Costs: The U.S. in International Perspective:
    „In sum, we need to pay far more attention to the organization and distribution of work, not to mention its remuneration and purpose, than we currently do.“

    Pitbulls der Demokratie: „Leute, die manisch auf News-Websites gehen, sind grösstenteils sicher keine glücklichen Leute, erfüllt in Privat- und Berufsleben: Es sind Verlierer. (Ich gehöre dazu, an meinen Verlierertagen.) Und die empörten Kommentarschreiber sind zu weiten Teilen Menschen, die sich ewig für übervorteilt halten. Das ist kein Club, zu dem irgendjemand von Gelassenheit oder Verstand dazugehören will.“

    ZDF-Urteil: Staatsfern, aber nicht staatsfrei: „Wie stellt sich der Senat das genau vor? Wie will er insbesondere verhindern, dass die Politik über die berüchtigten “Freundeskreise” weiter informell die Gremienarbeit steuert? Das überlässt er kühl dem Gesetzgeber.“

    Allmende: Wir müssen nur wollen | Carta: „Helfrich zieht daraus den Schluss, dass dem allgegenwärtigen Markt möglichst viele Güter wieder entzogen werden müssen, um stattdessen frei und selbstbestimmt verwaltet zu werden.“

    Die Anthropodizee-Frage. Wer den Himmel leerräumt, schafft die Menschheit ab › Natur des Glaubens › SciLogs – Wissenschaftsblogs:  „Religionen – und nur Religionen! – vermögen Menschen in ausreichender Zahl zu dem Verzicht zu bewegen, den Familien mit mehr als zwei Kindern bedeuten. Wir kennen heute Dutzende religiöse Traditionen wie die orthodoxen Juden, Amish, Hutterer, Mormonen usw., die über Generationen hinweg kinderreich geblieben sind; aber keine einzige nichtreligiöse Population, Gruppe oder Gemeinschaft, die auch nur ein Jahrhundert lang die Bestandserhaltungsgrenze von wenigstens zwei Kindern pro Frau hätte halten können. Religiöse Traditionen können demografisch scheitern (z.B. auch durch allzu starren Familien-Traditionalismus); aber nichtreligiöse Populationen scheiterten bislang demografisch immer.“

    Die weltweite Informationstechnologie ist zunehmend kaputt. Wir bewegen uns gerade auf ein digitales Peak Oil zu. » Blog von Peter Piksa: „Um es auf den Punkt zu bringen: Die Sache wächst uns zusehends über den Kopf. Wir nähern uns langsam aber stetig einem Punkt, an dem die Wahrscheinlichkeit, daß kommenden Monat das nächste wirklich wichtige Ding kaputt geht, größer ist als die Wahrscheinlichkeit, daß wir unsere Totalschäden aus den Vormonaten reparieren können. Wir verlieren die Kontrolle.“

    Diverse Countries Do Better with Female Heads of State: „Countries with a lot of ethnic diversity generally show weaker economic growth than homogeneous countries. A new study, however, discovered a variable that strongly reverses the trend: women leaders.“

  • Links am Sonntag 30. März

    Enter The Blockchain: How Bitcoin Can Turn The Cloud Inside Out: „Suppose you replaced the Internet’s centralized Domain Name System with a blockchain for Internet names (like Namecoin) such that every DNS request included some proof-of-work effort. Or you used any blockchain (including Bitcoin’s) as anotary service. Or you built a new blockchain for crowdfunding. Or you replaced a centralized system which absolutely does need to be scrapped — that horrific barrel of worms known as TLS/SSL Certificate Authorities — with a blockchain-based solution powered at the browser level.“

    Via wirres.net

    Our Comrade The Electron : Webstock Conference Talk: „So let’s take people’s data, throw it on a server, link it to their Facebook profiles, keep it forever, and if we can’t raise another round of venture funding we’ll just slap Google ads on the thing.

    „High five, Chad!“

    „High five, bro!“

    That is the design process that went into building the Internet of 2014.“

    Auch via wirres.net

    Was das Scheitern der Piraten lehrt | Aus Liebe zur Freiheit: „Aber wie haben es die Parteien eigentlich früher gemacht, vor einigen Jahrzehnten, als sie allesamt noch männerdominiert waren? Ich glaube, damals hatten sie noch ein Korrektiv, und das hieß „patriarchale Autorität“. Macht allein kann keine politischen Prozesse moderieren, es braucht noch etwas anderes, und das waren früher „die großen Männer“, die Adenauers, Wehners, Brandts, Kohls, Fischers. Sie alle hatten nämlich nicht einfach nur Macht, sie hatten auch Autorität, auf sie hörten viele, und sie hatten es deshalb oft gar nicht nötig, auf ihre Macht zu pochen.“

    Intolerante Gutmenschen und die Alkis vom Helmi | wortwurm:  „Wenn ich am Helmi vorbei gehe, freue ich mich immer beim Anblick der vermeintlich Störenden. Sie bewahren einen letzten Rest von Durchmischung und zeigen der hier ansässigen Mehrheit konsequent den Mittelfinger. Diese aufrechte Haltung im Strudel allgemeiner Verdrängung nötigt Respekt ab.“

    Größe ǀ Erster Sozi in Silicon Valley — der Freitag: „Erst viel später wurde mir klar: Er hatte politisch resigniert. Der Frühmerker Glotz hatte erfahren, dass „die Beweglichkeit des Tankers“ eben doch nicht so groß war wie erhofft. Nach dem Machtverlust von 1983 flüchtete nicht nur der Fortschrittsgeist aus der SPD, auch die Bürgerrechte spielten kaum noch eine Rolle, die Öffnung zu den neuen Mittelschichten, zu den Eliten, zum vereinten Vielvölker-Europa misslang, am Ende blieb eine verschwommene soziale Gerechtigkeit als einziger Programmpunkt übrig.“

    ZDF-Urteil: Staatsfern, aber nicht staatsfrei: „Wie stellt sich der Senat das genau vor? Wie will er insbesondere verhindern, dass die Politik über die berüchtigten “Freundeskreise” weiter informell die Gremienarbeit steuert? Das überlässt er kühl dem Gesetzgeber.“

    Allmende: Wir müssen nur wollen | Carta:  „Helfrich zieht daraus den Schluss, dass dem allgegenwärtigen Markt möglichst viele Güter wieder entzogen werden müssen, um stattdessen frei und selbstbestimmt verwaltet zu werden.“

  • Links am Sonntag – 9.3.14

    Das hermetische Café: Den Wald vor lauter Wäldern nicht sehen„Man bedeutet mir ab und zu von mir gegenüber nachsichtig eingestellter Seite, nicht immer so grummelig zu sein.“

    Ein Einstiegssatz zum Niederknien.

    Im Hamsterrad – Online-Aktivismus brennt aus und bewegt wenig – Deus ex Machina„Zudem stellt sich die Frage, inwieweit Menschen die Selbstbezeichnung des Aktivisten wählen, und inwieweit Fremdzuschreibungen als Aktivist auch Delegitimierung bedeuten, damit Personen abgegrenzt werden können von anderen politischen Akteuren, Autoren, Experten und Wissenschaftlern. Ist eine Soziologin, die sich über Twitter in gesellschaftliche Debatten einmischt, schon eine Aktivistin? Wertet sie ihr politischer Einsatz auf, oder diskreditiert ihr Engagement ihre wissenschaftliche Expertinnenstellung?“

    Darüber wollte ich was schreiben, habe es aber nicht zusammengekriegt. Irgendwas über die Passivität einer Gesellschaft, die für politisches Engagement AktivistInnen kreiert.

    The Tragedy of Venezuela – Moisés Naím – The Atlantic“Even in tragedy, Latin America can’t compete,” a cynical friend told me. He was referring to the fact that the region’s poverty is not as grim as Africa’s, armed conflicts not as threatening as Asia’s, and terrorists not as suicidal as the Middle East’s.

    Die Stunde der Polit-Gaukler„Wer wie Sigmar Gabriel den Rechtsbruch Friedrichs als “höchst anständig und politisch vertretbar”verteidigt, ist allerdings nicht einen Deut besser.“

    Komplexität durch Verfahren: Niklas Luhmanns Aktualität in der Finanzkrise„Um zu verstehen, wie das möglich ist, muss man Luhmanns Büchlein gegen den Strich lesen, und dazu bietet sich seine Unterscheidung von Verfahren und Ritual an.“

    Ich ziehe meinen Hut vor jeder, die es schafft, ein Buch von Luhmann gegen den strich zu lesen

    Samstagslektüre„Wenn auch in Extremform zeigt die Geschichte, woraus das Arbeiten mit Computern heutzutage besteht: Work-arounds. Und dem ständigen Abwägen, ob man nicht gerade mehr Energie auf das Finden von Lösungen für Prozessprobleme findet als auf die eigentlich Aufgabe, ob es sich lohnt, strukturierte Grundlagenlösungen zu entwickeln (weil man sie öfter brauchen wird), ob strukturierte Lösungen überhaupt jemals möglich sind.“

    Sehr wahr. Die Kaltmamsell über diesen Text von Kathrin Passig.

    Einmal Frankfurt viel zu früh„Eine halbe Stunde später bin ich annähernd wach und mir ziemlich sicher, tatsächlich nie etwas von Frau Lewitscharoff gelesen zu haben. Fast bedaure ich das ein wenig. Ich lese eigentlich ganz gern die Ergüsse von Irren und würde sofort, wenn sich auch mir die Gelegenheit böte, bizarre und beleidigende Reden halten, am nächsten Tag alle Zeitungen kaufen und mich freuen. Einfach nur so. Aus Daffke.“

    Ein mir wohlvertrauter Impuls.

    Is the Internet good or bad? Yes.„By altering a message designed to encourage people to vote so that it came with affirmation from a person’s social network, rather than being impersonal, the researchers had shown that they could persuade more people to participate in an election. Combine such nudges with psychological profiles, drawn from our online data, and a political campaign could achieve a level of manipulation that exceeds that possible via blunt television adverts.