Vor zwei Tagen fabulierte ich sinngemäß davon, dass die aktuelle Krise die Causa Thüringen abgelöst hätte. Die jüngste Folge des Feuer und Brot-Podcasts erinnerte daran, dass tatsächlich Hanau und der endemische Rassismus in Deutschland die vergessene Krise ist. Die Episode ist unbedingt empfehlenswert, weil sie eben auch verdeutlicht, warum gerade mir gerade dieser Fehler unterlaufen kann.
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200320
Die erste Woche nach dem Urlaub war eine Woche im Zeichen des Homeoffice.
Ich habe die von vielen gelobte TV-Ansprache von Angela Merkel nicht gesehen. Nicht aus Unwillen: Erst habe ich sie verpasst und dann gefühlt so schnell alle Details aus Überschriften und Tweets vermittelt bekommen, dass es keinen Bedarf mehr gab.
Dass ich aber einmal Ansprachen des Bürgermeisters meiner Heimatstadt mit größter Ernsthaftigkeit verfolgen würde, hätte ich nicht gedacht.
Überhaupt scheint Ernsthaftigkeit in das politische Geschehen zurückzukehren: Noch vor wenigen Wochen mussten wir uns mit den Eskapaden der Faschisten von der AfD und der illiberalen Leichtmatrosen in Thüringen auseinandersetzen. Es ist bedauerlich, dass es einer Pandemie bedurfte, bis wieder ein anderer Ton herrscht. Ich hoffe, dass sich das auch in Wahlergebnissen niederschlägt und dass wir dafür ordentliche Wahlen abhalten können.
Bochum hat jetzt jedenfalls ein Ansammlungsverbot verfügt.
Noch nie gehört hatte ich von dem Magazin DRECK. Dabei kommt es aus Bielefeld. Nach 32 Jahren Pause ist jetzt die sechzehnte Ausgabe erschienen, das ist doch was. Mehr erfährt man beim Altpapier (ganz unten), bestellen kann man es hier. Und ich werde es bestellen, also nicht drängeln und nicht zuviel auf einmal, bitte.
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200315
Heute habe ich mir endlich Zeit genommen, mein Comixology-Archiv herunterzuladen. 118 Bände, davon gut ein Drittel Saga und ein Drittel The Walking Dead – alles gekauft vor allem in der Zeit, als ich ein iPad und die entsprechende App benutzte, also circa 2010 bis 2018.
Beunruhigend: Marvel und CD-Content ist da gar nicht bei. Hatten die eigene Apps? Bei Marvel habe ich einige Zeit deren Unlimited-Flatrate genutzt, das wurde dann aber zu einem derartigen Overkill, dass ich schnell das Interesse verloren habe.
Apropos Marvel: Ist die aktuelle Ruhephase was Marvel-Filme betrifft, nicht herrlich erholsam? Dass der anstehende Black Widow-Film wegen Corona nun abzusaufen droht, ist allerdings sehr bedauerlich.
Ein großes Vergnügen war die jüngste Episode des Reflektor-Podcasts, in dem Jan Müller von Tocotronic sich mit Musikern sämtlicher Stilrichtungen ausführlich unterhält. Seinen Gesprächspartner Stephan Mahler kannte ich nicht, seine Musik aber umso besser. Mahler war (und ist) nämlich umtriebiger Deutschpunk-Schlagzeuger, der für Slime, vor allem aber für diverse Jens Rachut-Bands wie Angeschissen und Dackelblut trommelte.
Morgen geht die Arbeit wieder los. Seien wir gespannt.
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200312
Wenig irritiert derzeit so sehr wie der Umgang von Fußballclubs mit dem Coronavirus:
Wir haben ein besonderes Angebot unseres Präsidenten für euch: Hans-Jürgen Laufer wird morgen zwischen 12 und 14 Uhr drei Fangruppen (max. 5 Personen) mit unserem T1-Bulli und einer Kiste @krombacher besuchen.
DSC ArminiaBielefeld (@arminia) March 12, 2020
Schickt uns eine Mail an spieltach@arminia.de und bewerbt euch.Man fragt sich: Warum? Warum bleibt ihr nicht einfach zu Hause und macht einfach gar nichts? Auch ich bin froh, dass das Spiel morgen stattfindet, meine Welt würde aber auch nicht zusammenbrechen, wenn es das nicht täte. Selbst wenn der Spielstand annulliert würde und Bielefeld nicht aufsteigt (keine Ahnung, ob das ein denkbares Szenario ist), würde ich das verkraften und denke, das kriegt mit etwas Mühe auch jeder andere hin.
Wir jedenfalls haben das mit dem zu Hause bleiben und nichts tun am heutigen letzten Urlaubstag ziemlich lange hingekriegt, jedenfalls ab 9:00 Uhr – vorher war hier nämlich ein Elektriker, der eine Deckenlampe fachgerecht montiert hat. Damit ist unser Umzug sozusagen abgeschlossen.
Außerdem habe ich heute etwas gemacht, was ich schon viel öfter hätte tun sollen: ein Buch einfach nicht weitergelesen. The Outside von Ada Hoffmann ist eine mittelmäßige Space Opera, die sich auf höchst ungruselige Weise Lovecraft-Elementen bedient. Die autistische Wissenschaftlerin als Hauptfigur hat leider keine darüber hinausgehende Persönlichkeit. Und da mir der Kindle die verbleibende Lesedauer bei rund vier Stunden taxierte, beschloss ich, dass mir die Zeit dafür zu schade ist.
Und was war heute stattdessen lesenswert?
- Christina Dongowski schreibt hier für das www-mag kundig in Sachen demokratischer Initiativen.
- Die (in unserem Viertel leider fast inaktive) Nachbarschaftsplattform nebenan.de bietet Kommunen ein Organisationsprofil kostenlos an. Ich bin zwar keine Kommune, fand das aber interessant.
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200311
Heute keine Verrichtungen, sondern ein weitgehend fauler Urlaubstag. Aber wir haben eine Hühnersuppe gekocht, also so richtig mit Suppenhuhn. Das war gut.
Außerdem habe ich gestern nach längerer Pause mal wieder die Singles von Sun Ra gehört und war von der stilistischen Vielfalt beeindruckter als je zuvor. Das war schon wirklich gute Musik.
Ebenfalls nach langer Pause höre ich mal wieder das Radiofeature Bandcamp Weekly. Das funktioniert immer noch besser, als alle Spotify-Algorithmen es vorgeben zu können. Ein Hoch auf DJ-Kultur, gute radio-hosts und menschliche Kuration im allgemeinen.
Heute gelesen, oder für die Lektüre rausgelegt:
- Ich las, um zu verstehen, und las, statt zu denken: manchmal denke ich, das tue ich auch.
- How Futurists Cope With Uncertainty: Futuristen haben ja bekanntlich keine Ahnung, aber beim Überfliegen fand ich den hier beschriebenen Algorithmus interessant.
- Der Strukturwandel der Öffentlichkeit seit 2000: anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens des Perlentauchers. Der Titel verspricht viel, ich bin gespannt.
Und gleich gucke ich einen Film. Stay tuned.
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200310
Der erste Urlaubstag zuhause, mit diversen Alltagsverrichtungen wie Großeinkauf und Wäsche waschen und – anders als im Hotel – selbst kochen.
Während einer Busfahrt aus Wattenscheid nach Weitmar knipste ich ein paar mal aus dem Fenster, weil das Wetter so vortrefflich zur Gegend passte. Und ich mag Regen!






Außerdem hörte ich endlich das schöne neue Album der Gruppe Die Sterne und fand mich besonders von dem Titel Du musst gar nix angesprochen.
Better Call Saul unternimmt in Episode 4 die zu erwartenden Verästelungen. Sicher die beste TV-Serie, die es derzeit zu sehen gibt.
Disney+ werde ich hingegen vorerst ignorieren – zumindest, bis es dort neuen Marvel-Content gibt. The Mandalorian interessiert mich nicht, weil mich Star Wars nicht mehr interessiert.
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Angekommen #Spiegelau20




Im Januar 2018 haben wir einen Skiurlaub im Bayerischen Wald, im schönen Städtchen Spiegelau gemacht. Damals stand ich zum ersten Mal auf Ski, überhaupt war das mein erster Winterurlaub. Wir fanden es so schön, dass wir uns vornahmen, hier jedes Jahr herzufahren.
Das hat nun leider im Folgejahr schon nicht geklappt, denn da hielt uns der Umzug von Berlin nach Bochum in Beschlag.
Jetzt sind wir aber endlich wieder in Spiegelau, erneut fast problemlos mit dem Zug angereist, im Februar/März anstatt Januar, entsprechend taut die Schneedecke gerade. Aber auf der benachbarten Loipe waren Fahrer zu sehen und sofort hätte ich mich am liebsten dazugesellt.
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200313

Das öffentliche Leben wird immer weiter heruntergefahren und ich bin gespannt, was überhaupt noch los ist, wenn ich Montag wieder arbeite.
Die Gesundheit meiner Ohren stand heute im Vordergrund, als ich in einer Hörprüfkabine (siehe Abbildung) Zahlen und einsilbige Worte nachsprechen musste. Die Ergebnisse sind … erwartungsgemäß.
Und sonst? Habe ich mich für die Kommunalwahl im September (fingers crossed, Corona) als Wahlhelfer gemeldet. Angestoßen durch den jüngsten Journaleintrag der Kaltmamsell.
Was war heute noch lesenswert?
- Race and Class – ich freue mich immer über Einblicke in die mir fremde aber interessante Welt der Pen und Paper-Rollenspiele.
- Slack – Vom Nutzen und Schaden von Fettpolstern – Stefan Kühl hat jüngst den sehr instruktiven (und dank des Hosts Andreas Hermwille auch unterhaltsamen) Podcast Der ganz formale Wahnsinn zum Thema Organisationssoziologie gemacht. Regelmäßig schreibt er aber auf für den guten alten Sozialtheoristen-Blog.
Weil das Geisterspiel Arminia – Osnabrück ausfällt, schaue ich nachher den Film Parasite.
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Die Zehnerjahre musikalisch Part IV
Ist das hier die Resterampe? Keineswegs, das hier sind vor allem die zwei besten Hiphop-Alben des Jahrzehnts – beides allerdings keine Überraschungen für Kenner des Genres, nehme ich stark an.
Triclops! – Helpers On The Other Side
Aber beginnen wollen wir mit den einzigen Vertretern härterer [[Musik]] in dieser Auflistung, Triclops!, von denen ich nicht das geringste weiß, außer, dass sie vollkommen überdrehten Progrock mit Punk-Einschlag, oder umgekehrt machen.
Kendrick Lamar – To Pimp a Butterfly
Was soll ich hierzu groß schreiben? Ein Meisterwerk. Man muss dieses Album hören und nochmal hören und nochmal und immer wieder hören. Es ist brillant und berührend.
Run The Jewels
Das erste Run The Jewels-Album hingegen war vermutlich keine lyrische Offenbarung, aber in Sachen Produktion und Reimkunst für meinen begrenzten Rap-Horizont eine Offenbarung. Außerdem das beste, wenn es um Motivation und Antrieb geht.
Radiohead – The King of Limbs
Achja, Radiohead. The King of Limbs ist für mich so etwas wie ihr Zen-Album, was vor allem die Live-Darbietung von Songs wie Bloom spüren ließ. Die From the Basement-Aufnahmen haben mir ungemein geholfen, das Album wirklich schätzen zu lernen.
Und dann war da noch Separator, der die Tradition überirdisch guter Schlusssongs fortsetzt – und den ich ohne Weiteres in die Top10-Radiohead-Songs einreihen würde:
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last.fm 2019
Wie an jedem letzten Tag des Jahres lasse ich auch heute das vergangene Musikjahr Revue passieren und nutze dafür mein Profil bei last.fm. Zu den älteren musikalischen Jahresabschlüssen geht es hier.
In diesem Jahr habe ich sehr unerwartet (den Anlass erinnere ich tatsächlich nicht mehr) nach vielen Jahren Guided by Voices wiederentdeckt. Und wenn man erst mal anfängt, die unzähligen Alben voll mit sehr vielen Songs, Songskizzen und Songfragmenten zu hören, dann kommt auch schnell eine stattliche Zahl zustande.
Früher hörte ich bevorzugt die etwas geschliffeneren GbV mit Songs wie The Best of Jill Hives oder Useless Inventions. In diesem Jahr lernte ich die Beatles des LoFi erst richtig kennen und schätzen und hörte die Alben Bee Thousand und Alien Lanes exzessiv.
Ebenfalls eine Wiederentdeckung nach langer Zeit: DJ Shadow. Der veröffentlichte dieses Jahr etwas neues, was mir zwar nicht gefiel, aber Anlass gab, die Endtroducing und vor allem die noch etwas ältere Kollektion früher Singles Preemptive Strike viel zu hören. Wahre Sampling-Meisterschaft.
Und die dritten im Bunde, was die Rückbesinnung auf Vergangenes betrifft, sind die Talking Heads. Für die gilt zwar nicht, dass ich sie lange nicht gehört hätte, aber zumindest habe ich mich 2019 besonders auf die drei Alben More Songs about Buildings and Food, Fear of Music und Remain in Light konzentriert- vor allem das wirklich herausragend gute letztgenannte.
Aus dem vielen Ambient, den ich in diesem Jahr gehört habe, sei ganz besonders die Kollektion Kankyō Ongaku: Japanese Ambient, Environmental & New Age Music 1980-1990 hervorgehoben und von ihr der klösterliche Zen-Track Ishiura; nicht umsonst mein meistgehörter Titel 2019:
Aus der Abteilung indierock geht die Krone an Fontaines D.C. aus Irland. Die hinterließen zwar keinen so bleibenden Eindruck wie Shame im vergangenen Jahr, sehen aber immerhin so aus wie Oasis Mitte der Neunziger:
Groß war die Freude in Kreisen, die sich noch für Noise Rock interessieren, über Black Midi: Kaum adoleszente Herren, die scheinbar mühelos an die alten Albini-Bands anknüpfen. Mich haute es nicht so wahnsinnig um, aber BMBMBM ist schon ein verteufelt guter Track:
Und hier nun also mit unumstößlicher Genauigkeit die Top50 der meistgehörten Bands und Künstler im Jahr 2019:
1 Guided by Voices 464 2 Talking Heads 219 3 Tortoise 183 4 DJ Shadow 164 5 The Caretaker 140 6 Billie Eilish 100 7 Beak> 94 8 Autechre 89 9 Broadcast 63 10 Cocteau Twins 63 11 Lower Dens 63 12 Talk Talk 62 13 Radiohead 60 14 Fontaines D.C. 57 15 Ben Rath 49 16 Lali Puna 48 17 Matthijs Kouw 45 18 Monolyth & Cobalt 45 19 Run the Jewels 45 20 Stereolab 44 21 Øjerum 43 22 Simon Pyke 43 23 Daniel K. Böhm 42 24 OG Keemo 39 25 Richard Ginns 39 26 Sun Ra 38 27 Clinic 37 28 black midi 36 29 Blur 34 30 Die Heiterkeit 34 31 Georgia Anne Muldrow 34 32 Kim Gordon 34 33 Moss Covered Technology 34 34 Autistici & Justin Varis 32 35 Kendrick Lamar 32 36 The Notorious B.I.G. 32 37 The Volume Settings Folder 32 38 Aphex Twin 31 39 Ian Nyquist 31 40 Ms. Lauryn Hill 31 41 Cicely Irvine 30 42 Mantle 30 43 OFFTHESKY 30 44 Joy Division 29 45 Bill Seaman 28 46 Die Nerven 28 47 Kummer 26 48 Daniel W J Mackenzie 25 49 Grimes 25 50 Lake Mary 25 Es folgen die Top20 der meistgehörten Songs und Titel:
1 Ishiura (abridged) Toshi Tsuchitori 16 2 Born Under Punches (The Heat Goes On) – 2005 Remaster Talking Heads 15 3 The Great Curve – 2005 Remaster Talking Heads 14 4 Boys in the Better Land Fontaines D.C. 13 5 Crosseyed and Painless – 2005 Remaster Talking Heads 13 6 Allé Sauvage Beak> 12 7 bmbmbm black midi 12 8 The Dao Is Achieved Through Discipline Matthijs Kouw 12 9 The Goldheart Mountaintop Queen Directory Guided by Voices 11 10 Teisco Beak> 10 11 Too Real Fontaines D.C. 10 12 Buzzards and Dreadful Crows Guided by Voices 10 13 Hot Freaks Guided by Voices 10 14 Tractor Rape Chain Guided by Voices 10 15 The Being-within-form Is The Mother Of The Myriad Things Matthijs Kouw 10 16 Houses in Motion – 2005 Remaster Talking Heads 10 17 Once in a Lifetime – 2005 Remaster Talking Heads 10 18 all the good girls go to hell Billie Eilish 9 19 when the party’s over Billie Eilish 9 20 wish you were gay Billie Eilish 9