Kategorie: Notiz

  • Nguyen | Mendieta

    There’s a feeling of calmness that I only get from art. 

    Celine Nguyen schreibt auf eine Weise über Kunst, wie ich es auch gerne könnte. Stattdessen bewundere ich einfach ihre Kunstfertigkeit so, wie sie die von Arthur Jafa bewundert. Die taz schrieb heute von der Ana Mendieta-Ausstellung in der Tate Modern, die wir vor ein paar Wochen ebenfalls anschauten.

    Ihre Siluetas, in die Erde gezeichnete Figuren, mit Blut, Feuer, Wasser oder Schießpulver aufgeladen und sodann wieder vergehend, beeindrucken mich deutlich mehr als beispielsweise die „Überwältigungskunst durch Riesenhaftigkeit“ von Jaume Plensa.

    Ich notierte dazu: der Dresden Kodex, Ausgabe 13 des Heresies Magazine, in der Mendieta sich gegen die Vereinnahmung durch den Second Wave Feminism aussprach. Wie die afrikanische Diaspora, entstanden durch den Sklavenhandel in der Karibik, ihre Götter hinter katholischen Heiligen tarnte – Santería und Vodùn, oder: Vodou.

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  • vrwrfn

    Jean de Bosschère: „This Is a Real Voyage“, aus Weird Islands, 1921. Internet Archive / California Digital Library, gemeinfrei, via Public Domain Review.

    Ich sitze tagtäglich vor langen Texten, die ich überfliege, punktuell lese, zusammenfassen lasse, in Readwise speichere, einfach durchlese oder verwerfe. Nie habe ich das Gefühl, ich sollte das alles lesen. Im Regelfall liegt mir so ein Text ja bereits aufgrund meiner Filtersouveränität („Bubble“) vor, so dass eine grundsätzliche Relevanz, ein Interesse meinerseits, unterstellt werden kann. Näher liegt also: Ich wollte das alles lesen (hätte ich die Zeit, das spezifische Interesse etc.).

    So eine Transaktion, in der jemand etwas schreibt, was ich dann lesen soll, gibt es eigentlich nicht und die Fiktion scheint ein Phänomen des ehrenamtlichen Publizierens („Bloggen“) zu sein.

    Ich verwerfe meistens, und wenn ich es tue, dann entscheidungsfreudig und rücksichtslos. Gute Texte sind rar, das hat aber kaum etwas mit Prompts oder LLMs zu tun.

    Keep Rowing.

    (Die Assoziation: Verwerfen -> vrwrfn -> Stunning -> stnnng)

  • taxonomies

    Eins meiner größeren Probleme beim Bloggen: Ich vergesse, was ich geschrieben habe und was ich daran anknüpfend eigentlich noch schreiben wollte.

    Das liegt auch daran, dass ich Kategorien und Schlagworte eher lax und wenn, dann pflichtschuldig vergebe: Die sinnfreien Fallback-Kategorien Allgemein und Uncategorized haben 109 bzw. 483 Beiträge. Das müsste mindestens zum Teil auch einer der diversen Umzüge und Artikelimports von sonstwo geschuldet sein. Ich habe aber auch verschwindend wenig Lust, mich hier um die „Bürokratie“ zu kümmern – das mache ich schon bei der Arbeit zur Genüge (und weiß darum eigentlich, dass es sich lohnt); hier möchte ich reibungsarm losschreiben und niederschwellig veröffentlichen.

    Ein wenig habe ich mich nun aber doch wieder gekümmert, und Einstiegsseiten zu den Themen Gelesenes, Bewegtbild und Musik angelegt; das legt noch nicht die Themen der eher essayistischen Beiträge offen, aber ein Anfang ist gemacht.


    Titelbild: Alphonse Bertillon: Synoptic Table of Physiognomic Traits: Eyes, ca. 1909. The Metropolitan Museum of Art, gemeinfrei (CC0), via Public Domain Review.

  • Bye Bye Podcasts

    Heute habe ich AntennaPod vom Smartphone gelöscht, nachdem ich ein Backup der Bibliothek erzeugt habe (so viel Vorsicht muss sein). Podcasts zu hören nahm einfach zu viel Zeit in Anspruch, ohne für mich hinreichend Sinn zu stiften.

    Das gilt insbesondere für die diversen polit-journalistischen Formate, die ich gerne hörte. Das Wissen darum, was Merz, Klingbeil, Reiche und dergleichen wem gesagt haben, wer wann was wusste und nicht angerufen hat etc. hat für mich als Bürger dieses Gemeinwesens nüchtern betrachtet nicht den geringsten Wert jenseits von Unterhaltung und dem Gefühl, gut informiert zu sein (ohne es zu sein).

    Natürlich gab es noch viele andere Formate, die ich gerne hörte und vielleicht baue ich mir beizeiten auch einfach eine neue Liste an Podcasts auf, die ich in Zukunft hören werde. Einstweilen möchte ich es aber einfach mal ganz ohne probieren.

    Fediverse-Reaktionen
  • new standards are emerging

    Für die Wiedervorlage – aus Ole Reißmanns ausgezeichnetem Newsletter / THEFUTURE / The Models Outrun the Tinkerers:

    New standards are emerging, and I’ve started collecting them. Very much work in progress. Featuring the News Atom by Sannuta Raghu, Audience Data Commons by the News Product Alliance, Content Telemetry Standard by Alex Springer, Story Object Model, and more.

  • Notizen aus der Tagespresse

    Ich bin jetzt auch wieder bei Instagram, um ein wenig vom anhebenden Landtagswahlkampf mitzubekommen. Selbstverständlich unterhält niemand aus dem Kreis der Bochumer Kandidatinnen und Kandidaten ein auffindbares Profil im Fediverse. Wäre ja auch Unsinn: Weitgehend unreflektiert bleibt schließlich, dass die Linkspartei Berlin digital vollkommen unsouverän, nämlich auf Instagram und Tiktok gewonnen haben dürfte. Ferat Koçak soll seine Verlautbarungen sogar auf „X“ verbreitet haben. Schlimm. Aber morgen ist ja erster Sonntag im Monat, da dürfen sie dann auch „auf die gute Seite wechseln„. Passend dazu:

    Fritz B. Simon lenkt immer wieder den Blick darauf, dass Moralismus eine Machtstrategie ist: Jede öffentlich ausgetragene „Moralismus-Olympiade“, ob es nun um die Forderung nach dem Ausschluss Israels vom ESC gehe oder um die Frage, ob man noch Müllermilch trinken dürfe, sei ein Kampf um politischen Einfluss jenseits von Parteipolitik.

    Nina Apin in der taz über den Essay „Moralisieren: Waffe im Kulturkampf“ von Fritz B. Simon, der (interessant!) dabei Luhmanns Systemtheorie zur Anwendung bringe, so Apin.

    Ebenfalls in der taz (und dort im großem „literataz“-Teil) bespricht Hanno Rehlinger Philip Manows „Spaltungs­-linien – Europas Parteien­systeme und die De­konsolidierung des Nationalstaats“, das ich mit großem Interesse gelesen habe:

    Dieses Paradigma diene, so Manow, vor allem der „bürgerlichen Linken“, die „faktisch-praktisch einverstanden mit den spätkapitalistischen Verhältnissen scheint, die sie so grundlegend zu kritisieren glaubt“.

    Nicht einverstanden ist Tom Krebs, dessen Buch Kapital und Krise ich gerade lese (nach wohlwollender Besprechung im Salon der Neuen Zwanziger). Ob er sich mit dem Zitat „Die Gewerkschaften müssen mehr Marx wagen“ einen Gefallen tut, bleibt abzuwarten. Viel mehr nerven mich jedoch Sätze wie „Auch die Ampel hat wirtschaftspolitische Fehler gemacht“, weil sie der Rahmung des Richtigmachens zuspricht, die wiederum ein politisches Verständnis ausdrückt, welches nicht das meine ist. Keine Regierung wird keine Fehler machen.


    Titelbild: Frederick Burr Opper: „The Fin de Siècle Newspaper Proprietor“, in: Puck, Bd. 35, Nr. 887 (1894). Quelle: Public Domain Image Archive. Gemeinfrei.

  • Die Fauna

    Gestern schrieb ich an der Fauna, während dieser seltsame Film über Giraffen lief:

    Die Verrichtung der Arbeit versetzt die Fauna in Stillschweigen. Nicht lediglich Schweigen: Stillschweigen. Schweigen findet unter Anwesenden statt, die gemeinsam mit- und füreinander schweigen. Stillschweigen findet im Geheimen und Verborgenen statt. Es wird gewahrt. Bei jedem Verstoß droht Entdeckung.

  • Ein Buch zum Preis eines Hauses

    Ada Palmer in Inventing the Renaissance über die Kosten für Wissensträger der Vergangenheit:

    This is a period when a single manuscript book cost as much as a house, which is to say that a cheap paper manuscript cost as much as a cheap studio apartment

    Herrliche Aussagen, wenn es um die Wissensträger der Zukunft geht, die wir noch künstliche Intelligenz nennen. (Update: man sehe oder besser höre auch Folge 2 vom Kontextfenster-Podcast)

  • Ein Blick nach Bedburg

    Horst Schulte nimmt das Dossier Hitzeschutz in den Kommunen des Ruhrgebiets zum Anlass, nach entsprechenden Maßnahmen in seiner Heimatstadt Bedburg sowie dem Rhein-Erft-Kreis zu recherchieren. Dabei gehe es nicht lediglich um Hitzeschutz, sondern auch um Starkregenrisikomanagement, denn:

    Hitze ist nur eine Seite dessen, worauf sich unsere Städte einstellen müssen. Die andere haben wir in Bedburg im September 2025 ziemlich brutal kennengelernt.

    Weiter fragt Horst, warum es ein Portal wie transparent.ruhr nicht auch für den Rhein-Erft-Kreis gebe und die Antwort ist verzwickter als ich erst annahm. Die Stadt Bedburg hat nämlich nicht nur ein Ratsinformationssystem, wie Horst auch schreibt, sondern sogar eines mit OParl-API, wie man anhand der URL https://ratsinfo.bedburg.de/webservice/oparl/v1.0/system erkennen kann.

    Über die darin angegebene https://ratsinfo.bedburg.de/webservice/oparl/v1.0/body finden sich wiederum die Verweise, um an die Unterlagen (papers), Sitzungen (meetings) und Beratungsfolgen (consultations) zu gelangen. Das ist genau der gleiche Aufbau wie in Bochum.

    Das Problem: Die robots.txt von ratsinfo.bedburg.de verbietet alle automatischen Abrufe. Daher hat der automatische Sammler des RIS-Registers für Bedburg nichts abgerufen und konnte weder Hersteller noch OParl-Schnittstelle selbst bestätigen. Für die übrigen Kommunen des Kreises scheint sich das ebenso darzustellen, hier nur als Auswahl:

    Dies ist möglicherweise eine politische Entscheidung, wahrscheinlicher aber eine Standardeinstellung, die seitens des oder der kommunalen IT-Dienstleister(s) nie infrage gestellt wurde. Ich empfehle, in solchen Fällen als erstes bei der Verwaltung nachzufragen, ob man nicht einfach den Schalter umlegen mag, wie ich hier im Schlusssatz schrieb. Gibt es dort Beharrungskräfte, könnte der Weg über Parteien bzw. Fraktionen oder eine Anregung gemäß § 24 der Gemeindeordnung NRW eingeschlagen werden.

    Entsprechende Initiativen unterstütze ich gerne, zumal mich auch sehr interessiert, wie aufwändig so eine Umstellung (einer Zeile in einer Textdatei) tatsächlich wäre.

  • organic fun

    Landschaftsbau Strassenbau; er wünschte sich eine Strasse ohne Schrift, eine Stadt ohne Botschaft. Megaplay. Combination Activity. Ein Land ohne Sprache. Organic Fun. Zur Postkutsche rauchen sie vor der Tür und bewahren ihren Stolz. Honey Hair. Wird hier jemals keine Baustelle sein? Hörakustik.

    Wechselnder Mittagstisch. Darten, Knobeln und Klönen. Dein Geheimnis für Cremigkeit. Textilreinigung – Enjoy. Fliesen und Baustoffe. Abholservice. Ready to create.