Die Stadt Bochum verschlechtert ihr ÖPNV-Netz durch die Streichung von Buslinien. Die seien überwiegend nicht besonders stark ausgelastet, wie die WAZ aus der Beschlussvorlage zitiert, aber verbessern wird die Maßnahme den Ruf des öffentlichen Personennahverkehrs sicher nicht.
Die WAZ weiter:
„Insgesamt summieren sich die Einsparungen laut der Vorlage auf knapp 912.000 Euro im Jahr. 2025 hat die Bogestra knapp 95 Millionen Euro Verlust gemacht“
Man spart also in Bochum (die Bogestra betreibt auch den öffentlichen Personennahverkehr in Witten und Gelsenkirchen) und im ersten Jahr 0,96 Prozent dieser Verluste ein. Das dürfte allenfalls symbolischen Charakter haben, wie ich im Social Network of Choice bereits schrieb, und könnte Anlass sein, zu erwägen, ob öffentlicher Personennahverkehr überhaupt in Kategorien wie Gewinn und Verlust gedacht werden sollte.
Die Belehrung, dass das mit unseren Haushalten und der Finanzierung der Mobilität nun einmal so geregelt ist, wie es geregelt ist, folgte prompt, und zweifelsfrei muss man jetzt Antworten finden, aber …
(nur mal laut gedacht)
… wenn man ein Element der öffentlichen Daseinsvorsorge, das überwiegend schon nicht als besonders leistungsfähig angesehen wird, fortwährend als defizitär beschreibt und immer wieder neuem Spardruck aussetzt, perpetuiert man dann vielleicht ein Bild von Staat und Politik, welches auch zu Wahlergebnissen führt, wie wir sie jüngst wieder und in besonderem Maße beklagen?
Müsste sich nicht doch vielleicht endlich mal die Politik der, nennen wir sie eben Mitte, von ihren ausgetretenen Pfaden des das ist nunmal so geregelt und des das haben wir schon immer so gemacht verabschieden und, nur als Beispiel, öffentliche Leistungen einfach – trotz Krise! – verbessern, anstatt sie zu verschlechtern?
Zeugte das nicht von Gestaltungswillen und Kompetenz, von sozialer Politik für dich und, um im konkreten Beispiel zu bleiben, klimagerechter Verkehrspolitik?