Kategorie: Verlinkt

  • Ein paar Links

    Ich hab’s noch nicht gehört, aber was darüber geschrieben wird, macht hellhörig:

    Was die vier Bandmitglieder von Schimmel über Berlin vorgelegt haben, klingt, als hätten sie einfach mal so ein perfektes Punk-Album eingespielt.

    Vojin Saša Vukadinović in der „Jungle World„, der auch sehr interessant die dazugehörige ADK (Allee der Kosmonauten)-Szene tief im Berliner Osten schildert. Vor Jahren saß ich mal in Marzahn in einem Proberaum und hörte einer Band zu. Keine Ahnung, ob das dort war; wahrscheinlich nicht.

    Das Album „Eisenmund“ gibt es natürlich bei Bandcamp.


    DAS GRAMM ist ein Magazin für Kurzgeschichten, welches alle paar Wochen einfach eine neue Ausgabe in einem kleinen Umschlag auf den Postweg bringt, über die ich mich dann sehr freue:


    Im Corporate Therapy-Podcast hatten sie die Tage die kluge Marie Kilg zu Gast und sprachen darüber

    „… wie KI auch anders wirken kann, etwa als Moderations- und Auswertungswerkzeug für bessere Diskussionen, inklusive unserer kleinen Habermas-Maschine im Unternehmensalltag.“

    In diesem Kontext kam auch das Paper AI can help humans find common ground in democratic deliberation zur Sprache, das ich bereits vor einigen Monaten zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht gelesen hatte. Mutmaßlich kam mir die Idee, KI in demokratischer Deliberation einzusetzen, abwegig vor. Nachdem sich meine Meinung zu KI mit Jahresbeginn grundlegend geändert hat, nehme ich mich selbst dem Befund der Autorinnen und Autoren gegenüber deutlich offener wahr. Interessant, wie sich Haltungen verändern.

    Ebenfalls thematisiert wurden die mir seit einer Weile bekannten Demokratieexperimente aus Taiwan, die inzwischen offenbar unter dem Label Plurality firmieren. Von ihnen gibt es ein gleichnamiges Buch, kostenfrei bei GitHub verfügbar, welches ich mir in den E-Reader gelegt habe.


    Abschließend ein Resultat meiner Vibecoding-Experimente: Der Nordrhein-Westfälische Landtag verfügt offenbar weder über einen RSS‑Feed noch über eine API, sondern verschickt lediglich einen Newsletter. Aus diesem befüllt mir nun ein n8n-Workflow dieses Portal, welches zudem einen RSS-Feed erzeugt; das hilft vielleicht nicht nur mir bei der Arbeit.

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  • Tobias Gruben

    Guck, die Dokumentation ‚Die Liebe frisst das Leben: Tobias Gruben, seine Lieder und Die Erde‘, über die ich vor sechs Jahren schrieb, gibt es jetzt bei YouTube in voller Länge:

  • Hi Freaks

    Kurz: Das öffentliche, textbasierte Social Media ist weiter auf dem absteigenden Ast. Für Freaks gibt es die Möglichkeit, zu bloggen, aber insgesamt verschiebt sich das Ganze dann doch eher in die privaten Kanäle.

    Eine in jeder Hinsicht empfehlenswerte Ausgabe von Aus dem Internet-Observatorium #160

  • Dortmunder Griechen

    Eine spannende Ausstellung sieht SZ-Kritiker Max Florian Kühlem im Hoesch-Museum in Dortmund: Drei Monate tauchten die Fotografen Jürgen Spiler und Thomas Strenge im Jahr 1976 in das Leben der griechischen Gastarbeiter-Community ein. Die Fotos sollten damals ursprünglich bei den Dortmunder „Auslandskulturtagen“ ausgestellt werden, wurden dann aber aus dem Programm genommen, so Kühlem, die Fotos waren dem damaligen Bürgermeister nicht „positiv“ genug.

    Via Perlentaucher

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  • Radikaler Linksliberalismus

    Robert Misiks Plädoyer für einen radikalen Linksliberalismus in den „Blättern“ März 2026 holt mich auf fast unangenehme Art gut ab, fasst der Autor die Kritik an den zwei Polen, zwischen denen ich schwanke, Linksliberalismus und „Linkspopulismus“, Moderation und Radikalität, doch exzellent zusammen.

    Vor allem der laue, gemäßigte, vernünftige Linksliberalismus, man könnte auch sagen „die Ampel“, wird gut getroffen: seine Kapitulation vor den Realitäten, die Erstarrung im Status quo, die Ideenlosigkeit.

    Ich würde meine derzeitige Positionierung zwar nicht als linkspopulistisch bezeichnen, erkenne die Kritik aber wieder, etwa den Hang zur Vereindeutigung der Welt, den ich in den zahllosen Ismen erkenne, die sich alle gegenseitig bewirken sollen. Schlimmer noch ist die regressive Linke, die Anträge gefühlt nur noch zum Zweck des anschließenden Insta-Reels beschließt.

    Misik weiter:

    Der Königsweg wäre so etwas wie ein »radikaler Linksliberalismus«, wenn es denn so etwas gäbe.

    Und das ist in der Tat die Frage: Gibt es so etwas? Wie sähe das aus? Sicher nicht wie eine „Ampel plus“, schon alleine, weil ein radikaler Linksliberalismus, wie ich ihn verstehe, nicht durch Parteien vertreten werden könnte, die Repräsentanten in Parlamente schicken. Repräsentation ist Teil des Problems, vielleicht sogar der Kern. Wie ich gerne sage, sollte man in der Begriffskopplung „repräsentative Demokratie“ (oder besser: „demokratische Repräsentation“) einfach weniger Repräsentation wagen. Gewissermaßen echte Bürgerräte (ohne Zufallselement).


    Titelbild: Beaumont Machine for Digging Tunnels in Soft Rock,1867. Aus Grands Tunnels et Railways Metropolitains , Les Nouvelles Conquêtes de la Science

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  • Verlinkt: Jenseits der Gleichstellung

    Wir sollten mit dem Herumdoktern an den Symptomen aufhören und uns der Krankheit selbst zuwenden: der gegenseitigen Unverträglichkeit von Parlamentarismus und weiblicher Freiheit.

    Jenseits der Gleichstellung von Antje Schrupp, erschienen in der aktuellen Ausgabe der „Blätter“ …, die mich ja mit ihrer glühenden Verehrung der Repräsentation mitunter auch anstrengen. Umso wohltuender fundierte Repräsentationskritik, wie sie kaum jemand besser beherrscht als Schrupp; allenfalls die zitierte Simone Weil, die, so Antje Schrupp, „1943 in einem Plädoyer für die Abschaffung der politischen Parteien argumentiert[e]“.

    Und was könnte schöner sein?

  • Vernunft

    Die Grundgesetzänderung zur Einschränkung des Asylrechts gegen Ende 1992 begriff er als Ausdruck einer „Mentalität des Wohlfahrtschauvinismus“. Er protestierte dagegen in den Printmedien und in persona als einer der 350.000 Demonstranten am 8. November 1992 in Berlin.

    Jürgen Habermas ist tot.

    Eben erst in Dirk Baeckers Digitalisierung gelesen:

    Bei Jürgen Habermas tendiert alle Kommunikation, gibt man ihr unter Verzicht auf jeden Zwang genügend Zeit, zur »Vernunft«, bei Michel Serres, je nach parasitärem Geschick, zum »Netzwerk« und bei Luhmann, abhängig von produktiven Zufällen, zum »System«.

  • Streik

    Eine Legalisierung des politischen Streiks und Generalstreiks würde also gleichzeitig mit dem Erbe eines faschistisch vorbelasteten Arbeitsrichters aufräumen und den Gewerkschaften ein historisch bewährtes Instrument »wehrhafter Demokratie« an die Hand geben.

    Klingt nach einem sinnvollen Programmpunkt für die Sozialdemokratie: Wer die Demokratie retten will, sollte den politischen Streik legalisieren

  • „… was Theweleit schon vor rund fünfzig Jahren beschrieben hat“

    In ‚Männerfantasien‘ argumentiert er, dass militarisierte Männlichkeit häufig eine Abwehr von Verletzlichkeit ist. Bedrohlich wirkt dabei das, was kulturell mit dem Weiblichen verbunden wird – etwa Emotionalität oder Ambivalenz -, weil manche Männer darin eine Gefahr für ihre eigene Kontrolle erleben.“

    So der Perlentaucher über ein Gespräch des Soziologen Alexander Yendell mit Melanie Mühl von der FAZ.

    Den Theweleit musste ich ob seines Umfanges letztes Jahr zurück in die Stadtbibliothek bringen, ehe ich ihn durchgelesen hatte. Zeit, ihn weiterzulesen.

  • Aus der Verweisstruktur des Netzes wird eine Extraktionslogik. Texte werden nicht mehr gelesen, sondern ausgebeutet, ihr Kontext verschwindet im Antwortformat.

    Leitmedium: Das drohende Ende von Open-Source-Projekten durch LLMs am Beispiel von Tailwind CSS