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  • 11.3.19: Zugfahrt-GAU und Ambient

    Nach gut einem halben Jahr des Pendelns ist mir heute (eigentlich Samstag bei der Buchung) der denkbar blödeste GAU unterlaufen: Versehentlich hatte ich eine Fahrt in die falsche Richtung erworben, also von Berlin nach Bochum und nicht umgekehrt. Stornieren ließ sich kurzfristig in der DB-App nichts mehr, also kaufte ich die richtige Verbindung, die aber erst zwei Stunden später eine Reservierung zuließ.

    Dann in einem knallvollen Zug (es gab wegen des Sturms wohl noch zahlreiche Ausfälle auf anderen Verbindungen) gesessen, der auch noch dem Nadelöhr Hamm zum Opfer fiel, wo rund 45 Minuten auf den zweiten Zugteil gewartet werden musste. Zu Hause blieb dann nur Zeit für Einkaufen, Hausarbeit und wenige Umzugsvorbereitungen.


    Monat für Monat kuratiert Ari Delaney die besten Ambientalben, die bei Bandcamp erschienen sind – und zwar so, dass fast immer was dabei ist. Hier der Roundup für Februar. Wie er dabei eine der für meine Begriffe unzugänglichsten Musikformen in Worte kleidet, verdient höchste Anerkennung. Aus dem schon hohen Output des Bandcamp Daily-Magazins (so nenne ich es jetzt einfach mal) die stets lesens- und hörenswerteste Rubrik.


    Zuckerberg’s essay is a power grab disguised as an act of contrition. Read it carefully, and it’s impossible to escape the conclusion that if privacy is to be protected in any meaningful way, Facebook must be broken up.

    Die MIT Technology Review über Zuckerbergs Privacy-Pamphlet

  • 4.3.19: Die Heiterkeit

    Noch drei Tage im alten Job, dann Resturlaub/Umzug, dann Neustart in NRW – stay tuned.

    Was auch gut ist: Es gibt ein neues Album der Gruppe Die Heiterkeit, von denen mich Pop & Tod I & II schwer begeisterte. Hier die Single Jeder Tag ist ein kleines Jahrhundert:

  • 23.2.19: Duisport

    Heute wollte ich nach Duisburg zum Hafen gucken. So richtig viel gabs nicht zu sehen, vermutlich müsste man sich besser auskennen, eine Führung machen oder einfach mehr Zeit mitbringen. Wir sind schon eine ganze Weile um den kleineren Innenstadthafen herumgegangen, bevor wir im richtigen Industriehafen ankamen und sind, was das Laufen und Wandern betrifft, wohl ein wenig aus der Form.

  • 13.2.19: Textfiles!

    Heute überkam mich einmal mehr das Nerdtum – speziell die Eingebung, meine textbasierte Infrastruktur auf reine Textdateien (also *.txt) umzustellen. Konkret und in verblüffend kurzer Zeit:

    • sammle ich jetzt meine To-Dos mittels todo.txt. Eine schlanke Windows-Anwendung (ebenso gut könnte ich in einem Texteditor arbeiten, wenn ich die Syntax kenne), eine kleine Android-App und das ganze synchronisiert via Nextcloud.
    • Für Notizen und Texte unterschiedlicher Menge probiere ich einmal mehr Zim Wiki aus, eine textfile-basierte Wikisoftware. Hier besteht die Herausforderung vor allem darin, endlich Notizen aus (viel zu vielen) verschiedenen Quellen an einem Ort zu bündeln.

    Außerdem probiere ich seit ein paar Tagen hypothes.is aus, mit dem sich Websiten und PDFs(!) im Browser annotieren (sowas wie ein digitaler Textmarker) und kommentieren lassen. Funktioniert sehr gut. Nur muss ich meine Hervorhebungen und Anmerkungen wohl händisch in Textfiles kopieren. Textfiles!!1

  • Stephan Schuhmacher – Zen

    Entliehen aus der Stadtbücherei Bochum. Mein – mildes – Interesse an Zen begann mit der Lektüre der John Cage-Biographie im letzten Jahr.

    Seitdem habe ich fast nur Bücher gefunden, die Zen auf Esoterik, Lotusblüten auf dem Titel und Seelenheilsversprechen beschränken. Schuhmacher stellt Zen hingegen als anspruchsvolle Philosophie und Lehre vor – zumal für den Westen, der soviel Wert auf Individualität und das Selbst legt.

  • 29.1.19: Fontaines D.C. und Soziologie

    Endlich wieder zweite Liga: Gerade läuft das Revierderby Bochum – Duisburg. Und morgen spielt die Arminia in Dresden.


    Beim Popblog empfehlen sie Fontaines D.C. Gefällt mir sehr und die bisher veröffentlichen Singles(?) wurden prompt gekauft. Das Debütalbum soll im April erscheinen.

    Seit Tagen (Wochen?) grübele ich über diesen Text über soziale Medien und Politik, schreibe Notizen und Entwürfe und habe mir sogar diesen soziologischen Text von zweien meiner Dozenten an der Uni Bielefeld rausgesucht, um ihn nochmal zu lesen. Auch Stefan Schulz‘ jüngste Talkradio-Episode passt zum Thema. Macht Spaß, wenn auch bald mal etwas dabei rauskommt.

  • 23.1.19: Epiktet und Yello

    Weil es hier dringend anempfohlen wurde, habe ich mir das Büchlein von Epiktet wieder rausgesucht, das auf deutsch den merkwürdigen Titel Handbüchlein der Moral trägt. Der hat mich bislang stets von der Lektüre abgehalten. Auf englisch heißt es offenbar The Manual. Das hat mal was:

    The Manual is the double espresso of stoicism.

    Außerdem heute viel über Musik gelesen; James Blake, Die Türen und – für mich neu und nicht schlecht – Klaus Johann Grobe. Die kommen aus der Schweiz und ich wurde gewahr, dass ich noch nie Musik aus der Schweiz besessen habe. Bewusst kenne ich nur Yello und musste mir sofort The Race anhören, weil es so gut ist:

    Bei Minusgraden friert mir immer die Gangschaltung am Fahrrad ein, so dass ich es lediglich bis zum S-Bahnhof schaffe. Also besitze ich derzeit mal wieder eine Monatskarte und nehme am öffentlichen Personennahverkehr teil. Nach wie vor eine eher freudlose Erfahrung.

  • write.as: Vom Schreiben

    Ein schöner Text über das Schreiben, gefunden auf einem write.as-Blog nämlich dem eines gewissen Count Fenrig:

    What finally clicked and allowed me to move forward, at least so far, was surprisingly simple: I had to find ways to allow myself to be terrible.

    Und:

    Ultimately the magic bullet for me to start writing for real is to realize that no matter what I do, someone will dislike it.

    write.as versteht sich als eine Indieweb/Fediverse-Alternative zu Medium. Ich habe einfach mal den Full Feed aller write.as-Blogs abonniert. Noch nicht zuviel und jede Menge neuer, oft interessanter Content von mir unbekannten, oft anonymen Leuten.

  • 16.1.19: Grünkohl und „Titans“

    Heute nahm ich an Arbeitskreissitzungen im Haus der Wirtschaft in West-Berlin teil. 70er-Jahre-Bausubstanz am Ernst-Reuter-Platz kaum zehn Minuten von meinem Noch-Wohnort entfernt.

    Die Mittagspause verbrachten wir in der Kantine der nahegelegenen Bundesbank (wo ich vor rund vier Jahren ein gefühltes Kilo Kleinstgeld in Scheine wechselte) und wo ich – das ist tatsächlich etwas besonderes – Grünkohl aß. Nicht so gut wie selbstgemacht, was gut ist, weil es heißt, dass der selbstgemachte gut ist.

    Danach fuhr ich dann noch ins Büro und fand zwei schreckenerregende Mails im Postfach vor, die mich aber erstaunlich unaufgeregt zurückließen. Anschließend erledigte ich noch ein paar wichtige Sachen mit dem Chef, damit sie morgen bereits erledigt sind. Gut.

    Und eben schaute ich die erste Folge von Titans bei Netflix. DC will jetzt offenbar auch „grittty“ Serien wie Daredevil, Jessica Jones etc. Aber ich fand’s nicht schlecht. Abgesehen von Dick „Robin“ Grayson weiß ich nicht, wer die Leute sind, was es eher noch interessanter macht. Von DC habe ich nur wenig gelesen und wenn dann Batman.

  • 8.1.19: Fahrrad und Habeck

    Selbst bei Regen und in (zu warmer) Regenhose: Ich mag die morgendlichen Radfahrten zur Arbeit, denn sie bieten Gelegenheit zu ein wenig Bewegung bei frischer Luft und Tageslicht. Am Wochenende war ich zweimal zwei kleine Runden laufen und nahm irrigerweise an, das könnte ich morgens vor der Arbeit fortsetzen. Gestern stellte ich dann das Offensichtliche fest: Es ist bis mindestens acht Uhr noch viel zu dunkel.

    Und was mir auffiel: Ungewöhnlich viele Leute scheinen mit dem Rad unterwegs zu sein – im Januar, bei Regen. Radfahren findet Verbreitung und das trägt zum Sicherheitsgefühl bei, wenn man nicht einer von sehr wenigen Radfahrern im Straßenverkehr ist.


    Seit gestern denke ich über Robert Habecks Entscheidung, Twitter und Facebook zu verlassen nach. Was ich interessant finde: Sein erster Ausrutscher ereignete sich kurz vor der Bayernwahl: „Endlich gibt es wieder Demokratie in Bayern“. Konsequenzen auf das Wahlergebnis lassen sich nicht feststellen. Bündnis 90/Die Grünen haben ihren Stimmenanteil mehr als verdoppelt.

    Wenn aber selbst eingestandene Fehler trotz der unerbittlichen Fehlerkultur gegenüber Politikern keine negativen Folgen haben: Liegt es nicht nahe anzunehmen, dass sämtliche Anstrengungen in den sozialen Medien abgesehen vom Applaus der eigenen Aktivisten und der Kritik politischer Gegner keine Konsequenzen haben? Daher glaube ich, dass Habecks Entscheidung folgenlos bleiben wird. Das Wahljahr wird für die Grünen aber ohnehin ein schwieriges.

    Das Argument, er würde sich damit Debatten entziehen, geht aus meiner Sicht auch fehl. In den sozialen Medien finden keine politischen Debatten statt. Politische Debatte ohne Willensbildung – also Entscheidungen, Beschlüsse – ist sinnlos, unpolitisch. Wer Debatte will, muss derzeit noch in Parteien gehen – oder sich für funktionierende Online-Beteiligungsverfahren einsetzen (oder beides).


    Ein interessanter Artikel heute von An Xiao Mina – mit vielen lesenswerten Verlinkungen: The death of consensus, not the death of truth.

    The world as a whole and the West in particular is moving from a world of broadcast-based consensus to what scholar Penny Andrews has called digital dissensus

    Dabei war der Dissens ja immer da; Politik beginnt überhaupt erst da, wo kein Konsens möglich ist, wo also entschieden werden muss. Digitale Medien machen den Dissens, die Uneinigkeit, die andere Seite nur sichtbar(er).