Kategorie: Bücher

  • Gelesen: Chantal Mouffe – Für einen linken Populismus

    Angeregt durch dieses Interview habe ich das dazugehörige Buch erworben. Es fügt der im Interview ausgearbeiteten Grundthese im Grunde nicht viel hinzu. Anhänger von „Aufstehen“ finden das bestimmt super.

  • Gelesen: Tom Hillenbrand – Hologrammatica

    Mit Hologrammatica folgte ich mal wieder einer Empfehlung der Science Fiction/Fantasy-Rundschau des Standard. Normalerweise mag ich keine Krimis oder Detektivgeschichten – zumal nicht im SciFi-Genre – weil ich sie zu klischeeüberladen finde.

    Hologrammatica beginnt zwar dem Klischee des Hard Boiled Detektivromans entsprechend (mysteriöse Klientin erscheint im Büro des Ermittlers mit einem Auftrag), umschifft danach aber die üblichen Genremotive, oder frischt sie auf.

    Ebenfalls genretypisch: Jede Information, die im Laufe der Geschichte egal wie beiläufig präsentiert wird, ist irgendwann von Bedeutung. Das kann Spaß machen, weil man als Leser miträtselt, oder nerven, wenn alles etwas zu offensichtlich ist. Hier macht es vor allem Spaß, weil Tom Hillenbrand einen wahrhaft komplizierten Fall in meisterhafter Weise vor dem Leser entfaltet.

    Milder Spoiler: Erst ab etwa der Mitte des Romans tritt das Thema KI/Singularität in den Vordergrund und es wird hier so gut gehandhabt, wie ich es bislang nur in Matthew De Abaituas The Destructives gelesen habe.

  • Gelesen: Hannah Arendt – Die Freiheit, frei zu sein

    Mit Hannah Arendt habe ich ja immer so meine Schwierigkeiten, weil mich das unbelegte Herumphilosophieren so stört. Die Freiheit frei zu sein, die im Wesentlichen aus der Freiheit von Not und Angst besteht, ist aber ein gutes Büchlein, das man locker an einem halben Nachmittag durchlesen kann.

  • Gelesen: Marc-Uwe Kling – Qualityland

    Für meinen Geschmack zuviel Klamauk und zuwenig gute Geschichte.

  • Gelesen: Juli Zeh – Unterleuten

    Bei der Lektüre von Unterleuten habe ich gelernt, wie sehr es ich schätze, wenn Figuren wirklich gut geschrieben sind. Das gelingt Juli Zeh mit nicht gerade kleinen Zahl von Figuren in Unterleuten ganz ausgezeichnet. Ein wirklich hervorragendes Buch. Vielleicht sogar ein Gesellschaftsroman, das wird die Zeit zeigen.

  • Gelesen: Montaigne – Essays

    Montaigne las ich, weil seine Essays im Vorwort von Senecas Letters from a Stoic als Beispiel für neuzeitliche stoische Schriften angeführt wurden. Er war allerdings ein schlimmer Schwätzer, der sich ausufernd zu allem äußerte, was ihm durch den Kopf schoss. Nur gelegentlich klug oder gar unterhaltsam.

  • Gelesen: D.T. Suzuki – Essays in Zen Buddhism I

    Gelesen wegen der Referenzen in der John Cage-Biographie Where the Heart beats. Schon vor einer Weile begonnen, dann weggelegt, nun im Urlaub aber schnell vollendet.

  • Gelesen: SPIEGEL E-Book: Nelson Mandela (1918-2013)

    Das Spiegel-Archiv zum Thema Mandela/Südafrika zu einem günstigen Ebook zusammenkippen? Finde ich für den groben Überblick o.k.

  • Gelesen: George Orwell – 1984

    Nicht zum ersten Mal gelesen, aber erstmals im englischen Original.

  • Gelesen: Walkaway von Cory Doctorow

    Gelesen: Walkaway von Cory Doctorow

    Walkaways sind Menschen, die angesichts ihrer Überflüssigkeit in der spätkapitalistischen Überflussgesellschaft rund fünfzig Jahre in der Zukunft in die Wildnis ziehen, um dort in techno-anarchistischen Communities mit 3D-Druck, algorithmischen Decision Making-Tools und GIT-versionierten Open Source-Anleitungen für Hausbau und alles, was das Leben lebenswert macht, leben. Ein tolles und hochinteressantes Setting.

    Wirklich Science Fiction wird Walkaway aber erst, als sich herausstellt, dass in einer der Walkaway-Siedlungen (einer selbstverwalteten Universität) Technologie entwickelt wurde, mit der man den menschlichen Geist digitalisieren kann. Ewiges Leben also. Post-Humanismus. Das mögen aber die Zotta-Reichen nicht – so eine Art ein Prozent vom einen Prozent. Zotta ist (musste ich nachschlagen) eine ähnliche Steigerung wie Mega oder Giga. Nur eben noch mehr. Daraus ergibt sich also der Konflikt, der den größten Teil des Buches prägt.

    Doctorow hat zahllose Ideen, die er alle in die Geschichte einflechten muss und wenn das nur heißt, dass jemand sie erwähnt. Daraus ergibt sich, dass die Protagonisten oft unfassbar intelligente Unterhaltungen führen, die ebenfalls oft aus riesigen Infodumps bestehen. Tell, don’t show ist hier das Motto. Und außer klug Daherreden und dem namensgebenden Weggehen (walk away) tun die Leute auch nicht viel. Sie wissen, dass sie jederzeit andernorts wieder neu anfangen können. Interessant und spannend zu lesen ist das aber allemal. Eine Empfehlung.