Autor: Wolf

  • 200729: #Yolaf statt #Nolaf

    Ein schönes, obskures Beispiel für die kulturellen Vorzüge von Quelloffenheit und Austausch:

    According to Malone, most of her peers don’t own microphones, monitors, or the instruments they record with; it’s all loaned out by EMS via a trust-based system. Additionally, much of the code that artists create with SuperCollider, a programming language and environment used by many drone musicians in Stockholm, is open source and available for all to use.

    Aus einem Feature bei Bandcamp über die Drone-Musikszene in Stockholm

    Das Innenleben der Sozialdemokratie könnte mir ja eigentlich egal sein, als ehemaliges, langjähriges Mitglied wird es das aber wohl nie. Daher fand ich das Twitter-Kampägnchen gegen Olaf Scholz als möglichen Kanzlerkandidaten heute milde interessant.

    Olaf Scholz hätte seinen drei Vorgängerkandidaten Steinmeier, Steinbrück und Schulz einen wesentlichen Punkt voraus: Er hat bereits Wahlen gewonnen, und zwar nicht zu knapp.

    Überdies wird der nächste SPD-Kandidat erstmals seit fünfzehn Jahren nicht gegen Angela Merkel antreten, die in der Mitte bis ins linke Lager hinein über die Jahre immer mehr an Popularität gewonnen hat. Scholz wäre ein ideales Angebot für alle Wähler*Innen, die sich 2021 Verlässlichkeit und Seriösität wünschen, denn die CDU wird so ein Angebot nach derzeitigem Stand nicht unterbreiten können – am wenigsten mit meinem (inzwischen unwahrscheinlichen) Wunschkandidaten Merz.

    Sicher ist Scholz kein linker Kandidat. Aber die SPD hat noch nie Wahlen mit links gewinnen können. Das kann man bedauern, ist aber so. Mit Scholz würde sie zumindest zeigen, dass sie noch den Willen hat zu gewinnen, so unwahrscheinlich das gerade erscheinen mag.

  • 200728: Wie ich einmal Derrick guckte

    Ich habe eben die obige Folge Derrick geguckt und zwar weil beim Perlentaucher (und wegen genau solcher Kuriositäten lese ich den Perlentaucher und zahle auch dafür) diese Rezension empfohlen wurde. Bei Sätzen wie dem folgenden verstehe ich im Grunde kein Wort, aber das macht sie nur toller:

    Die geheime, die verborgen gebliebene Schwarzmarkt- und später Wirtschaftswunder-Erotik à la Nitribitt hinter den Kulissen hat sich bei Brynych in den jungen deutschen Frauen der 70er noch erhalten wie ein genetisches Wissen.

    Kurioserweise geht es im heutigen „Altpapier“ auch um Derrick – aber in einem anderen Zusammenhang. Einzige Schnittmenge: Derrick-Folgen werden durchaus „legal“ also von den Rechteinhabern auf Youtube gestellt. Dies wohl, um an den dortigen Werbeschaltungen teilzuhaben.


    Den Wandel der Literaturkritik (nicht zum besseren) schildert Jan Kutter bei 54books. Ein Satz, der mich an meine hier geführte „kommentierte Leseliste“ erinnert:

    Wer sich heute über ungelenke Amazon-Kritiken von Amateur*innen beömmelt, verkennt jedenfalls, dass hier nicht selten einfach nur die fade, flaue Häppchenkritik imitiert wird, die man heute von den mannigfach kaputtgesparten Regionalzeitungen und Magazinen vorgesetzt bekommt.

    Wie anspruchsvoll eine gelungene Kritik ist, merke ich jedenfalls immer dann, wenn ich versuche, zu einem Buch etwas zu schreiben, das ich einfach nur zum Zeitvertreib gelesen habe, das nicht herausragend gut, aber auch nicht besonders schlecht ist.


    Der Ambientblog hat einmal mehr einen vortrefflichen Mix produziert. Dieses Mal nicht alleine, sondern mit mir unbekannten Protagonisten von Low Light Mixes.

    I’m even móre honoured that this mix is presented on three blogs at the same time: Low Light Mixes, Headphone Commute and Ambientblog. Both Headphone Commute and Low Light Mixes are ‘giants’ compared to my humble Ambientblog, so I’m really happy this mix may reach a new audience… and hope they enjoy the way it turned out.

    They do, Peter, they do.

  • 200727

    Ich glaube, ich habe die Benamung dieser Blogposts durcheinander gebracht: JJMMTT muss es lauten.

    Endlich mal wieder mit einem ausgeprägten Muskelkater aufgewacht – mein liebstes Körpergefühl. Kniebeugen helfen dabei enorm, besonders, wenn man sie zu selten macht.


    Heute habe ich die (vorerst?) letzte Folge der Podcastreihe History Of Ideas gehört, die anders als die vorherigen Folgen aus einem Interview (Q&A) mit dem Host David Runciman, in dem dieser Hörerfragen beantwortet. Die Serie stellte beginnend mit Hobbes und endend mit Fukuyama einige der (und nicht immer die naheliegendsten) politischen Ideengeber vor und setzte sie zueinander in Beziehung. Hörempfehlung!


    Pixelsynth ist ein interessantes Tool, welches Bilder in Töne umwandelt. Interessant jedenfalls, wenn man wie ich atonalem Georgel grundsätzlich etwas abgewinnen kann.

  • 200724

    Vor ein paar Wochen Monaten habe ich einmal mehr versucht, täglich zu schreiben und scheiterte natürlich einmal mehr. Aber dann fange ich einfach nochmal an … heute habe ich allerdings nur folgendes Vorkommnis:

    Gerade hat sich hier eine Schnecke zum Mampfen eingefunden. Und auch wenn unser Balkon quasi ebenerdig ist, so ist das doch eine anerkennenswerte Leistung. Von dem kleinen Blümchen ist bereits nicht mehr übrig.

  • Musik gekauft: Jisei von Vittorio Guindani

    Ein nach dem ersten Hördurchgang sehr Zen-artiges Album, welches Kopfhörer oder zumindest Ruhe erfordert:

    Vittoria Guindani is an Italian ‘non-musician’ “interested in silence, soundscape and small sounds, which he creates with objects, loops and anything endowed with its own dust.”

    Der Ambientblog erläutert den Albumtitel: ‚A Jisei is a Japanese ‘death poem’, “sometimes referred to as the last words, the last images or the last sounds before the farewell”.

    Zudem die erste Bandcamp-Publikation, die ich nicht nur digital, sondern stofflich erworben habe. Das begleitende Büchlein/Booklet übt nämlich einen irrationalen Reiz auf mich aus.

  • Nava Ebrahimi – Das Paradies meines Nachbarn

    Nur selten lese ich echte Literatur, zumal solche, die gerade in den Feuilletons besprochen wird. Dass ich durch diese Besprechung bei 54books auf Nava Ebrahimis zweiten Roman aufmerksam geworden bin, ist daher ein großes Glück.

    Die Figuren, ihre Stimmen, die Erzählung, die Sprache alles hieran ist großartig. „Nava Ebrahimis Romane sind große Literatur“, schreibt Maryam Aras in der oben verlinkten Rezension. Dem ist nichts hinzuzufügen.

  • Gewandert von Bochum nach Herne

    Wir haben heute diese Wanderung von Herne nach Bochum nachgewandert, nur in umgekehrter Richtung – von Bochum nach Herne. Auch sind wir nicht ganz so weit um Herne herumgegangen, sondern aus Südosten in Richtung Hölkeskampring von der Strecke abgebogen, um dort in die Bahn zu steigen. Insgesamt aber doch rund 17km.

    Ich bin ja schon lange begeistert von der Region um Bochum herum und mutmaßlich zwischen den ganzen Ruhrgebietsstädten: viel grüner und schöner als man es erwartet – und ich erwarte schon recht viel grün, mir war das ja durchaus bekannt. Wesentlich schöner als meine Pendelstrecke (als ich noch zur Arbeit fuhr) über Herner und Bochumer Straße.

  • Octavia E. Butler – Parable Of The Sower

    Nachdem das Buch und seine Fortsetzung in einem der, wenn nicht sogar dem letzten Text auf spex.de als „Lektüre der Stunde“ bezeichnet wurden, versuchte ich es nochmal mit Parable Of The Sower von Octavia E. Butler. Der Eindruck ist so, wie ich ihn nach dem ersten Lesen erinnere. Ganz gut, aber nicht so gut, dass sich die Fortsetzung aufdrängt.

    Ungeachtet dessen war Butler eine bemerkenswerte Autorin schwarzer und weiblicher Science Fiction. Darum werde ich es einfach mit einem anderen ihrer Werke versuchen. Spex dazu:

    In knapp 13 Jahren veröffentlicht Butler – neben weiteren Kurzgeschichten – neun Romane: die fünfteilige Patternist-Serie (1976-84), die Xenogenesis-Trilogie (1987-89), sowie die Zeitreisegeschichte Kindred (1979), ihr heutzutage wohl bekanntestes Werk.

  • SAULT – UNTITLED (Black Is)

    Angeregt durch diesen taz-Artikel. Natürlich gekauft bei Bandcamp.

  • Max Goldt – Der Krapfen auf dem Sims

    Ein weiterer guter Goldt. Aber jetzt reicht es auch erst einmal mit dem Klamauk.