Wolf Witte

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Politik der Öffentlichkeit zuführen | Komplexität abschichten | Ambient, Drone & Noise

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37 Folgende
  • Gelesen: Hawaii von Cihan Acar

    Bochum liest ein Buch – und ich habe es aus Versehen an einem Vormittag weggelesen. Das war so eigentlich nicht gedacht, spricht aber zweifelsfrei für „Hawaii“ von Cihan Acar. Ich empfehle es und die Stadt fängt mit ihren Aktivitäten auch erst noch an, dem Veranstaltungsplan zufolge nämlich am 4. November. Es können sich also alle getrost mehr Zeit nehmen als ich:

    Gemeinsam lesen, diskutieren und nachdenken: Das ermöglicht „Eine Stadt liest ein Buch“ erstmals auch in Bochum. Ein Leseerlebnis, das die ganze Stadt zusammenbringt – egal ob in Buchclubs, Cafés, der Volkshochschule, Stadtbüchereien, Literaturkreisen oder online.

    Bochum liest ein Buch
  • lesen heißt fliehen: ein Vorsatz

    Schon vor einer Weile habe ich mit mir selbst vereinbart, dass ich Bücher, die ich gerne lesen möchte, einfach beschaffe, ohne mir über Geld oder Platz im Regal Gedanken zu machen. Wobei Beschaffen auch die Stadtbücherei oder Unibibliothek umfassen kann, ebenso wie Booklooker oder antiquariat.de.

    Den Regelfall stellt aber der Kauf dar, mal in der Buchhandlung, mal beim Verlag, oft auch als ebook beim großen A. Das heißt auch, dass Lesen bei mir viel Zeit in Anspruch nimmt und oft hadere ich damit, schließlich ist auch Lesen eine – vermeintlich edlere – Form der Weltflucht:

    Später werde ich wissen, daß Viel-Lesen ein Narkotikum ist, mit dem man die Kanäle verstopft, aus denen die eigenen Gedanken kommen sollten.

    Der Laden von Erwin Strittmatter

    Das notierte ich schon am 1. Januar 2023. Daher treffe ich hiermit den Vorsatz, mir bis Jahresende einen „Handapparat“ unbedingt erneut lesewürdiger Bücher auf Grundlage der hier verbloggten Werke anzulegen und diesen im nächsten Jahr einfach erneut zu lesen (oder es zu lassen). Es werden keine weiteren Bücher erworben. Entleihbare Bücher werden in der Bücherei mit Blick auf die jeweils relevante Frage quergelesen, aber nicht entliehen.

    Ein Luxusproblem? Ja, so wie das ehrenamtliche Publizieren an sich.


    Titelbild: Albert Robida: „The Automatic Library“, 1894. Illustration zu Octave Uzannes „The End of Books“, Scribner’s Magazine. Gemeinfrei, via Public Domain Image Archive.

  • Gelesen: Marlen Haushofer – Die Wand

    Es freute mich, in Daniela Strigls Nachwort zu lesen, dass Marlen Haushofer eine Schwäche für utopische Romane und Science Fiction-Kolportage hatte. Schließlich ist auch die titelgebende Wand ein Science Fiction-Motiv, das jedoch, kaum, dass es in die Handlung eintritt, diese in radikalsten Realismus umschlagen lässt: das Wetter, die Jahreszeiten, die Nahrungsmittelversorgung, die Tiere. Vor allem die Tiere, die ohne jede Disneyfizierung zu echten Figuren der Erzählung werden.

    Wie es Haushofer gelingt, die Gleichförmigkeit ohne Monotonie zu erzählen – geradezu als Spannung ohne Spannung -, das beeindruckt auch erzählökonomisch. Wusste sie von Beginn an, wie die Geschichte enden müsste? Ich glaube, ja. Umso mehr erstaunt, wie – und wie wenig – sie die Erzählung darauf hinauslaufen lässt.

    Auch aus Strigls Nachwort:

    Bemerkenswert ist auch die besondere Aufmerksamkeit, die das Kultbuch anlässlich seines 60. Geburtstags in französischen Medien erhielt: Die Bloggerin Maureen Wingrove alias Diglee hatte Die Wand 2019 in einer Wühlkiste entdeckt und eine begeisterte Empfehlung publiziert – das Buch war im Nu vergriffen, die Neuauflage ein Bestseller und Haushofer als literarische Größe in Frankreich durchgesetzt.

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  • Gesehen: TÁR von Todd Field

    Cate Blanchett ist natürlich grandios, so wie dieser Film auch zu weiten Teilen hervorragend inszeniert ist. Aber: Hochkultur und Kunst als Ort neoliberalen Wettbewerbs, intriganter Machtspiele und erbarmungsloser Leistungsschau habe ich nach Filmen wie Whiplash oder auch Black Swan ein bißchen über.

    Es wirkt fast, als solle bloß niemand auf die Idee kommen, künstlerisches Schaffen könne auch abseits von Wertschöpfung stattfinden. Was sie im Fall der Filmindustrie ja tatsächlich kaum tut.

    Mal ein Sprachmodell eine Liste von Filmen, in denen Kunst Spaß macht, kompilieren lassen:

    Kunst im Alltag, ohne Verwertungsabsicht

    • Paterson (Jim Jarmusch, 2016): Ein Busfahrer schreibt Gedichte in ein Notizbuch, ohne jeden Gedanken an Veröffentlichung. Fast schon das Gegenprogramm zu Tár.
    • Maudie (Aisling Walsh, 2016): Die Malerin Maud Lewis malt in ihrer winzigen Hütte in Nova Scotia einfach weiter, weil es sie glücklich macht.
    • Herb & Dorothy (Megumi Sasaki, 2008, Doku): Ein Postangestellter und eine Bibliothekarin sammeln jahrzehntelang Konzeptkunst vom kleinen Gehalt, aus reiner Begeisterung, und verkaufen nie etwas.

    Dilettantismus als Glück

    • Ed Wood (Tim Burton, 1994): Der „schlechteste Regisseur aller Zeiten“ und seine Truppe, voller Liebe zum Filmemachen.
    • Abgedreht / Be Kind Rewind (Michel Gondry, 2008): Videothekenangestellte drehen Hollywoodfilme mit Pappe nach, am Ende macht das ganze Viertel einen Film zusammen.
    • Son of Rambow (Garth Jennings, 2007): Zwei Jungs drehen ihren eigenen Actionfilm mit Camcorder.
    • Waiting for Guffman (Christopher Guest, 1996): Kleinstadt-Laientheater probt ein Musical zum Stadtjubiläum. Mockumentary, sehr warmherzig.

    Gemeinsam Musik und Bühne machen

    • Sing Street (John Carney, 2016): Dublin 1985, Schüler gründen eine Band, weil es das Leben erträglicher macht.
    • Buena Vista Social Club (Wim Wenders, 1999): Alte kubanische Musiker spielen, weil sie es lieben.
    • Rhythm Is It! (2004, Doku): Berliner Schulkinder tanzen mit den Philharmonikern Le Sacre du printemps. Hochkultur mal als Ermöglichung statt Auslese.
    • Topsy-Turvy (Mike Leigh, 1999): Die Entstehung von Gilbert & Sullivans Mikado, mit viel Liebe zum Handwerk und zum kollektiven Probenprozess.

    Kunst als Prozess und Begegnung

    • Visages Villages (Agnès Varda & JR, 2017): Eine alte Filmemacherin und ein junger Fotograf fahren durch Frankreich und kleben riesige Porträts von Dorfbewohnern an Wände.
    • Rivers and Tides (Thomas Riedelsheimer, 2001): Andy Goldsworthy baut Land Art aus Eis, Blättern und Steinen, die die Natur wieder verschluckt. Konsequenter lässt sich Kunst abseits von Wertschöpfung kaum zeigen.
    • Le Mystère Picasso (Henri-Georges Clouzot, 1956): Man schaut Picasso einfach beim Malen zu, Bild um Bild, verwirft, übermalt, spielt.
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  • Wieder im Kino: Ken Russell’s „Die Teufel“ (verlinkt)

    Klingt verlockend:

    Da die Zeitungen dazu schweigen, ist es ausgerechnet dem katholischen Filmdienst vorbehalten, ausführlich auf die Wiederaufführung von Ken Russells aufwändig restauriertem und erstmals ungeschnitten gezeigtem kleruskritischem Klassiker „The Devils“ von 1970 hinzuweisen. Der Film hat eine geradezu legendäre Zensurgeschichte und sorgte damals für Skandale bis in höchste Reihen der katholischen Kirche.

    Die Filmdienst-Besprechung, gefunden beim Perlentaucher.

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  • klaenge

    Drei Blogbeiträge der jüngeren Vergangenheit, in denen ich von mir erzeugte Klänge vorstelle:

    Meine Veröffentlichungen bei der Fediverse-Bandcamp-Variante Mirlo liegen hier.


    Titelbild: Filippo Buonanni: Die „Harmonische Galerie“ im Palazzo Verospi in Rom, aus Gabinetto Armonico pieno d’istromenti sonori, 1722. Kupferstich. Quelle: Bibliothek der Universität Sevilla / Flickr Commons über das Public Domain Image Archive. Gemeinfrei.

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  • was Journalismus ausmacht

    Stefan Niggemeier stimme ich zu, wenn er schreibt:

    Aber dass Journalisten Dinge veröffentlichen, von denen sie eigentlich nichts wissen sollten, ist nicht nur erlaubt, sondern oft genau das, was Journalismus ausmacht. Eben nicht nur Verlautbarungen zu veröffentlichen, die für die Öffentlichkeit sorgfältig kuratiert und geschönt wurden, sondern das, was wirklich passiert.

    Gleichwohl ist die Causa Eralp/Der Spiegel ein Grenzfall. Deshalb wird sie ja auch breit diskutiert und deshalb fügt auch Niggemeier hinzu:

    Der Spiegel rechtfertigt in seinem Artikel seine Veröffentlichung der internen Kommunikation ausführlich damit, dass es ein öffentliches Interesse an dieser Information gibt. Und schießt dabei über das Ziel hinaus.

    Peinlich wird es, wenn in der Diskussion wieder einmal von Kampagnen und Manipulation die Rede ist. Das ist das Spiel, das stets alle Sympathisanten aller Parteien betreiben, wenn die Presse sich erlaubt, sich nicht einfach mit der guten Sache gemein zu machen. Es ist fast nicht mehr erklärbar, unter welchen Umständen es denn keine Kampagne wäre; der Vorwurf ist nicht falsifizierbar und geht daher fehl.

    Für richtig halte ich hingegen, alle Inhaber politischer Macht strengster Beobachtung durch die Öffentlichkeit, die Medien, die Presse, meinetwegen auch die „vierte Gewalt“ zu unterwerfen. Das gilt für die Partei „Die Linke“ mit rund einem Viertel der Wählerstimmen in Berlin ebenso wie zum Beispiel für die Bundesregierung, den grünen Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg, oder die Fraktionen der Partei „Alternative für Deutschland“ in Bund und Ländern.

    Schonung ist dabei unangebracht. Wer über Mittel verfügt, uns zu beherrschen oder meinetwegen zu „regieren“, der wird kontrolliert. Keinesfalls sollte irgendwer auf Händen ins Rote Rathaus oder wer weiß was für einen Regierungssitz getragen werden, von niemandem und schon gar nicht von der Presse.


    Nachtrag / Update aus der heutigen Debattenrundschau des Perlentaucher:

    „Journalisten sind keine Mikrofonhalter für die Mächtigen und keine Pressesprecher von Politikern. Ihre Aufgabe ist es, die Politik zu kontrollieren und wo nötig zu kritisieren. Das ist in einer Demokratie die Rolle der Medien: die einer unabhängigen Instanz, die gesellschaftliche Debatten führt und Informationen zutage fördert, auf deren Grundlage sich Menschen eine Meinung bilden können.“

    Müller erwiderte der Spiegel habe gegen „journalismusethische Grundsätze“ verstoßen. Es gebe keinen Grund, „einen Menschen einer bereits als real erkannten und im Fall von Elif Eralp auch noch vom Landeskriminalamt Berlin beglaubigten Gefahr auszusetzen.“

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  • polity

    Nun habe ich endlich begonnen, Log Off: Why Posting and Politics (Almost) Never Mix zu lesen. Vielversprechend schon in der Einleitung:

    the idea that tech is political sometimes obscures the ways in which social media may be antipolitical.

    […]

    Because it demobilizes and scatters the polity; it makes it much harder to come together, deliberate, and effect change in our communities.

    Polity ist der unterschätzte Begriff gegenüber Policy: Politische Inhalte zu erfinden, zu benennen und Medien mit ihnen zu befüllen ist leicht: #followthescience, Bestaunen, was andere schon machen (wie die niederländische Radverkehrspolitik), Petitionen schreiben etc. Für sie zu mobilisieren ist die Herausforderung.

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  • Bauer, Brecht und Brand

    Auch ein schönes Zitat, gefunden in Drei Zitate zur Zeit vom 9. Juli 2024:

    Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden.

    Fritz Bauer

    Dazu passen die schönen Brechtzeilen aus DIE NEUEN ZEITALTER, hier veröffentlicht und hier von mir erstmalig zitiert.

    Die neuen Zeitalter beginnen nicht auf einmal. Mein Großvater lebte schon in der neuen Zeit. Mein Enkel wird wohl noch in der alten leben.

    Im Zuge dessen würde es sich lohnen, auf das Pace Layering und die Ungleichzeitigkeit gesellschaftlicher Zusammenhänge einzugehen, die Stewart Brand in ein seltsames Zwiebelmodell versetzte. Stattdessen sei der Text hier einfach empfohlen, ebenso wie die deutlich aktuellere Abzweigung davon: Attention is All You Need von deepfates.

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  • Parlamentsdaten öffnen: parlamente.org und der Parlamentsspiegel

    In einem bemerkenswerten Akt der Verwaltungskooperation haben die Landesparlamente aller Bundesländer mit https://www.parlamentsspiegel.de/ ein gemeinsames Informationssystem aller Beratungsvorgänge und Dokumente eingerichtet. Der Bestand umfasst gut eine Million Vorgänge und knapp 2,5 Millionen Dokumente in 153 Sachgebieten. Das Suchfeld nimmt Begriffe mit logischen Verknüpfungen an, etwa „Gesetz || Gesetzgebung“. Eine zuschaltbare Worterweiterung findet auch abgewandelte Wortformen.

    Parlamentsspiegel: Exzellentes Suchportal mit nur einem Nachteil

    Die Filtermöglichkeiten umfassen den Zeitraum, Vorgangstypen (Anfrage, Antrag, Bericht, Beschlussempfehlung, Debatte, Gesetzgebung, Sonstiges, Vorschrift, Wahl), die Beschränkung auf einzelne Landesparlamente, Sachgebiete in acht Themenbereichen von „Staat / Politik / Verwaltung“ bis „Finanzen / Vermögen“ und Urheber getrennt nach Fraktionen und Körperschaften und nach Personen, mit eigenem Namensfeld und Namenserweiterung.

    parlamente.org: Das Push-Medium für parlamentarische Vorgänge

    Kurz: Der Parlamentsspiegel ist ein hervorragendes Angebot, er hat nur einen Nachteil: Pull statt Push. Ich muss für eine Recherche vorbeischauen und aktiv suchen. Das mag für zahlreiche Nutzungsformen ausreichen, ich benötige bei der Arbeit hingegen Feeds, die abonnierbar sind und automatisch gefiltert und anderweitig verarbeitet werden. Darum habe ich https://parlamente.org/ in erster Linie als Unterstützung meiner Arbeit gebaut: Das Tool holt sich die Dokumente aller sechzehn Landtage, des Bundestags und des Europäischen Parlaments, bereitet sie auf und erzeugt für jedes Parlament einen RSS-Feed.

    Die Quellen sind durchaus vielfältig. Einige Landtage betreiben eigene RSS-Feeds, die werden lediglich durchgeschleift, viele tun das (zu meinem Leidwesen und Unverständnis) aber auch nicht, so dass ich hier andere Lösungen finden musste.

    In einigen Fällen habe ich einen Newsletterdienst abonniert, von Claude Code entworfene Skripte lesen die Mails aus. Der Bundestag, das EU-Parlament, und der sächsische Landtag betreiben offene Schnittstellen. Sehr speziell sind Berlin und Brandenburg: Hier wird der XML-Vollexport, welcher mutmaßlich auch den Parlamentsspiegel speist, öffentlich angeboten und von parlamente.org einmal am Tag eingelesen – das hätte ich am liebsten bei allen Landtagen.

    ArtParlamenteWie
    Offene Schnittstelle (API)Bundestag, EU-Parlament, SachsenBundestag: DIP-API mit Schlüssel. EU: EP Open Data API v2 (JSON-LD, CC BY 4.0). Sachsen: die offene JSON-Schnittstelle hinter EDAS, liefert den gesamten Bestand.
    XML-Vollexport (PARDOK-Format)Berlin, BrandenburgOffene Opendata-Dateien der Parlamente (pardok-wp19.xml, exportWP8.xml), werden komplett eingelesen.
    RSS-Feed (direkt)Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-VorpommernOffene Drucksachen-Feeds der Landtage. Sie tragen nur das Neueste, ohne Rückblick.
    NewsletterNRW, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Hamburg, Bremen, Sachsen-Anhalt, SaarlandDie Infodienste der Landtage verschicken Mails, die von Skripten ausgelesen werden.

    Offene parlamentarische Daten? Fehlanzeige

    Dieses System ist, darüber will ich nicht hinwegtäuschen, auf feinstem Sand gebaut: Ändert sich die Struktur eines Newsletters oder wird ein PARDOK-Export nicht mehr online gestellt, so bricht dessen Verbindung ab. Solange es einen alternativen Weg gibt, den mir ein Sprachmodell schnell ausbauen kann, mag das handhabbar sein, aber von einem Idealzustand echter offener Daten aller Parlamente in Deutschland (Europa ist hier tatsächlich vorbildlich) sind wir weit entfernt. Diesem Umstand fiel wohl https://kleineanfragen.de/ zum Opfer; die Plattform wurde 2020 abgestellt. Aus der Begründung:

    In den letzten Monaten haben immer mehr Parlamente ihre Parlamentsdokumentation überarbeitet. Leider passierte dies, ohne an stabile URLs oder an offene Daten zu denken. Das hat zur Folge, dass für jedes einzelne der 17 Parlamente immer wieder umfangreiche Änderungen an der Software von kleineAnfragen notwendig sind, um die veröffentlichten Anfragen importieren zu können.

    Auf parlamente.org habe ich mit https://kleineanfragen.parlamente.org/ einen ersten Versuch unternommen, die Funktionalität nachzubauen, allerdings noch mit einigen Reibungen und Unschärfen. Der Parlamentsspiegel bietet eine hervorragende Übersicht kleiner Anfragen, allerdings wie beschrieben: Nur zum Vorbeisurfen und Nachgucken (und nicht für den Bundestag).

    parlamente.org bietet folgende RSS-Feeds an:

    ParlamentFeed
    Bundestaghttps://bundestag.parlamente.org/feed.xml
    Europäisches Parlamenthttps://eu.parlamente.org/feed.xml
    Baden-Württemberghttps://bw.parlamente.org/feed.xml
    Bayernhttps://bayern.parlamente.org/feed.xml
    Berlinhttps://berlin.parlamente.org/feed.xml
    Brandenburghttps://brandenburg.parlamente.org/feed.xml
    Bremenhttps://bremen.parlamente.org/feed.xml
    Hamburghttps://hamburg.parlamente.org/feed.xml
    Hessenhttps://hessen.parlamente.org/feed.xml
    Mecklenburg-Vorpommernhttps://mv.parlamente.org/feed.xml
    Niedersachsenhttps://niedersachsen.parlamente.org/feed.xml
    Nordrhein-Westfalenhttps://nrw.parlamente.org/feed.xml
    Rheinland-Pfalzhttps://rlp.parlamente.org/feed.xml
    Saarlandhttps://saarland.parlamente.org/feed.xml
    Sachsenhttps://sachsen.parlamente.org/feed.xml
    Sachsen-Anhalthttps://sachsen-anhalt.parlamente.org/feed.xml
    Schleswig-Holsteinhttps://sh.parlamente.org/feed.xml
    Thüringenhttps://thueringen.parlamente.org/feed.xml

    Für kleine Anfragen (Probeportal) ist der Bezug dieser Feeds möglich:

    • Alle neuen Kleinen Anfragen: https://kleineanfragen.parlamente.org/feed.xml
    • Nur neue Antworten: …/feed.xml?art=antworten
    • Filter, beliebig kombinierbar:
      • parlament=nrw (die Kürzel wie oben);
      • fraktion=Grüne;
      • q=Windkraft (Suchbegriff).
        Beispiel: https://kleineanfragen.parlamente.org/feed.xml?parlament=nrw&q=Schule&art=antworten
        Am einfachsten: Im Portal eine Auswahl treffen, der Browser bietet den Feed dann für genau diese Auswahl an.

    Eine OPML-Datei unter https://parlamente.org/opml.xml bietet 20 Feeds in zwei Ordnern:

    • Parlamente: alle 18, alphabetisch, jeder mit eigenem Namen und eigener Website. Inoreader und andere Reader legen sie deshalb als getrennte Feeds an, nicht als einen.
    • Kleine Anfragen: neue Anfragen und neue Antworten.

    Titelbild: Diliff, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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