• Oder mal nach Wien?

    Christiane Lutz besucht für die SZ die Thomas Bernhard Ausstellung „Dem Stumpfsinn die Geisteskappe aufsetzen“ im Literaturmuseum in Wien.

    Update: oder doch nochmal Hamburg

    Erich Kästners „Fabian“, in der Inszenierung von Dušan David Pařízek am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, ist das Stück der Stunde, da sind sich die Theaterkritiker einig.

  • das Drama der re:publica

    Spiegel_-Reporter René Pfister wurde auf der Internetmesse „re:publica„, einst ein Tummelplatz des radikalen Medienwandels, etwas unheimlich zumute, wie der Perlentaucher schreibt. Dieses Milieu habe inzwischen einen ganz eigenen Konservatismus entwickelt, der sich als links liest. 

    „Wahrscheinlich ist dies das Drama der re:publica: Es ist eine Konferenz, deren Teilnehmer davon geträumt haben, im Netz die nächste Stufe der Demokratie zu zünden. Und die jetzt voller Entsetzen feststellen, dass die Konservativen viel geschickter im Umgang mit den Möglichkeiten der Technik sind.“

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  • Laterne

  • Musik gekauft: Schimmel über Berlin – Eisenmund

    Ein perfektes Punk-Album, wie Vojin Saša Vukadinović in der Jungle World schwelgte? Auf jeden Fall ein hervorragendes, so dass ich bei Bandcamp mal wieder zum Vinyl griff.

  • Fahre Bahn

    zu malad fürs Fahrrad

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  • Mein Vibecoding-Projekt: Der Ratskompass Bochum

    Ich hatte hier noch gar nichts darüber geschrieben, weil das Projekt ständig im Fluss ist, aber weil es das noch eine ganze Weile bleiben wird, kann ich genausogut jetzt darüber schreiben.

    Vor einigen Wochen begann ich, mit Claude und n8n die API des Ratsinformationssystems der Stadt Bochum anzuzapfen (von der ich peinlich lange nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt) und Inhalte für eine WordPress-Instanz zu generieren. Daraus ist der Ratskompass entstanden, der inzwischen recht verlässlich zu neuen Ratsunterlagen automatisch Zusammenfassungen und zu anstehenden Terminen des Rates und der Ausschüsse Ankündigungen schreibt und veröffentlicht.

    Das ist längst mehr als nur eine Fingerübung, sondern eine Selbstermächtigung meines Umgangs mit prinzipiell offenen Daten und deren Verarbeitung, über die ich noch immer tagtäglich staune. Nichts davon hätte ich vor einem halben Jahr gekonnt.

    Der Ratskompass ist dabei weit davon entfernt, zu leisten, was lokalpolitischer Journalismus können müsste. Aber im schlechtesten Fall schafft er eine niedrigere Zugangshürde zur formalisierten Bochumer Lokalpolitik neben dem PDF-Friedhof und im besten Fall lässt sich auf Grundlage dieser atomisierten Einzelbeiträge zu einzelnen Unterlagen etwas noch Besseres bauen.


    Titelbild: „Voyages Were Made Preferably by Air-Ships.“ Camille Flammarion, 1894. Aus: Omega: the Last Days of the World.

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  • Plurality 1

    Beim Lesen der ersten Kapitel von Plurality stoße ich auf ein wiederkehrendes Motiv: Autokratien seien viel aktiver darin, moderne Technologie zu entwickeln und einzusetzen, als Demokratien. Die Autorinnen und Autoren werden nicht müde, das zu betonen. Technologie sei in den demokratischen Gesellschaften eher verdächtig, gefährlich und abzulehnen. Schließlich dient sie der Überwachung und Kontrolle.

    Vernachlässigt wird, dass Demokratie selbst auf technologischen Fundamenten ruht: Die moderne Massendemokratie ist ein Produkt der Buchdruckgesellschaft. Sie wurde später von Radio und Fernsehen beflügelt, doch als Idee und Praxis bleibt Demokratie Print. Auch in Bochum bringt das Rats-TV wenig ohne Kenntnis der Unterlagen. Die demokratische Technologiegeschichte wird leicht übersehen, weil sie so alt geworden ist, dass sie nicht mehr nach Technik aussieht.

    Warum aber verharrt die Demokratie so sehr beim technologischen Fortschritt, wie es die Autorinnen und Autoren von Plurality beschrieben? Eine Vermutung: Die Demokratie wähnt sich fertig. Spätestens im 20. Jahrhundert hat sie ihre vermeintlich finale Konfiguration aus Wahlen, Rechtsstaat, Grundfreiheiten, Repräsentation und dergleichen erreicht und das Ganze in Verfassungen mit Ewigkeitsanspruch gegossen. Das Ende der Geschichte war schließlich erreicht, der Rest sei Verwaltung.

    Aus dieser Selbstzufriedenheit herauszukommen, gab es in den letzten Jahrzehnten wenig Anlass. Es gibt auch keine eingeübte Praxis dafür. Schließlich geht es nicht um Revolution, sondern vermutlich um kleinschrittige Arbeit der Demokratie an sich selbst, ihren Verfahren, Prozessen und Strukturen. Darum scheint es im weiteren Verlauf des Buches zu gehen, und zwar am Beispiel Taiwans. Ich bin sehr gespannt.


    Titelbild: Wari tunic (fragment), ca. 600–800. Public Domain.

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  • Ein paar Links

    Ich hab’s noch nicht gehört, aber was darüber geschrieben wird, macht hellhörig:

    Was die vier Bandmitglieder von Schimmel über Berlin vorgelegt haben, klingt, als hätten sie einfach mal so ein perfektes Punk-Album eingespielt.

    Vojin Saša Vukadinović in der „Jungle World„, der auch sehr interessant die dazugehörige ADK (Allee der Kosmonauten)-Szene tief im Berliner Osten schildert. Vor Jahren saß ich mal in Marzahn in einem Proberaum und hörte einer Band zu. Keine Ahnung, ob das dort war; wahrscheinlich nicht.

    Das Album „Eisenmund“ gibt es natürlich bei Bandcamp.


    DAS GRAMM ist ein Magazin für Kurzgeschichten, welches alle paar Wochen einfach eine neue Ausgabe in einem kleinen Umschlag auf den Postweg bringt, über die ich mich dann sehr freue:


    Im Corporate Therapy-Podcast hatten sie die Tage die kluge Marie Kilg zu Gast und sprachen darüber

    „… wie KI auch anders wirken kann, etwa als Moderations- und Auswertungswerkzeug für bessere Diskussionen, inklusive unserer kleinen Habermas-Maschine im Unternehmensalltag.“

    In diesem Kontext kam auch das Paper AI can help humans find common ground in democratic deliberation zur Sprache, das ich bereits vor einigen Monaten zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht gelesen hatte. Mutmaßlich kam mir die Idee, KI in demokratischer Deliberation einzusetzen, abwegig vor. Nachdem sich meine Meinung zu KI mit Jahresbeginn grundlegend geändert hat, nehme ich mich selbst dem Befund der Autorinnen und Autoren gegenüber deutlich offener wahr. Interessant, wie sich Haltungen verändern.

    Ebenfalls thematisiert wurden die mir seit einer Weile bekannten Demokratieexperimente aus Taiwan, die inzwischen offenbar unter dem Label Plurality firmieren. Von ihnen gibt es ein gleichnamiges Buch, kostenfrei bei GitHub verfügbar, welches ich mir in den E-Reader gelegt habe.


    Abschließend ein Resultat meiner Vibecoding-Experimente: Der Nordrhein-Westfälische Landtag verfügt offenbar weder über einen RSS‑Feed noch über eine API, sondern verschickt lediglich einen Newsletter. Aus diesem befüllt mir nun ein n8n-Workflow dieses Portal, welches zudem einen RSS-Feed erzeugt; das hilft vielleicht nicht nur mir bei der Arbeit.

  • Oppenheimer

    Oppenheimer hinterlässt auch beim zweiten Schauen den Eindruck einer Abfolge von Szenen und weniger den eines Films, der eine Geschichte erzählen will, ist dabei technisch und logistisch aber absolut beeindruckend. Auch der Anspruch, Thema und Person politisch einzubetten und das vermittels Gremiensitzungen zu tun (politischer und langweiliger geht’s ja kaum), ist anerkennungswürdig. Nolans Filme nehmen sich halt immer so wahnsinnig ernst, dass es kaum zu ertragen ist.

  • Das neue Gramm ist da

    Mit der Kurzgeschichte Der Anstreicher von Bianca Nawrath.