„If Morrissey says not to eat meat, then I’ll eat meat…that’s how much I hate Morrissey“
Robert Smith
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die kur
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Es geht los

Denn:
So no one told me—I’d somehow missed this!—that In Search of Lost Time was a masterpiece of modernist literature. (I didn’t know what modernist literature was, either.)
no one told me about proust -
J.G. Ballard – Millenium People
Eine sterbenslangweilige Gesellschaftssatire entlang des typisch britischen Klassenverständnisses und voller Infodump-Dialoge. Forgettable. Vernachlässigbar. Egal.
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Judith Hermann – Lettipark
Nach dem Roman Daheim wieder ein Kurzgeschichtenband von Judith Hermann; dieser mit Geschichten, die oft kürzer kaum sein könnten. Kleinode. Bei Goodreads verglich jemand den Band mit einem Fotoalbum, das finde ich recht treffend. Auch wenn ich Sommerhaus, später und Nichts als Gespenster als besser in Erinnerung habe, war das eine schöne Lektüre.
Beeindruckend übrigens, wie vielsprachig die Rezensionen bei Goodreads sind. Hermann wird offenbar weit über Deutschland hinaus gelesen.
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Spektakel des Aufruhrs
Schon zwei Jahre alt, aber womöglich aktueller denn je:
Denn jedes rechte Regime braucht ein solches Spektakel des Aufruhrs, der „niedergeschlagen“ werden kann. Es ist ein bewährtes Mittel der Faschisten, sich als Bezwinger des Chaos zu inszenieren, das sie selber angerichtet haben.
Georg Seeßlen: Italien als Lehrstück für Europa: Gesellschaft als Beute
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Sally Rooney – Normal People
Eine alltäglichere Geschichte als Conversations With Friends, aber auch die bessere? Ernster, trauriger ist Normal People allemal. Die Geschichte streift Fragen der Klassengesellschaft, der psychologischen Traumata, des Erwachsenwerdens, aber das ist vielleicht gerade dee Nachteil: die Themen werden gestreift. Vielleicht werden sie auch, positiv gewendet, so hintergründig thematisiert, dass sie sich beim erneuten Lesen besser entfalten, das will ich nicht ausschließen. So bleibt erneut der Eindruck einer außerordentlich talentierten Schriftstellerin, von der ich gerne noch viel mehr lesen möchte und werde.
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2016. Der Zackenbarsch ist der Star im Riff
“Ein Mann braucht zwei Hosen”, dozierte der Mitsubishi Boy, “und in einer muss Geld drin sein.”
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Kopenhagen • Designmuseum

Design ist ein Mysterium und bleibt das auch. Dinge werden zu mehr als sie sind. Sie sind nicht einfach nur gemacht, sondern erdacht. Der Schaffensprozess ist unweigerlich nicht-beliebig, so dass er auch zu einem Schöpfungsvorgang werden kann, so dass er dies muss.

Design ist zutiefst menschlich, von Menschen erlernt, durch Menschen praktiziert, von Menschen geschätzt. Kann KI Design?

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Frederikshavn

Das Hotel in Frederikshavn ist sehr klassisch und also eher unskandinavisch. Die Möbel dunkel und schwer, echte Schlüssel für die Türen, die nicht immer funktionieren wie sie sollen. Das Bad abgetrennt durch eine Zieharmonikatür, die beim Öffnen und Schließen genau das Geräusch macht, wie die Tür im Haus meiner Großmutter. Die schweren Vorhänge lassen so viel Licht durch als wären sie nicht da.

Die Stadt leistet sich einen albernen Palmenstrand und hat einen industriell anmutenden Hafen, in dem fantastische Schiffe mit riesigen Kranaufbauten liegen. Jedes Schiff ist anhand seines Namens im Netz auffindbar. Eines, das zuvor in einem Ölfeld vor Brasilien bohrte, wird hier gerade abgewrackt.

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Judith Hermann – Daheim
Schon lange wollte ich mehr, alles von Judith Hermann lesen. Daheim ist ein Roman der für ihre Kurzgeschichten bekannten und von mir geschätzten Autorin, vom Umfang her angemessen schmal und auf höchstem Niveau.
Was hier Heimat und was Daheim ist, erschließt sich nur näherungsweise. Hermann schreibt brillant klare Bilder in verführerisch zugänglicher Sprache mit Bedeutungen, die sich ebenso leicht entziehen wie sie sich anbieten. Meisterhaft.