Zitate

  • aus einem Gedicht zitieren

    O mein Erdenmond

    erleuchte mich, nur für einen Moment,

    ich bin eine Seidenraupe

    ich spinne die Seide meiner Verzweiflung in meinem hohlen Herzen.

    Ich bin ein Maulwurf, der in der Erde wühlt, die er für den Himmel hält.

    Na, Sina? Wie macht der Maulwurf beim Graben?

    Aus dem Gedicht Der Tag, als ich meinen Nachnamen auf einem Leichentuch las von Asmaa Azaizeh, aus dem Arabischen übersetzt von Sandra Hetzl und erschienen in der „edit“ No. 96.

  • Vernunft

    Die Grundgesetzänderung zur Einschränkung des Asylrechts gegen Ende 1992 begriff er als Ausdruck einer „Mentalität des Wohlfahrtschauvinismus“. Er protestierte dagegen in den Printmedien und in persona als einer der 350.000 Demonstranten am 8. November 1992 in Berlin.

    Jürgen Habermas ist tot.

    Eben erst in Dirk Baeckers Digitalisierung gelesen:

    Bei Jürgen Habermas tendiert alle Kommunikation, gibt man ihr unter Verzicht auf jeden Zwang genügend Zeit, zur »Vernunft«, bei Michel Serres, je nach parasitärem Geschick, zum »Netzwerk« und bei Luhmann, abhängig von produktiven Zufällen, zum »System«.

  • Streik

    Eine Legalisierung des politischen Streiks und Generalstreiks würde also gleichzeitig mit dem Erbe eines faschistisch vorbelasteten Arbeitsrichters aufräumen und den Gewerkschaften ein historisch bewährtes Instrument »wehrhafter Demokratie« an die Hand geben.

    Klingt nach einem sinnvollen Programmpunkt für die Sozialdemokratie: Wer die Demokratie retten will, sollte den politischen Streik legalisieren

  • „… was Theweleit schon vor rund fünfzig Jahren beschrieben hat“

    In ‚Männerfantasien‘ argumentiert er, dass militarisierte Männlichkeit häufig eine Abwehr von Verletzlichkeit ist. Bedrohlich wirkt dabei das, was kulturell mit dem Weiblichen verbunden wird – etwa Emotionalität oder Ambivalenz -, weil manche Männer darin eine Gefahr für ihre eigene Kontrolle erleben.“

    So der Perlentaucher über ein Gespräch des Soziologen Alexander Yendell mit Melanie Mühl von der FAZ.

    Den Theweleit musste ich ob seines Umfanges letztes Jahr zurück in die Stadtbibliothek bringen, ehe ich ihn durchgelesen hatte. Zeit, ihn weiterzulesen.

  • Aus der Verweisstruktur des Netzes wird eine Extraktionslogik. Texte werden nicht mehr gelesen, sondern ausgebeutet, ihr Kontext verschwindet im Antwortformat.

    Leitmedium: Das drohende Ende von Open-Source-Projekten durch LLMs am Beispiel von Tailwind CSS

  • Angst und Kapitalismus

    I tend to think that most fears about A.I. are best understood as fears about capitalism.

    Transcript: Ezra Klein Interviews Ted Chiang

    Denn, so Chiang weiter, die meisten unserer Ängste, wenn es um Technologien geht, lassen sich am besten als Ängste vor der Art verstehen, wie der Kapitalismus sie gegen uns verwenden wird.

    Gedanken, die auf den ersten Blick klug wirken mögen (weshalb sie ja beispielsweise von Jason Kottke geteilt werden). Das erreicht der von mir sehr geschätzte Ted Chiang, indem er das Gefühl Angst dem gesellschaftlichen Großkonzept Kapitalismus gegenüberstellt. Das als Taschenspielertrick zu bezeichnen, mag zu weit führen, redlich finde ich es aber auch nicht – vom Technologiebegriff ganz zu schweigen. Podcasts, WordPress, Fediverse: alles Technologie.

    Ander gesagt: Den Satz „Angst vor der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist in Wahrheit Angst vor dem Sozialismus“ würde man aus guten Gründen für hochgradig albern halten.

  • keine Mehrheit

    Petitionen bringen nichts:

    Die Petition für einen Untersuchungsausschuss, die von der Lübecker Initiative Hafenstraße ’96 auf den Weg gebracht und von 10.000 Menschen unterzeichnet wurde, findet im Landtag keine Mehrheit.

    taz.de: Mord verjährt nicht

  • Wie oft man das wohl noch erklären muss

    Seit den 1980er Jahren ist die Beteiligung der Beschäftigten an den Gewinnen aus der Produktivität und Rentabilität der Unternehmen verschwunden.

    taz: „Das System ist gekippt“

  • Pulsaren

    Komme ich zur Super-Nova, so ist er längst bei den Pulsaren.

    Max Frisch – Tagebuch 1966-1971

  • 2016. Der Zackenbarsch ist der Star im Riff

    “Ein Mann braucht zwei Hosen”, dozierte der Mitsubishi Boy, “und in einer muss Geld drin sein.”

    2016. Der Zackenbarsch ist der Star im Riff

    Fediverse-Reaktionen