• Agnes Callard: Open Socrates

    Ich habe das Buch Open Socrates von Agnes Callard durch. Es war stellenweise etwas zäh, die Themen einzelner Kapitel haben mich nicht so sehr interessiert, ich muss jetzt auch kein fulminantes Verständnis von Sokrates‘ Philosophie haben; aber manches fand ich doch sehr interessant.

    Da ist die politische Philosophie, die ein schönes Argument für Anti-Politik liefert:

    politicization is the displacement of a disagreement from the context of argumentation into a zero-sum context where if one party wins, the other loses

    Da ist die Idee, dass man in den meisten Fragen einfach noch nicht weit genug gedacht hat, weil es unbequem wäre:

    thinking, we tell ourselves, is enjoyable. Socrates would say: that’s because you’re not actually thinking.

    Und die Idee, dass dieses Denken nur als soziale Aktivität, gemeinsam, also vermittels Kommunikation erfolgen kann:

    People find it hard to accept that thinking is a social activity

    Das widerspricht unser aller Auffassung des Denkens als Aktivität solipsistischer Genies. Schön ist dieses Bild:

    Each of us envisions ourselves as a kind of house, and inside that house is a special being—we call it “a mind,” and it has the power to figure out answers to questions.

  • streik

    Heute habe ich den freien Tag genutzt, um in Gelsenkirchen solidarisch am Streik teilzunehmen.

  • 24. Februar 2025

    Public Domain Image Archive: Dog’s Head, Julie de Graag, 1920

    Ich arbeite an meiner spektakelpolitischen Deprogrammierung. Der Politikpocast des DLF wird darunter auch leiden müssen. Besonders irre, wie vor allem die anrufenden Menschen kaum andere Fragen wie Was wird aus Habeck?, Was wird aus Lindner? formulieren können. Noch irrer, wie der Spruch Beim nächsten Mal kriegen sie dreißig Prozent schon jetzt unhintergehbarer Fakt zu sein scheint.

    Die Linke ist zurück – bei neun Prozent – und wird sich ab jetzt wieder auf ihr Nein zu Rüstung und Verteidigung reduzieren und darauf reduziert werden. Das ist keine Wertung dieser Haltung, lediglich Ausdruck einer Erwartung.

    Schon heute setze ich meinen Plan in die Tat um, ab jetzt wöchentlich meinem direkt gewählten Abgeordneten zu schreiben. Das ist Serdar Yüksel von der SPD. Noch firmiert er unter seiner Landtagsadresse.

  • wahlabend

    Der erste Wahlabend seit möglicherweise fünfundzwanzig Jahren, den ich nicht am Fernseher verbringe. Das Ergebnis ist zur Kenntnis genommen, alles Weitere ergibt sich recht erwartbar ab morgen.

  • 22. Februar 2025

    Morgen, spätestens nächste Woche, kann ich die ganzen Parteisoldaten und Parteiaccounts wieder aus den Feeds schmeißen, das wird sehr erholsam. Eine Schnapsidee war es zu glauben, ich würde von den unzähligen Infostand- und gute Gespräche-Beiträgen über irgendwas informiert.

    Hier was vernünftiges, zu finden auf Instagram:

    Wie kommt es, dass sich aktuell einige Leute – sowohl liberale als auch selbsterklärte radikale Linke – der Linkspartei zuwenden und was hat das mit dem Unvermögen zu tun, konstruktiv mit der Krisenhaftigkeit der aktuellen politischen Situation umzugehen?

    Fundierte Bargeldkritik:

    man holt Scheine, gibt sie weg, holt neue, gibt sie weg, komplett absurd, wenn man mal genauer darüber nachdenkt. Wir haben doch alle unterhaltsamere Dinge zu tun, als Papierchen zu verwalten, uns mit deren Beschaffung und Verteilung zu befassen.

    Ich habe das Buch Takeover von Timothy W. Ryback gelesen. Es geht um die Monate vor Hitlers Machtergreifung und ist eine minutiöse Schilderung auf dem Weg dahin. Ich las es,weil irgendwo stand, die aktuellen Geschehnisse in den USA seien so ähnlich. Natürlich sind sie das, sie sind aber auch in vielerlei Hinsicht unähnlich.

    Abgesehen davon finde solche historischen Abhandlungen, denen ihr fast übermenschlicher Rechercheaufwand anzusehen ist, immer wenig sinnhaft für mich: Muss ich wissen, was Papen zu Hindenburg am 17. November gesagt hat?

  • mer ksa mke

    auf
    mer
    ksa
    mke
    it!

    (wir wollen eure …)

  • 21. Februar 2025

    Ab jetzt immer mit einem Bild vom Public Domain Image Archive – heute: “The male grass spider” von David Fairchild, Marian Fairchild aus dem Jahr 1914

    social media, the machine that now decides what pop culture looks like, is now an inherently right-wing space.

    Ryan Broderick in Garbage Day vom 19. Februar

    Mehr habe ich heute nicht – bis auf: FUCK YOU / a magazine of the arts

  • 20. Februar 2025

    Vor Migranten und Windkraftanlagen zitternde Gesellschaften werden wenig dagegen zu setzen haben.

    Dirk Specht bei LinkedIn.

    Meine gestrige Hymne auf die Stadtbücherei kann ich heute über die Volkshochschule wiederholen, wo ich derzeit einen weiteren Niederländischkurs wahrnehme. Auch die zieht in das Bochumer Haus des Wissens.

    Der Politikwissenschaftler Adam Przeworski, von dem ich vor drei Jahren die Monografie Krisen der Demokratie las, führt ein Tagebuch über die Geschehnisse, von denen insbesondere seine Profession (die auf dem Papier auch die meine ist), seit Jahren vollkommen überfordert ist:

    “I am trying to find categories in which to place the current situation and historical precedents from which one could draw some enlightenment. I fail in both.”

    Bedauerlicherweise tut er das bei der Schrottplattform Substack. Kann man aber auch als RSS-Feed abonnieren, wie sich das gehört.

  • gmmrsbch

    Neonazis aus dem Oberbergischen plakatieren während des Wahlkampfes für die AfD. In den vergangen Wochen konnten immer wieder Neonazis dabei beobachtet werden, wie sie mit einem Transporter aus Gummersbach im Bochumer Stadtgebiet Plakate für die AfD aufhingen.

    Infoportal Antifaschistischer Gruppen aus Bochum

  • prkdrck

    Seit fast einem Jahr gibt es ihn: Den extrabreiten Fahrradweg auf der Essener Straße zwischen Wattenscheid und Bochum-Goldhamme – zweieinhalb Meter breit und acht Kilometer lang. Wo zuvor noch die Autos auf der rechten Seite der Straße geparkt haben, fahren heute Velos. Der Parkdruck für Anwohner sei dementsprechend groß, sagt Hans-Josef Winkler …
    (Quelle)

    Sinnfrei ist hier die Verwendung des Wortes „dementsprechend“. Denn der „Parkdruck“ entspricht nicht der Länge oder der Breite eines Radweges, sondern dem lediglich KFZ-Aufkommen.