• “Beim Lesen”

    “Was zuweilen am meisten fesselt, sind die Bücher, die zum Widerspruch reizen, mindestens zum Ergänzen: – es fallen uns hundert Dinge ein, die der Verfasser nicht einmal erwähnt, obschon sie immerzu am Wege liegen und vielleicht gehört es überhaupt zum Genuß des Lesens, daß der Leser vor allem den Reichtum seiner eignen Gedanken entdeckt. Mindestens muß ihm das Gefühl erlaubt sein, das alles hätte er selber sagen können. Es fehlt uns nur die Zeit, oder wie der Bescheidene sagt: Es fehlen uns nur die Worte. Und auch das ist noch eine holde Täuschung. Die hundert Dinge nämlich, die dem Verfasser nicht einfallen, warum fallen sie mir selber erst ein, wenn ich ihn lese? Noch da, wo wir uns am Widerspruch entzünden, sind wir offenbar die Empfangenden. Wir blühen aus eigenen Zweigen, aber aus der Erde eines andern. Jedenfalls sind wir glücklich. Wogegen ein Buch, das sich immerfort gescheiter erweist als der Leser, wenig Vergnügen macht und nie überzeugt, nie bereichert, auch wenn es hundertmal reicher ist als wir.“

    Aus: Max Frisch, Tagebuch 1946 – 1949

  • Verlinkt: die SPD und ihre Kandidaten

    „Vor diesem Hintergrund gibt es wohl nur noch eine sozialdemokratische Option, die Bundesregierung herauszufordern: Die SPD-Linke, organisiert in der Parlamentarischen Linken, PL, und dem Forum Die Linke in der SPD, DL 21, müsste eine eigene Kanzlerkandidatin oder einen eigenen Kanzlerkandidaten in den Ring werfen, der eine klare sozialstaatliche Handschrift führt und der Bevölkerung und der Parteibasis die oben skizzierten Zusammenhänge vermittelt“

    via Wirtschaft und Gesellschaft

  • Rechenschaft

    „Netzwerke haben zwar gegenüber starren Organisationen viele Vorteile, aber einen gravierenden Nachteil: Man kann sie nicht zur Rechenschaft ziehen.“

     via Semantik wirkt (!!!) | Sozialtheoristen

    (Genau das ist auch das Problem mit all den dezentralen Facebook-Alternativen, an denen bislang (erfolglos) herumgeschraubt wird. Schon die Kritik an Facebook ist groß, aber auf die (den? das?) kann man zumindest mit dem Finger zeigen. Aber wie soll das laufen, wenn man sich bei einem von womöglich tausenden von Nodes – zudem privat betrieben – anmelden kann?)

  • Geschichtsschreibung

    Ich rolle ja stets mit den Augen wenn, Anhänger von Parteien die Medien für deren Misserfolge verantwortlich machen – gerne praktiziert von Fans und Mitgliedern der Linken.

    Dennoch wird es spannend sein, zu beobachten, ob sich nicht in den nächsten Monaten eine bestimmte Erzählung manifestiert, nämlich die von der bezwungenen Krise. Bezwungen, wohlbemerkt durch die standhafte Kanzlerin Merkel.

    Wenn das nämlich passiert, wird Merkel im kommenden Wahlkampf nahezu unbezwingbar. Und es fängt schon an.

  • BILD

    „Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun.“

    Max Goldt über die BILD-Zeitung, Mein Nachbar und der Zynismus, in: Der Krapfen auf dem Sims, Alexander Fest Verlag, Berlin 2001, Seite 14 – via wikiquote.org

  • „i have seen into the future
    everyone is slightly older“

  • Verlinkt: selbstermächtigung is the word

    Leider sehe ich momentan nur eine Partei, die eine flächendeckende Weiterbildung durch das Web thematisiert: Die Piratenpartei und ihr Open-Access-Ansatz. In ihrem Gencode ist die Selbstermächtigung durch das (Mit-)Teilen von Wissen fest einprogrammiert. So wie anno 1830 bei den sozialdemokratischen Arbeiterbildungsvereinen…

    Via Warum die Linkspartei failt: Selbstermächtigung is the Word

  • Wir brauchen mehr Katastrophen | SozBlog

    Es bleiben nur die mittleren Katastrophen, um den Kippeffekt zu verhindern, zu verschieben oder zu mildern. Wer nicht hören will, muss fühlen. Eigentlich ist alles andere ausgereizt. Wenn das, was die Nature-Autoren beschreiben, eine reelle Möglichkeit darstellt, dann landen wir bei der zynischen Feststellung: Wir brauchen dringend mehr Katastrophen. In der richtigen Dosierung.

    via Wir brauchen mehr Katastrophen | SozBlog.