• „people who were right a lot of the time were people who often changed their minds.“

    via Some advice from Jeff Bezos by Jason Fried of 37signals.

  • „mehr Impro. mehr groove!“

    „Wir müssen hier – und das hier ist das Überall morgen – neue stilistische Schreibhaltungen erfinden, die diesem 24/7 Fluss mehr entsprechen, als die der Seminaristen, Föjetongisten oder Postdocs.“

    via

  • Ich sehe die Gefahr, daß wir mit unserer gebildeten Blickweise, die Politik abstrakt betrachtet und diskutiert, uns den Blick verstellen auf politische Fragestellungen und Betroffenheiten von Leuten, die sich den Luxus solcher Reflexion weder leisten können noch dazu in der Lage sind.

    Felix Neumann in diesem Kommentar.

  • Verlinkt: mehr als mal eben meßbar. Politische Kommunikation in Facebook

    Auch hier greift wieder die Diagnose, daß es nicht um »Politikverdrossenheit« geht, sondern um einen Bedeutungs- und Legitimitätsverlust hergebrachter politischer Form, Struktur und Kommunikation. Auch die politische Öffentlichkeit unterliegt einem strukturellen Wandel. Parteien und offiziöse Institutionen bündeln nicht mehr exklusiv die Willensbildung des Volkes; einfach die politische Gatekeeping-Funktion auch bei Facebook wahrnehmen zu wollen, einfach ein dezentrales, emergentes Beziehungsgeflecht mit Metriken einer Top-Down-Kommunikation zu beurteilen, muß scheitern.

    Via FXNeumann

    Parteien scheinen – im Netz generell – eigentlich nur zwei Gruppen anzuziehen: die entschiedenen Gegner, die dann oft als Nörgler wenn nicht Trolle auftreten und die eigenen Mitglieder bzw. Sympathisanten, die recht pauschal liken und beklatschen. Diejenigen, auf die es ankommt, weil man sie noch überzeugen muss oder kann, die unpolitischen, die unpolitisierten, finden dem Augenschein nach kaum statt. Womöglich auch, weil die Filter-bubble-Architektur sozialer Medien sie dort kaum jemals mit Politik in Berührung kommen lässt.

    Das von Felix gewählte Beispiel der Guttenberg-Solidarisierungswelle halte ich für unpassend, weil es so völlig unpolitisch war. Es hätte dabei ebenso gut um Till Schweiger oder Sido gehen können (nur kommt es in deren Metiers ja nicht auf Doktorarbeiten an). Reiner Personenkult bar jeden Inhalts.

  • Verlinkt: Die verlorene Unschuld der Baugemeinschaften

    Jüngere Beispiele zeigen auch, dass sich die Sensibilität von Baugemeinschaften für gewachsene Kiezstrukturen mitunter nicht von der profitorientierter Projektentwickler unterscheidet. So setzte sich in Pankow eine Baugemeinschaft trotz massiver Widerstände der Kleingärtner und von Kiezaktivisten damit durch, einen Teil einer Kleingartenanlage (Famos) als Baugrundstück zu erschliessen und die Kleingärtner zu vertreiben.

    via Die verlorene Unschuld der Baugemeinschaften | pankower gentrification blog.

  • Der Marienthaler Dachs

    »Der Dachs in Zahlen: 28 Meter lang (ungeschnitten) 61 cm breit 86.908 Wörter 516.974 Zeichen (mit Leerzeichen)  = knapp 10% länger als Faust 1+2 zusammen; aber nur halb so lang wie Karl Kraus‘ „Die letzten Tage der Menschheit“ 17 Darsteller- Rollen«

    postdramatiker.de

  • Parteiendämmerung (‘Bürgerdialog’ reflektiert)

    Die Berliner Grünen mit ihrer ‘Da müssen wir ran’-App im vergangenen Abgeordnetenhauswahlkampf, die CDU mit ihrem Zukunftsdialog (“ich nehme das mit”) und neuerdings dem ‘Tele-Townhouse’, die SPD mit dem ‘Bürgerdialog’: Parteien versuchen mit immer neuen Ideen und Verfahren, Bürgerinnen und Bürger in die Willensbildung und Ideenfindung einzubinden.

    Mit anderen Worten: Sie trauen ihrer eigenen Meinungsbildungs- und Lösungsfindungskompetenz (und auch ihrer Fähigkeit, Mitglieder zu werben) nicht mehr und entleeren sich inhaltlich gewissermaßen selbst: “Wir wissen es nicht, sagen Sie es uns.“

    Das Verfahren der innerparteilichen Willensbildung – Anträge, die ihren Weg gehen von der Basis über Parteitage –, wird endgültig ausgehebelt, galt schon lange nicht mehr viel und klingt ja auch furchtbar verstaubt (“Antrag, allein das Wort schon…”). Das wofür man eigentlich Partei sein sollte, wird nur noch von wenigen aktivsten Mitgliedern betrieben.

    Die Mitgliedschaft gilt im Rahmen solcher Beteiligungsverfahren (mithin: Verfahren, die beteiligen wollen, oder dies vorgeben) noch weniger als bislang schon, spielt mitunter gar keine Rolle, oder soll Passanten zum Ausfüllen von Kärtchen animieren.

    Das Versprechen, dass die Botschaft auf jenem Kärtchen dann irgendwie in das Wahlprogramm der SPD einfließen könnte, wertet die Parteimitgliedschaft ein weiteres Mal ab. Denn während der Zeitrahmen zur Mitwirkung am Wahlprogramm über den Weg der Antragstellung diese praktisch schon nicht mehr zulässt, kann man (übrigens ja auch als Parteimitglied) sich mittels des Kärtchen-Ausfüllens einem hochgradig intransparenten Lotterieverfahren unterwerfen, um vielleicht doch noch etwas einzubringen, was man für wichtig hält.

    Die damit einhergehende Hinwendung zum Bild eines partizipativen Bürgers ist zugleich eine Abwendung von all jenen, die von Parteien einfach Lösungen erwarten, ohne ihnen erst erklären zu müssen, worin die bestehen. Parteien verwechseln das Diffundieren ihrer selbst in der Gesellschaft bis zur Unkenntlichkeit mit der Verästelung, der Vernetzung, bei der sie immer als Partei erkennbar blieben.

  • „das letzte wich­tige Teil­sys­tem der Gesell­schaft vor Kunst und Reli­gion, das noch nicht digi­ta­li­siert ist“

    Christoph Kappes über Politik