Gelesen: Dirk Baecker –  ̶D̶̶i̶̶g̶̶i̶̶t̶̶a̶̶l̶̶i̶̶s̶̶i̶̶e̶̶r̶̶u̶̶n̶̶g̶

Als ich vor ein paar Jahren von Berufs wegen mit dem Nonsens-Thema Industrie 4.0 befasst war, bot Dirk Baeckers Band 4.0 oder Die Lücke die der Rechner lässt einen willkommenen Ausblick über den Hype hinaus. Baecker denkt und schreibt Gesellschaft und ihre Evolution auf originelle Art systemtheoretisch, schwer zugänglich, aber so, dass stets einige gute Ideen hängen bleiben.

Digitalisierung lese ich als konzeptionelle Fortentwicklung vieler Ideen aus 4.0: die Frage, welche Begriffe dabei helfen, zu verstehen, wie sich die Gesellschaft auf ihre Digitalisierung einlässt. Künstliche Intelligenz scheint dabei eine weitere, notwendige Stufe der Digitalisierung der Gesellschaft zu sein:

Nicht mehr der Turing-Test, sondern ein Durkheim-Test ist das Maß aller Dinge. [..] die Fähigkeit der Maschine, sich kooperativ in soziale Systeme der Interaktion auch mit Menschen einzufinden.

Nichts veranschaulicht das derzeit so gut, wie das Marketing von Anthropic und des Sprachmodells Claude: der Arbeitsplatz, als überschaubar komplexes Interaktionssystem mit vorhersagbaren Rollenmodellen.

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