
»Nett hier, aber waren Sie mal im Westpark zu Bochum?«

»Nett hier, aber waren Sie mal im Westpark zu Bochum?«
Auf Empfehlung vom Couchblog für einen schlanken Fünfer bei der Bundeszentrale für politische Bildung bestellt.
Es gibt nicht die Elite im populistischen Sinne, aber es gibt Eliten. In der Elitenforschung der Politikwissenschaft wird ihnen bei der Einführung und Stabilisierung demokratischer Institutionen eine wichtige Rolle zugeschrieben.
Das habe für die Revolutionen und Transitionsprozesse in Mittel- und Osteuropa gegolten und auch in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland übernahmen demokratisch orientierte Nachkriegseliten die Verantwortung für die Konsolidierung der zweiten deutschen Demokratie.
Das ist meiner persönlichen Meinung nach aber weniger Ausdruck des demokratischen Elements der modernen Demokratie, sondern ihres repräsentativen, denn es handelt sich bei allen modernen Demokratien und repräsentative Demokratien. In welchem Maße damit vor allem in der US-amerikanischen Verfassungsgeschichte zwei eigentlich disparate Prinzipien verheiratet wurden, erklärt Philip Manow sehr gut in ‚(Ent-)Demokratisierung der Demokratie‘.
Demokratische Repräsentation (drehen wir die Begriffe doch einfach um) schafft jedenfalls eine politische Elite, die sich für geraume Zeit heterogon – sowohl aus bürgerlichen wie aus Arbeiterhaushalten – rekrutierte. Die Leistung von Hartmanns Buch besteht vor allem darin, darzustellen, welchen Einfluss diese Herkunft auf politische Haltungen und Auffassungen hat, und wie sich diese Rekrutierung veränderte.
Interessant: Das Buch ist 2019 erschienen und wirkt bereits jetzt, vor allem mit der Würdigung von Jeremy Corbyn und Bernard Sanders, sehr aus der Zeit gefallen. Was inzwischen passiert ist, hat Michael Hobbes (via Garbageday) gut zusammengefasst:
I think we’ll look back on the last decade as a time when social media gave previously marginalized groups the ability to speak directly to elites and, as a result, elites lost their minds.
Was für ein bedrückender, beeindruckender Film. Zudem ein Debüt. Wie es die Tradition will, wurde ‚Im Haus meiner Eltern‘ zu nachtschlafender Zeit ins lineare Programm gesetzt, wie Heike Hupertz bemängelt. Man findet ihn in der ZDF-Mediathek.
Einer soll erklären, ob er einfach nur so weitermachen möchte, bis er nicht mehr da ist. Die übrigen müssen das nicht, dabei tun sie es auch. Es gibt in dem gesamten Film keine Kinder.
Jens Brock kam ohne jegliche Vorerfahrung durch Zufall zu seiner ersten Schauspielrolle: Der Filmemacher Tim Ellrich sah ihn während der Vorbereitungen für einen autobiografisch geprägten Film auf einer Parkbank in Berlin sitzen und machte in mehrfacher Hinsicht eine große Ähnlichkeit Brocks mit seinem Onkel aus. Er sprach Brock an und besetzte ihn schließlich in der zentralen Rolle dieses an Schizophrenie erkrankten Familienmitglieds.
Jens Brock bei Filmportal.de

Diese Saison mal wieder mit Stecktabelle (erstmal nur zweite Liga, ich bin nicht so der Bastler). Hier der prognostizierte Tabellenstand zum Saisonabschluss.

Ähnlich wie bei Derviş Hızarcı: Viel zu selten lese ich solche Bücher; im Fall von ë sind das Bücher, welche die gesellschaftliche Normalität und Realität von Einwanderung und Migrationsgeschichte erhellen. Große Empfehlung.
Mehr zu ë auf der Homepage von Jehona Kicaj.

Der erste von zweiundzwanzig Bänden des Gesamtwerks. Es dauerte ein wenig, bis ich in den von Monologen und Tiraden geprägten Text hineinfand. Dann wurde er sehr gut.

Zumindest am letzten Tag wollte ich im neuen Lohrheidestadion noch ein wenig Leichtathletik gucken. Das hat Spaß gemacht, vor allem der Stabhochsprung.
Das Drumherum nervte geringfügig: Tickets gab es nur online, an den Kiosken galt hingegen ausschließlich Barzahlung.
Vor allem kam man mit dem Bus 365 zwar hin, aber nicht weg, denn die Haltestelle direkt am Stadion ist ebenso aufgehoben wie die nächste. Begründung: wegen einer Veranstaltung — also genau der Grund, der funktionierende Busse eigentlich nahelegen sollte.

Auch ich bin dem selektiven Hören von Songs zum Opfer gefallen. Ein Album vom Anfang bis zum Ende durchzuhören, hat leider inzwischen Seltenheitswert. Zeit ist knapp, Ablenkungen sind zahlreich, die Ausflüchte ebenfalls.
Umso schöner, dass ich nach Jahren wieder auf ein Album gestoßen bin, das mich auf eine Weise packt, die zum Durchhören geradezu zwingt. Die mag es in den vergangenen Jahren auch gegeben haben, aber ich bekomme auch nicht mehr so viel von neuer Musik mit wie einst.
Lorde ist eine Künstlerin, die ich bis dato allenfalls dem Namen nach kannte. Ihr viertes Album Virgin ist lupenreiner Pop, wie er mir kaum besser gefallen könnte. Elektronisch, mit einer kühlen Grundstimmung unter zahlreichen rauschhaften, gleißend-hellen, schwärmerischen Momenten, Passagen, Melodien und Hooks. Herrliche Musik und eine, wie ich gerade lerne, hochinteressante Künstlerin. Es wird viel zu entdecken geben.