• David Koepp – Cold Storage

    Ein mäßig unterhaltsamer SciFi-Thriller, der vom Future Ltd.-Podcast in höchsten Tönen gelobt wird, den Anspruch aber kaum einhält.

  • Erich Kästner – Der Gang vor die Hunde

    Von diesem Buch hatte ich noch nie gehört (tatsächlich glaube ich, dass ich Kästner praktisch nur mit Kinderbüchern assoziiert hatte), bis ich von einer kürzlich abgedrehten Verfilmung des Stoffes las:

    Gerade hat Dominik Graf, einer der besten zeit­genös­si­schen Filme­ma­cher, »Fabian« abgedreht, seinen neuen Film, eine freie Adaption von Erich Kästners Roman »Fabian oder Der Gang vor die Hunde«.

    Wie umgehen mit Anti-Demo­kraten? Der schwache Gegner Mendig und die Konse­quenzen seines Falls für den deutschen Film. Eine erste Bilanz erfolg­rei­cher Banden­bil­dung – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­gän­gers, 204. Folge bei Artechock

    Die Veröffentlichungsgeschichte des Romans ist etwas kompliziert, was daran liegt, dass der Stoff außerordentlich explizit ist, für die zwanziger/dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts geradezu pornografisch, so dass der Verlag ihn nicht in der vorgelegten Form abdrucken wollte. Das wird im Anhang dieser Edition ausführlich erklärt.

    Es gelingt Kästner beängstigend gut zu schildern, wie die vielfach inszenierten „Goldenen Zwanziger“ Berlins in den Nationalsozialismus kippen. Wie sich die Gewalt und Rohheit Bahn bricht. Und die Lethargie der Protagonisten dem nichts entgegensetzen will.

    Ich bin ebenfalls gespannt auf die Verfilmung. Vor allem frage ich mich, ob der Film im Stile eines „Babylon Berlin“-Brimboriums ebenfalls in der Zwischenkriegszeit spielen wird, oder, ob man ihn in die Jetztzeit verlegt (was ich mir sehr gut vorstellen kann, aber nicht sicher bin, was ich davon halten würde).

    Vielleicht ist das noch nicht deutlich geworden, aber dieses Buch ist außerordentlich gut. Eigentlich möchte ich es direkt nochmal lesen.

    Lernt schwimmen!

  • Margaret Atwood – The Testaments

    Sehr überrascht war ich von der Nachricht einer Fortsetzung des großartigen Handmaid’s Tale vor einigen Wochen, die ich dann auch prompt vorbestellte und zu lesen begann, nachdem ich mit dem leidigen Gottkaiser des Wüstenplaneten fertig war.

    Der Report der Magd wurde ja überaus erfolgreich in Serienform gegossen. Das Resultat kenne ich nicht, frage mich aber, ob es Anlass für diesen Fortsetzungsband war, ein anderer fällt mir nämlich nicht ein. Denn leider tut The Testaments dem Report nicht gut, wie so oft, wenn gutes Worldbuilding weiter unnötig ausgeschmückt wird.

    So lässt das weitere Ausleuchten der Hierarchie und Arbeitsteilung der christlich-fundamentalistischen Theokratie Gilead diese umso holzschnittartiger und auch unplausibler wirken. Vor allem aber der Kern der Geschichte, der sich um den Transport von Informationen dreht, lässt viel Plausibilität vermissen.

    Die gute Nachricht ist, dass Der Report der Magd (oder eben The Handmaid’s Tale) eine der besten Dystopien der literarischen Welt bleibt und wer sie noch nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt nachholen. Zur Serie kann ich nichts sagen. The Testaments ist vermutlich eher etwas für Komplettisten.

  • Frank Herbert – God Emperor of Dune

    Der nächste Band aus dem Dune-Zyklus und zugleich der, mit dem ich, wenn ich mich recht erinnere, vor Jahren die Lektüre abgebrochen habe. Zu unzugänglich war und ist diese Geschichte, die im Wesentlichen aus Audienzen bei oder Gesprächen mit dem titelgebenden Gottkaiser Leto besteht, der seit 3500 Jahren ein gezielt zur Stagnation gebrachtes Reich regiert und sich dabei langsam in einen Sandwurm verwandelt. So there …

    Völlig unklar ist mir, was Herbert zu dieser Erzählung veranlasst, inspiriert hat, was er mir als Leser mitteilen wollte oder was die Erzählung zu seiner Zeit vor rund fünfzig Jahren ausgesagt haben mag. Ob es um eine bestimmte politische Philosophie oder eine Lektion in Ökologie oder um Religion geht. Das macht natürlich auch einen Teil der Faszination aus, die zweifellos besteht. Und ganz sicher werde ich den Zyklus zu Ende lesen. Unbedingten Vorrang hat aber M. Atwoods Fortsetzung des Reports der Magd; die liegt schon seit Wochen auf dem Kindle.

  • Wandern in Bochum-Weitmar

    Es hat mehr den Charakter eines Spaziergangs, weil man nicht erst irgendwo hinfahren muss, um loszugehen, sondern einfach die Wohnung verlässt. Und es verblüfft mich immer wieder aufs Neue, wie viel Feld, Wald und Wiesen wir hier im Umkreis haben.

  • Frank Herbert – Children of Dune

    Je weiter ich in der „Wüstenplanet“-Saga vordringe. desto mehr Sorgen mache ich mir um die anstehende Verfilmung, die wohl (hoffentlich) sehr frei mit dem Stoff umgehen wird. Auch die Children of Dune variieren das White Savior-Thema nämlich nur sehr begrenzt, da ist nicht viel vom Subverting the Trope. Politik und Herrschaft beschränken sich auch hier auf Reiche mit Imperatoren (oder korrumpierten Regentinnen).

    Vielleicht am faszinierendsten an der Saga ist, wie wenig sie Science Fiction sein will: Eine Space Opera, die nahezu nur auf einem Planeten spielt; eine praktisch anti-technologische Gesellschaft, fast so als wollte Herbert die Geschichte eigentlich in der frühen Neuzeit spielen lassen, brauchte aber Raumschiffe (auch überaus untypisch: SciFi ohne ausufernde Schilderungen vom Aussehen ihrer Raumschiffe!).

    Anstelle dessen jede Menge Philosophie über Macht und Religion, die oft substanzieller klingen will, als sie ist – und ebenso viel intrigante „Pläne innerhalb von Plänen“, daher ja meine Vermutung, dass die Verfilmung nicht zuletzt auch wegen des Game of Thrones-Erfolgs ansteht.

  • Frank Herbert – Dune Messiah

    Seltsam, ich war sicher, diesen Band vor nicht allzu langer Zeit im Anschluss an Dune selbst gelesen zu haben, konnte mich an die Handlung aber kaum erinnern.

    Bei Messiah von Handlung zu sprechen ist allerdings eine Herausforderung, denn vieles verschwimmt in langen, philosophielastigen Dialogen und opaken Visionen.

    Dennoch gefällt mir der Band sehr gut. Man versteht, warum gerade jetzt eine neue Dune-Verfilmung (von Denis Villeneuve) ansteht, wenn man der vielen Ähnlichkeiten zum Game of Thromes-Stoff gewahr wird: Viele Fraktionen, Intrigen, ein großer Cast und eine schon recht komplexe Fantastik-Welt. Dune wird zwar ziemlich klar der Science Fiction zugerechnet, aber darum scheint sich Herbert sympathischer Weise nie geschert zu haben.

  • Stephen King – It

    Weil ich mit The Shining ja durchaus etwas anfangen konnte, griff ich zu dem King schlechthin und … naja. Bei Shining gefiel mir das Kammerspielartige ja sehr. It enthält hingegen immens viele Figuren und King macht eine überwältigende Fleißarbeit daraus, jeder und jedem eine passable Hintergrundgeschichte zu schneidern.

    Was auch selten passiert: Dass ich bei einem Buch nach hinten raus zunehmend die Lust verliere. Aber die unvermeidlichen Konfrontationen mit It lesen sich einfach nicht besonders spannend. Außerdem fand ich viele der Gestalten, in denen It erscheint, ein wenig albern. Ist das in den Verfilmungen eigentlich auch so, dass It längst nicht nur als Clown erscheint?

  • Podcasts 2019

    Bis in den Mai diesen Jahres hielt ich eine ziemlich strenge Podcast-Routine ein, die auch, aber nicht ausschließlich darin bestand, jeden Morgen (zum Frühsport und -stück) die Sendungen Hintergrund und Europa Heute des Deutschlandfunks, den Podcast Der Tag derselben Sendeanstalt sowie das WDR5 Politikum zu hören. Das hatte ich bis dahin auch drei bis vier Jahre so eingehalten, ein liebgewonnenes Ritual, das ich recht spontan aufgegeben habe. Vielleicht passt es nach dem Umzug nach Bochum einfach nicht mehr in den Tagesablauf, vielleicht war der Informationswert auch einfach zu niedrig (niedrig war er auf jeden Fall, aber das ist ein eigenes, schwieriges Thema).

    Jedenfalls habe ich mir seitdem zu eigen gemacht, nur noch Sendungen zu hören, von denen mich das Thema tatsächlich interessiert. Gerade heute bin ich dabei auf drei für mich neue Podcasts gestoßen, die mich sehr begeistert haben:

    Sicherheitshalber:  Der Podcast zur sicherheitspolitischen Lage in Deutschland, Europa und der Welt, unter anderem mit dem mir schon länger bekannten Journalisten Thomas Wiegold. Die derzeit aktuelle Folge 15 (Chinas sicherheitspolitische Fähigkeiten und Ambitionen) weist vor allem dank des Gastes Dr. Sarah Kirchberger eine unfassbare Dichte an Information auf und ist hochinteressant – auch wenn man glaubt, sich nicht für Sicherheitspolitik zu interessieren (wie ich), oder interessieren zu müssen.

    Future Ltd Der Science Fiction Podcast: Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich die Stimme und den Namen des Moderators Max v. Malotki zuordnen konnte, tatsächlich kenne ich ihn aber gut vom oben genannten WDR5 Politikum. Hier kann er nach Herzenslust den Nerd raushängen lassen. Seine Hörfunkerfahrung kommt dem Podcast natürlich zugute, aber auch hier machen interessante Gäste wie Sebastian Ko in der Marvel/MCU-Episode den feinen Unterschied.

    Ähnliches gilt für den Indiefilmtalk, der mich mit seiner Folge zur Thematik Künstliche Intelligenz und dem immens kompetenten und interessanten Gast Christoph Dobbitsch überzeugte.

    Was mir dabei gerade auffällt: Die oben genannten Hörfunkprogramme rufen, wenn es um externe Kompetenz geht, immer Hochschulprofessoren oder andere „Experten“ an. Das ist aber anscheinend nicht immer das selbe wie Menschen, die leidenschaftlich für ein Thema brennen (dass es dabei Schnittmengen gibt, beweist wiederum Frau Kirchberger im Sicherheitshalber-Podcast). Aber auch die Zeit macht den Unterschied: Wenige Minuten pro Gespräch wie bei Der Tag oder dem Politikum, oder eine gute Stunde, wenn nicht gar neunzig Minuten?

  • Past Inside the Present – Portraits of Past Vol​.​I

    Past Inside The Present ist ein Label, welches sich laut Ambient Blog auf „ambient, ethereal soundscapes and minimal music“ fokussiert. Genau meine Kragenweite also.