• Vladimir Nabokov – Lolita

    BĂŒcher: Lolita by Vladimir Nabokov 📚

    Ein Buch ohne Moral, wie der Autor im Nachwort höchstselbst festlegt, was mich als Leser, der sich wĂ€hrend der LektĂŒre schon frĂŒh darauf verstiegen hat, Lolita werde zeigen, wie das Monstrum intelligent, gebildet, humor- und stilvoll, sogar sympathisch sein könne, schwer verunsichert.

    Die Moral findet sich vielleicht außerhalb des Werks, nĂ€mlich in der Weise, wie der Titel, der Name, das Wort Lolita lĂ€ngst zur Chiffre geworden ist fĂŒr die Sexualisierung von MĂ€dchen, von Kindern. Denn eine verbreitete Lesart scheint zu sein, das titelgebende Kind sei VerfĂŒhrerin. Das wird von dem nicht immer zuverlĂ€ssigen ErzĂ€hler zwar auch insinuiert, ist aber selbstverstĂ€ndlich Unsinn: Die wenigen Momente, in denen das Leiden dieses um seine Kindheit beraubten Kindes angedeutet wird, gehören zu den besten dieses nicht nur sprachlich herausragenden Romans.

  • ich musste lachen:
    [www.youtube.com/watch](https://www.youtube.com/watch?v=_pWBRTqhRRE)

  • Substack Turns On Its ‘Nazis Welcome!’ Sign | Techdirt alle Substack-Abos kundigen, alles andere ist inakzeptabel. Hier bei Micro.blog kann man ĂŒbrigens auch Newsletter verschicken, wenn auch ohne Monetarisierung.

  • Technikupdate

    Es ist einmal mehr alles in Bewegung geraten. Nicht nur, dass ich zwei meiner WordPressblogs löschte, von denen ich einen als richtigen und den zweiten als Microblog bezeichnet hatte, ich habe auch dieses Profil reaktiviert und mein Mastodon-Profil hierher ĂŒbertragen.

    All das geschah mehr oder weniger aus Launen heraus – Verdruss ĂŒber den Pflegeaufwand von WordPress und dessen mangelnde Niederschwelligkeit als Bloggingplattform, Experimentierfreude und das EingestĂ€ndnis, dass es eigentlich alles egal ist.

    Die BlogbeitrĂ€ge habe ich mit diesem Node.JS-Skript in Markdown ĂŒberfĂŒhrt und in meinen Obsidian-Vault gelegt, wo sie nun gĂ€nzlich unverlinkt (bis auf die Kategorien) darauf warten, gelesen zu werden.

  • The Case for the Fediverse – MacStories freue mich auf die vielen neuen fediverse Anwendungen in 2024

  • Jana Winderen – The Blue Beyond

    Jana Winderen macht die fĂŒr mich derzeit interessanteste Field Recording- und Ambientmusik. Sie ergĂ€nzt mit The Blue Beyond ihre Diskografie um zwei fĂŒr die Art Basel in Basel und Miami kommissionierte StĂŒcke.

    Du Petit Risoud aux Profondeurs du Lac de Joux beginnt mit WaldgerÀuschen und wechselt zu Unterwasseraufnahmen im Lac de Joux.

    Das zweite StĂŒck, The Art of Listening: Under Water, kombiniert Aufnahmen aus dem Atlantik, der Barentssee und tropischen GewĂ€ssern, inklusive mechanischer StörgerĂ€usche. „The Blue Beyond“ beleuchtet menschliche EinflĂŒsse auf schwer zugĂ€ngliche natĂŒrliche Umgebungen.

    NatĂŒrlich gekauft bei Bandcamp.

  • Anthony Burgess – A Clockwork Orange

    Mal ein Klassiker, der sich flott lesen lĂ€sst – und das trotz der zahlreichen erfundenen SlangausdrĂŒcke, mit denen der Text durchzogen ist. Burgess mutet Leserinnen und Lesern ein hohes Maß moralischer AmbiguitĂ€t zu, was Clockwork Orange deutlich weniger plump wirken lĂ€sst als dies Dystopien wie 1984 oder Brave New World taten.

  • Triggerpunkte

    Ein bahnbrechendes Buch, zu dem – so mein uneinhaltbarer Vorsatz – noch viel zu schreiben sein wird. Triggerpunkte ist die sicherlich beste Kartierung der Gesellschaft der Gegenwart. Ein Buch, das man stets griffbereit haben sollte; so wie einst einen Atlas, oder ein Telefonbuch.

  • Naomi Klein – Doppelganger: A Trip Into the Mirror World

    Die Publizistin Naomi Klein wurde in der Pandemie hĂ€ufig mit der ehemaligen Feministin und inzwischen stark rechtslastigen Impfkritikerin Naomi Wolf verwechselt. Aus diesem leidlich interessanten Umstand heraus schrieb Klein das Buch DoppelgĂ€nger, in welchem sie das titelgebende Motiv auf eine Vielzahl von Themen anzuwenden versucht. Das gelingt mehr schlecht als recht, wird die Metapher doch schnell ĂŒberstrapaziert und zum Ende hin nahezu fallengelassen.

    Fast am Ă€rgerlichsten ist die immense Diskrepanz in der QualitĂ€t der Kapitel. Geht es um die Aufarbeitung der grausamen Historie kanadischer Indigenen-Schulen oder das sehr persönliche Kapitel zum Thema Autismus, so ist DoppelgĂ€nger fesselnd und mitreißend.

    Leider wĂ€rmt Klein aber auch die postkolonialen Vorstellungen auf, laut denen an der SingularitĂ€t des Holocaust zu rĂŒtteln sei. Immerhin wird hier die Armseligkeit der ganzen Argumentation deutlich, die ĂŒber ein schlichtes told you so nicht hinausgehen mag.

    SelbstverstĂ€ndlich muss das Buch mit der Israelkritik enden, wie sie von Linksliberalen aus Nordamerika wohl inzwischen zu erwarten ist. Das wirkt im Kontext des mĂŒhsam aufrechterhaltenen DoppelgĂ€nger-Motivs vollkommen deplatziert und ist gegenwĂ€rtig besonders schwer zu ertragen. Klein ist BDS-Sympathisantin, was ich nicht wusste; ich hielt sie aus alten No Logo-Zeiten irrigerweise fĂŒr klug.

  • Omri Boehm – Radikaler Universalismus

    Erfreulich viel Kant, erstaunlich viel altes Testament. Nicht, dass das schlecht wÀre.

    Gut ist das PlĂ€doyer fĂŒrs Selberdenken ohne „tote oder mechanische Weise“ („Satzungen und Formeln“), blöd wird’s, wenn das erst von einigen wenigen vorgemacht werden soll.