„I tend to think that most fears about A.I. are best understood as fears about capitalism“
Ted Chiang

„I tend to think that most fears about A.I. are best understood as fears about capitalism“
Ted Chiang

Beak >> ist erstens die Band, die irgendwas mit Portishead zu tun hat, ich vergesse aber immer, was das war, und zweitens eine Band, die ich während einer Autofahrt im Radio entdeckte und das, Autofahren und Radiohören sind zwei mittlerweile vollkommen abwegige Umstände. Drittens sind Beak >> die einzige Krautrockband, die ich neben Can dulde.
Yatton ist sehr gut:
Ebenso diese Performance:
Jahrelang ist die durchschnittliche Lebenszeit, die pflegebedürftige Menschen in Einrichtungen der Altenhilfe verbringen, stabil geblieben. Das ist nicht mehr so: Seit 2019 sind die Verweildauern in der stationären Altenhilfe kontinuierlich gesunken, so das Ergebnis einer bundesweiten Erhebung des Deutschen Caritasverbandes.
Von Gewalt ist bekanntlich alles gut. Gewalt funktioniert. Es funktioniert:
Und mit zugehaltener Nase etwas zu wählen, um etwas anderes zu verhindern, ist – siehe USA, siehe Frankreich – weder besonders attraktiv, noch eine Dauerlösung.
Hallucination I: 14 Minuten monotones Premiumbrummen von Eluvium – zu finden auf dem Album Virga II
Um den Wert von Grundrechten zu kapieren, muss man den Versuch, diese Björn Höcke zu entziehen, nur mal umkrempeln: Gerade Staatsfeinde brauchen sie.
Autechre schätze ich als Electro- oder IDM-Duo, das dem albernen Genre Intelligent Dance Music (IDM) zugeschrieben wird. Schon seit Jahren ist es mir ein Rätsel, ob sie diese Musik aus Beats, Glitches und granularem Chaos von unmenschlicher Komplexität überhaupt noch selbst machen, oder ob sie die Algorithmen längst sich selbst überlassen haben. Viel zu selten denke ich daran, dass die beiden auch immer wieder phänomenale Synth-Riffs, Flächen und Melodiebögen entworfen haben. Oft sind die tief unter den Beats vergraben, mitunter stehen sie aber auch völlig für sich. VLetrmx21 ist so ein Stück purer Atmosphäre, erschienen vor 28 Jahren auf der Garbage-EP. Ich hatte vergessen, dass es existiert und es gerade glücklicherweise in einer Ambient Autechre Playlist auf Youtube wiederentdeckt.
Gidge machen auf unnachahmliche Art winterlich-hölzerne Elektronik; kristallin und makellos. Ihr aus meiner Sicht bestes Album LNLNN kann man digital und in weiteren Formaten [bei Bandcamp kaufen](https://gidge.bandcamp.com/album/lnlnn).
Es ist eindrucksvoll, nach den Essays von Ursula Le Guin die Texte von Nick Land zu lesen. Auf der einen Seite klare Sprache, der man das Verstandenwerdenwollen abnimmt, die sich zu realen Problemen in der wahren Welt verhält; auf der anderen Seite sich selbst genügender menschenabgewandter Text, der nichts bezeichnet und nichts bedeutet.
Lands Essays werden in dem Band Okkultes Denken von Dietmar Dath und Philipp Thelsohn zusammengefasst, auf den ich im Die neuen Zwanziger Podcast stieß (genauer: dessen „Salon“, wo Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt Bücher und Texte vorstellen). Land gilt als einer der Vordenker des Dark Enlightenment oder auch der Neo-Reaktion, jenen Denkschulen, die auf für mich unbestimmte Art in den USA herumwabern und die neue Rechte beeinflussen. Mich damit zu beschäftigen, schien lohnenswert.
Es war zweifelsfrei innovativ und avantgardistisch, schon 1992 mit Begriffen Cyber, Hyper, Techno und Matrix auf eine Weise zu hantieren, die heute kaum noch cringe-frei möglich ist. Diese ganze Maschinen-Science Fiction überdies noch mit Philosophie, Kybernetik, Psychoanalyse und so etwas wie Systemtheorie zu verklumpen, kann man kreativ nennen. Aber: Es bedeutet alles nichts.
Man muss The Twittering Machine von Richard Seymour als die prägnanteste Diagnostik unserer Zeit betrachten:
We are, abruptly, scripturient – possessed by a violent desire to write, incessantly
Dieses obsessive Schreiben, die Produktion von Semantik um ihrer selbst willen – nicht erst in diesem Jahrhundert und nicht erst in den sozialen Medien (Bücher sind soziale Medien) – ist, was Land betreibt. Okkultes Denken endet mit einem „Korrespondenzessay“ der beiden Herausgeber, das den eigentlich lohnenden Teil des Buches ausmachen soll, wenn ich Schulz und Schmidt richtig verstanden habe. Darauf bin ich sehr gespannt.