Kategorie: Musik

  • lichtspielhaus

    Ein Stück aus dem Jahr 2006, lange vergessen. Heute begann es mir zu gefallen. Daher die spontane Veröffentlichung.

    Fediverse-Reaktionen
  • 20 Jahre last.fm

    Am 16. Dezember 2004 richtete ich mein last.fm-Profil ein, darüber gab die Seite bis heute Auskunft. last.fm war lange Zeit für mich die wichtigste Adresse im Netz, ein Meilenstein des Web 2.0, im Grunde meine Homepage.

    Last.fm begleitete die Digitalisierung meines Musikkonsums über Jahre hinweg. Lange vor Spotify konnte man dort als zahlender Kunde verschiedene Radios hören. Die Empfehlungsalgorithmen auf Basis des eigenen Musikgeschmacks funktionierten für mich nie besonders gut (tun sie bei Spotify aber auch nicht). last.fm war neben allem auch Social Network, Konzertdatenbank, Launchpad für junge Bands und Homepage zur Selbstdarstellung für Musikbegeisterte.

    Fragen, mit denen man als Nutzer rang, der kein belauschtes Stück Musik ungescrobbelt wissen wollte: Wie bringe ich einem iPod bei zu scrobbeln? Was tun, wenn ich Schallplatten höre? (Die Musik zeitgleich stumm digital mitlaufen lassen, natürlich.) Welche Android-App leistet das Scrobbeln am besten?

    Dann setzte irgendwann Stagnation ein: Die Plattform verharrt seit Jahren auf ihrem derzeitigen Stand und scheint sich als Werbeplattform zu genügen. Ich wäre überrascht, würden in diesem Jahr noch annähernd soviele Tracks gescrobbelt wie vor beispielsweise zehn Jahren.

    Was mich betrifft, so geriet Musik im Laufe der Jahre gegenüber anderen Medien (leider) in den Hintergrund, das Scrobbeln selbst wurde technisch aufgrund der wachsenden Zahl an Abspielmöglichkeiten, -gerät und apps immer aufwendiger und auch unwichtiger.

    last.fm-Datenbank archivieren

    Somit fällt mir der Entschluss nicht schwer, mein Profil nach exakt zwanzig Jahren einzustellen und zu löschen. Die Datenbank soll und wird nicht verschwinden, sondern vermittels des Tools Last.fm to csv archiviert, so dass ich sie selbst durchforsten kann, wann und wie ich will.

    Mit dem Dienst „Soundiiz“ kann man außerdem Playlisten in die üblichen Musikplattformen wie in meinem Fall Tidal importieren. Das werde ich wohl nutzen, um die über 800 Loved Tracks aus last.fm rauszubekommen (Update: Hier ist die Tidal-Playlist).

    Das letzte gesrcobbelte Stück wird An Opening von Bethan Kellough gewesen sein, gehört am 12. Mai 2023 um 17:30. Die Datenbank reicht nicht ganz bis 16. Dezember 2004 zurück: Der erste darin festgehaltene Track war 7 Days, 7 Weeks von dEUS, gehört am 30. Dezember 2005 gegen 13:30.

    In den zwanzig Jahren bis heute habe ich 165.293 Songs mit last.fm erfasst, von 5.661verschiedenen Bands und Künstlern. Die zehn meistgehörten Songs waren

    You Are a Runner and I Am My Father’s Son – Wolf Parade
    Shine a Light – Wolf Parade
    Dear Sons and Daughters of Hungry Ghosts – Wolf Parade
    I’ll Believe in Anything – Wolf Parade
    Such a Shame – Talk Talk
    Modern World – Wolf Parade
    Fancy Claps – Wolf Parade
    We Built Another World – Wolf Parade
    Start to Move – Wire
    Grounds for Divorce – Wolf Parade

    (Ja, ich hatte eine exzessive Wolf Parade-Phase)

    Die Top 10 Bands und Künstler:

    1. Modest Mouse 2.922 scrobbles
    2. Wolf Parade 2.074
    3. Wire 1.907
    4. Radiohead 1.784
    5. Tortoise 1.680
    6. Guided by Voices 1.662
    7. Sufjan Stevens 1.645
    8. Sonic Youth 1.567
    9. Liars 1.501
    10. Deerhoof 1.339

    Ob das Internet noch einmal so gut wird, wie in den Jahren nach 2004? Ich würde mich sehr darüber freuen. Jetzt klicke ich hingegen auf Delete User Account flowbackwards.

  • Beak >>

    Beak >> ist erstens die Band, die irgendwas mit Portishead zu tun hat, ich vergesse aber immer, was das war, und zweitens eine Band, die ich während einer Autofahrt im Radio entdeckte und das, Autofahren und Radiohören sind zwei mittlerweile vollkommen abwegige Umstände. Drittens sind Beak >> die einzige Krautrockband, die ich neben Can dulde.

    Yatton ist sehr gut:

    Ebenso diese Performance:

  • Von Gewalt ist bekanntlich alles gut. Gewalt funktioniert. Es funktioniert:

  • Hallucination I: 14 Minuten monotones Premiumbrummen von Eluvium – zu finden auf dem Album Virga II

  • VLetrmx21

    Autechre schätze ich als Electro- oder IDM-Duo, das dem albernen Genre Intelligent Dance Music (IDM) zugeschrieben wird. Schon seit Jahren ist es mir ein Rätsel, ob sie diese Musik aus Beats, Glitches und granularem Chaos von unmenschlicher Komplexität überhaupt noch selbst machen, oder ob sie die Algorithmen längst sich selbst überlassen haben. Viel zu selten denke ich daran, dass die beiden auch immer wieder phänomenale Synth-Riffs, Flächen und Melodiebögen entworfen haben. Oft sind die tief unter den Beats vergraben, mitunter stehen sie aber auch völlig für sich. VLetrmx21 ist so ein Stück purer Atmosphäre, erschienen vor 28 Jahren auf der Garbage-EP. Ich hatte vergessen, dass es existiert und es gerade glücklicherweise in einer Ambient Autechre Playlist auf Youtube wiederentdeckt.

  • Gidge machen auf unnachahmliche Art winterlich-hölzerne Elektronik; kristallin und makellos. Ihr aus meiner Sicht bestes Album LNLNN kann man digital und in weiteren Formaten [bei Bandcamp kaufen](https://gidge.bandcamp.com/album/lnlnn).