Es ist ein Kuriosum, wie die einzelnen Instrumentalisten der Red Hot Chili Peppers so gut sind, während die Band in meinen Ohren seit jeher seit Under The Bridge komplett uninteressant klingt.
Schon seit Jahren macht John Frusciante interessante Soloalben. Heute stieß ich auf eine aktuelle Veröffentlichung des Bassisten Flea unter Beteiligung von Thom Yorke (sonst wäre sie mir wohl nicht aufgefallen). Das – ebenso wie die andere Vorabsingle A Plea – klingt sehr jazzig, virtuos, spielfreudig und cool:
In seinem Dokumentarfilm zeichnet der britische Filmemacher Jonathan Stiasny das letzte kreative Kapitel eines der innovativsten Künstler der Musikgeschichte nach – zehn Jahre nach David Bowies Tod. „Bowie – Der letzte Akt“ zeigt den Jahrhundertkünstler, wie man ihn selten gesehen hat: verletzlich, witzig und absolut kompromisslos.
Mein Lieblingsalbum von Bowie ist Earthling. Da war ich 17, wir schauten permanent Musikfernsehen und Little Wonder war extrem cool und neu; irgendwo zwischen Nine Inch Nails und Radiohead.
More leisure time, better health outcomes, greater equality and lower carbon emissions, all with broadly comparable productivity: Europeans can be proud of their model, argues Gabriel Zucman, director of the EU Tax Observatory.
Heute vor zehn Jahren erwarb ich das letzte Album von David Bowie: Blackstar. Es erschien an seinem 69. Geburtstag. Zwei Tage später starb er. Mehr als genügend Anlässe, um das Album mal wieder zu hören.
Zuvor wies mich mein Musikabspieldings „Plex“ daran hin, dass vor einem Vierteljahrhundert das Album Zweilicht der Gruppe Kante erschien; schon längst ein Klassiker deutscher Independentmusik. Am bekanntesten ist sicher Die Summe der einzelnen Teile:
Der Satz Ich höre kaum noch neue Musik hat ein wenig den Klang von Wir schauen ja nicht mehr fern. Dabei liegt mir snobistisches Herabschauen fern, ich habe nur einfach keine Zeit: Musik wurde und wird zwischen den zahlreichen Medienarten und Zeitvertreiben zerrieben.
Auch fehlen mir die verlässlichen Quellen und Kanäle: Pitchfork macht inzwischen zu viele komische Sachen, Quietus ist selbst mir zu underground, einst sehr gute Blogs wie Auf ein neues… publizieren seit zehn Jahren nicht mehr, die Algorithmen von Spotify oder – in meinem Fall – Tidal bringen mir nichts.
Es war das erste Jahr komplett ohne last.fm, den Account löschte ich vor rund einem Jahr nach zwanzigjährigem Bestehen. Das Archiv habe ich zurzeit in einer sehr umständlich zu handhabenden CSV-Tabelle, in der ich aber jeden Morgen schaue, was ich in den zwanzig Vorjahren so hörte.
Die Hoffnung, dabei vergessene Perlen wiederzuentdecken, hat sich durchaus erfüllt; heute zum Beispiel den irren Stomper Celebrate The Body Electric (It Came From An Angel) von Ponytail:
Dennoch erreichte mich 2025 gute neue Musik. Zu nennen ist hier als erstes Virgin von Lorde, einer Künstlerin, die mir mit ihrem seltsamen Namen geläufig war, von der ich zuvor aber keinen Ton gehört hatte. Zu Virginschrieb ich:
Elektronisch, mit einer kühlen Grundstimmung unter zahlreichen rauschhaften, gleißend-hellen, schwärmerischen Momenten, Passagen, Melodien und Hooks.
Das stimmt nach wie vor.
Dann gab es natürlich Lux von Rosalía, das sich ohnehin in aller Munde befindet. Ich erwarb das Album auf Schallplatte, weil ich auch in diesem Jahr den Versuch unternahm, mehr Vinyl zu hören. Manches bloggte ich. Mich überzeugte das Video zu Berghain sofort:
Radiohead haben in diesem Jahr erstmals seit neun Jahren wieder Konzerte gegeben. Ich habe versucht, ein Ticket zu ergattern und scheiterte. So wohnte ich auch in diesem Jahr keinerlei Konzert bei, was schade ist.
Schön war, dass ich gefühlt alle Radiohead-Konzerte am nächsten Morgen bei YouTube hätte nachschauen können und das beim allerersten auch tat. Dass Leute zu so einem Konzert gehen, um es komplett abzufilmen, stimmt mich aber auch ein wenig traurig.
Technik
Als interessante Neuerung des Musikhörens im ausklingenden wie im neuen Jahr habe ich es endlich geschafft, die Applikation Plex auf meiner Diskstation – einem Network Attached Storage (NAS) – zu installieren, um so verbesserten Zugriff auf die Mediendateien zu erhalten – bevorzugt die Musik.
Und siehe da: Das funktioniert alles viel schneller und auch verlässlicher als mit der grobklotzigen alten Audio-App, die der Hersteller Synology liefert. 2026 wird also endlich mal wieder meine umfangreiche digitale Sammlung durchgehört werden.
Titelbild: Lapland drum, Filippo Buonanni, 1722. Aus: Gabinetto Armonico pieno d’istromenti sonori, Public Domain Image Archive
Vor knapp einem Jahr hab‘ ich ja mein last.fm-Profil plattgemacht und zuvor komplett exportiert. Dieser Export – stolze 10 Megabyte comma separated values – liegt seitdem auf meinem Harddrive herum.
Versuche, mit generativer KI irgendwelche Dashboards zu bauen, scheiterten bislang, also fuhrwerke ich eben einstweilen wie ein Buchhalter in der Tabelle herum. Auch dabei finden sich schon ein paar alte Perlen wieder. Eine Auswahl:
Cannibal Ox – „Live from the Planet of Eat“
Wohl der von mir meist geschätzte und meistgehörte Hiphop (von den Mello Music Group-Sachen vielleicht abgesehen). Schon in den späten Neunzigern habe ich das Album The Cold Vein entdeckt und ich kann gerade beim besten Willen nicht erinnern, wie. Dieser Track stammt jedoch von einem anderen Release und eben erst habe ich nachvollziehen können, von welchem: Der Gotham Deluxe LP Edition aus dem Jahr2013.