verlinkt: Berlin und Japan

Lukas Haffert beim Merkur über Orte als Symbole für Eliten und deren Kritik: Metropole des Populismus – Berlin als Totem der Elitenkritik:

In den Partei- und Fraktionszentralen der Bonner Republik arbeiteten Parteisoldaten, die ein Leben in Bonn in Kauf nahmen, um Politik machen zu können. In den Partei- und Fraktionszentralen der Berliner Republik dagegen arbeiten Kosmopoliten, die Politik in Kauf nehmen, um in Berlin leben zu können.

In dieser Hinsicht war die Bonner Republik in einer einzigartig günstigen Situation: Kein einziges führendes Medienhaus war in Bonn angesiedelt.


Liberale Demokratien scheinen überall auf der Welt von innen infrage gestellt zu werden. Raji Steineck über die Lage in Japan: Verfassungsreform in Japan – Vorwärts in die autoritäre Vergangenheit?

Am 5. Januar hat Japans Regie­rungs­chef Shinzō Abe in einer Pres­se­kon­fe­renz die Vorbe­rei­tung einer Verfas­sungs­re­form ganz oben auf die Agenda für dieses Jahr gesetzt. Im Zentrum steht die Ände­rung des Arti­kels 9, in dem Japan dem Krieg als Mittel der Politik grund­sätz­lich entsagt.

Verlinkt: Missverständnisse zur Blockchain

Missverständnis Nummer 6: Die Blockchain wird als eine egalitäre Technik vermarktet, die den kleinen Mann bevorzugt. Doch das ist sie nicht. Im Gegenteil. Sobald sich endlich eine Geschäftsidee findet, die tatsächlich nachhaltig Sinn ergibt, dann werden gerade die IT-Giganten wie Google, Facebook und Amazon sie in Windeseile übernehmen können. Sie haben Rechenkraft ohne Ende, Rechenzentren weltweit. Sie kontrollieren Hardware in unseren Wohnungen und Hosentaschen, die ihre Blockchain zur populärsten Blockchain aller Zeiten machen könnten. Dass sie es jedoch nicht tun, sollte den Enthusiasten zu denken geben.

Beim Notizblog wird ein haarsträubender Artikel der ARD zum Thema Blockchain zerpflückt. Das obige Argument finde ich besonders schlüssig. Auch ein Gedanke, den ich so noch nicht hatte.

Staatsstreich, Irrationale und Fugen

Heute verlinke ich mal wieder ein paar Artikel:

Es könnte auch hier passieren – RiffReporter

Was wäre eigentlich, wenn in Deutschland eine autoritäre Partei wie die ungarische Fidesz oder die polnische PiS eine Mehrheit bekommt? Was könnte die mit ihrer Macht, ohne Staatsstreich und zumindest nominell im Rahmen der Verfassungsordnung, alles anstellen?

Demokratie unter Irrationalen – Republik

Constantin Seibt fasst in diesem sehr langen Text die Hauptströmung dessen, was man politische Psychologie nennen könnte, zusammen. Der von mir schon öfter zitierte/verlinkte Text How politics makes us stupid kommt auch vor.

Die Welt ist nicht aus den Fugen. Warum kommt es uns trotzdem so vor? – beim wort genommen

Auch schon mindestens einmal verlinkt und immer wieder lesenswert:

Wir halten fest: Es sind heute zwar mehr Menschen auf der Flucht als vor wenigen Jahren oder auch in den Neunzigern, aber nicht sehr viel mehr und das lässt sich zu sehr großen Teilen auf den Syrienkrieg zurückführen. Ein Krieg ist aber kein Trend.

Es gibt heute nicht mehr Kriege als vor einigen Jahren, und vor allem sind die Konflikte tendenziell weniger intensiv, in ihnen starben allgemein weniger Menschen als vor zehn oder zwanzig Jahren.

Die Zahl der Terroranschläge hat zwar enorm zugenommen, allerdings fast nur in einigen wenigen Staaten. Im Rest der Welt sind es nicht wirklich mehr geworden. Europa hat ähnliche Terrorwellen schon erlebt.

Auch wenn die dritte Demokratisierungswelle gebrandet ist – der Autoritarismus ist nicht konsequent auf dem Vormarsch, Demokratie nicht auf dem Rückzug.

Nur wenige Studierende besitzen eine technische Expertise. Die jungen Leute sind allenfalls medienaffin nicht aber medienkompetent.

via piqd

Mit dem NetzDG steht Heiko Maas in der Tradition eines berühmten sozialdemokratischen Vorgängers: des Reichsjustizministers Gustav Radbruch. Der hatte 1922, als der Bestand der Republik durch politische Radikalisierung, den Kapp-Lüttwitz-Putsch und eine Reihe von rechtsradikalen Attentaten aufs Äußerste bedroht schien, ein „Republikschutzgesetz“ durchgesetzt, das sich gegen rechte Hetzer und gewaltbereite Republikfeinde richtete.

Quelle: „Das #NetzDG: Ein Bumerang für Heiko Maas“ bei Wolfgang Michal

Verlinkt: Die Plädoyers der Nebenklage im NSU-Prozess

In tief bewegender Weise meldeten sich die Ehefrau und die Tochter des 2006 in seinem Kiosk in Dortmund ermordeten Mehmet Kubaşık zu Wort. Witwe Elif Kubaşık erklärte, ihre Fragen seien in diesem Verfahren nicht beantwortet worden und die Bundeskanzlerin hätte ihr Versprechen einer „lückenlose Aufklärung“ nicht gehalten, und schloß trotzig: „Die, die diese Taten begangen haben, sollen nicht denken, dass wir dieses Land verlassen. Ich lebe in diesem Land und gehöre zu diesem Land. Wir sind ein Teil dieses Landes und wir werden hier weiter leben.“

via NSU Watch

Blockchain: Yay or nay?

Am interessantesten am Bitcoin-Hype ist die brummende Debatte um die darunterliegende Blockchain-Technologie.

Einerseits Kai Stinchcombe hier:

Ten years in, nobody has come up with a use for blockchain

Everyone says the blockchain, the technology underpinning cryptocurrencies such as bitcoin, is going to change EVERYTHING. And yet, after years of tireless effort and billions of dollars invested, nobody has actually come up with a use for the blockchain—besides currency speculation and illegal transactions.

Andererseits Ben Schiller bei fastcompany:

2018 Is Going To Be A Massive Year For Blockchains, The Tech Behind Bitcoins

You’ve heard of the surging alternate currency, but that’s just a peek at what the underlying technology will enable in the next year.