Oder mal ein Hörspiel (Dietmar Dath meets Mouse on Mars) #notizanmich

Zukunft ohne Menschen | „Die Abschaffung der Arten“ (01/12) von Dietmar Dath von Hörspiel Pool
https://player.fm/1nxSfW

500 Jahre in der Zukunft haben sprechende Tiere die Menschen verdrängt und stehen im Kampf mit Wesen zwischen Tier und Maschine. 12-teilige Hörspieladaption von Dietmar Daths Roman. // Mit Katja Bürkle, Paul Herwig, Katharina Marie Schubert, Julia Jentsch, Rainer Bock, Helmut Stange u.a. / Komposition: mouse on mars / Bearbeitung und Regie: Ulrich Lampen / BR 2011

Es gibt eine seltsame, Welt, in der sich Leute, die allem Anschein nach Mathematiker und/oder Ökonomen sind, mit im weitesten Sinne soziologischen Themen befassen. Ich habe etliche Texte aus dieser Welt auf Wiedervorlage, die ich alle paar Monate noch ein bisschen besser als zuvor (also kaum) zu verstehen versuche.

Ein Zitat:

The moral is that the mere act of saying something publicly can change the world—even if everything you said was already obvious to every last one of your listeners.

Aus einem Vortrag von Scott Aaronson bei einem high-school (!) summer program. Und als dem gleichen Text:

as soon as you say X out loud, the other person doesn’t merely learn X: they learn that you know X, that you know that they know that you know X, that you want them to know you know X, and an infinity of other things that might upset the delicate epistemic balance.

Das finde ich super – vor allem aufgrund der Einfachheit der Ursache (jemand sagt etwas) und dem ganzen Strauß an Wirkungen.

Gelesen: Ursula K. Le Guin – The Left Hand Of Darkness

„Light is the left hand of darkness

darkness the right hand of light“

Die Science Fiction von Ursula le Guin gehört zu dem „literarischsten“, was ich aus dem Genre kenne. Wohl bemerkt nicht in der artifiziell gedrechselten Form, in der absichtlich alles unverständlich verfasst wird und man sich mit jedem Satz verschämt vom Genre zu distanzieren versucht. The Left Hand of Darkness erzählt eine einfache, jedoch keine triviale Geschichte, die in weiten Teilen ohne SciFi-Elemente auskommt. Dennoch ist sie nur in diesem Genre denkbar.

In trivialerer SciFi würde The Left Hand of Darkness auf einem „Eisplaneten“ spielen. Le Guin macht aus Gethen – so heißt diese Welt – hingegen eine vielgestaltige, lebendige Welt, in der jeder Gletscher und Vulkan, jede vereiste Bucht und jede Art von Schneefall Bedeutung erlangt. Die Reise durch diese Einöde mit Schlitten, Schneeschuhen und Ski ist der packendste Teil dieses Buches.

Auch mag ich das besondere Verständnis, das Le Guin für politische Zusammenhänge zeigt. Frei vom heute verbreiteten Zynismus oder Idealismus, aber wo es die Geschichte erfordert auch bedrückend brutal.

Dreh- und Angelpunkt des Romans ist aber die ungewöhnliche Form der sexuellen Reproduktion der Gethenianer. Nicht nur, weil sich seine Rezeption  bis heute darauf bezieht. Auch das ergänzte Vorwort der Autorin – verfasst über 25 Jahre nach Erscheinen der Originalausgabe – nimmt darauf Bezug. Wenn Left Hand of Darkness das feministische Buch von Le Guin ist, dann ist The Dispossessed ihr anarchistisches. Das lese ich als nächstes – ebenfalls ein zweites Mal.

Mit dem NetzDG steht Heiko Maas in der Tradition eines berühmten sozialdemokratischen Vorgängers: des Reichsjustizministers Gustav Radbruch. Der hatte 1922, als der Bestand der Republik durch politische Radikalisierung, den Kapp-Lüttwitz-Putsch und eine Reihe von rechtsradikalen Attentaten aufs Äußerste bedroht schien, ein „Republikschutzgesetz“ durchgesetzt, das sich gegen rechte Hetzer und gewaltbereite Republikfeinde richtete.

Quelle: „Das #NetzDG: Ein Bumerang für Heiko Maas“ bei Wolfgang Michal

Bisheriger Effekt des NetzDG: Es wird noch mehr über die AfD und ihre Entgleisungen gesprochen.