Das schwache Denken üben

„Wir sollten uns im »schwachen Denken« üben.“ Ein Gedanke aus dem Büchlein Zehn Regeln für Demokratie-Retter von Jürgen Wiebicke, der mich sehr anspricht. Damit greift er einen Begriff von Gianni Vattimo auf:

„Fünfhundert Jahre nach Thomas Morus‘ „Utopia“ mögen wir zwar noch den nostalgischen Wunsch nach einem großen Wurf haben, aber die Erfahrung des Zerschellens von großen Erzählungen ist für uns postmoderne Menschen die intensivere.“

Das „starke Denken“ gehöre der Vergangenheit an. Schließlich seien  „die starken Denker von heute, die Identitären und Islamisten ja gerade das Problem„.

Bequem ist das schwache Denken indes nicht:

Jeder sollte sich daher in regelmäßigen Abständen die Kontrollfrage stellen, wann man zuletzt eine alte Überzeugung aufgegeben hat. Wer sich womöglich gar für seinen Meinungsstolz rühmt, hat die Tugend des schwachen Denkens nicht begriffen.

Homöopathie und Krankenkassen 

Würden alle gesetzlich Krankenversicherten die Verwaltungsräte ihrer Krankenkassen kontaktieren, um die Streichung der Erstattung homöopathischer Leistungen zu fordern, änderte sich daran vielleicht etwas. Twittern hilft aber nicht. 

Den Verwaltungsräten, die übrigens demnächst im Rahmen der Sozialwahl bestimmt werden (allerdings nahezu ausnahmslos per Wahl ohne Wahlhandlung, vulgo „Friedenswahl“), obliegt unter anderem die Festlegung des Leistungsangebotes. Jede Kasse muss einen festgelegten Katalog von Leistungen anbieten. Weitere Leistungen, darunter auch Homöopathie, können als Satzungsleistungen angeboten werden, was wohl sämtliche Kassen auch tun. 

Die Verwaltungsräte stehen für gewöhnlich auf den Internetseiten der Kassen. Bei der tk hier